Der informative Blog, Teil 9: Der Selbstversuch: Ich nähe mir einen Wettkampf-Bikini (von Sabrina)

 

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Das bin ich – 100%.
Also…nicht, dass ich keine Anleitungen lesen kann oder mag.
Nein, es ist vielmehr so, dass ich mir Dinge gerne selber beibringe, ausprobiere und teste.

Nähen zum Beispiel. Habe ich nie gelernt.
Logo hatte auch ich eine Omi, die eine Nähmaschine hatte, und da hab ich immer mal zugeguckt und gestaunt.
Dann habe ich in einem Anfall von Größenwahn mein Abiball-Kleid aus Panesamt mit Muster nach einem ultra-extravagantem Schnitt von Burda versucht selber zu nähen.
Versucht muss hier betont werden, denn es wurde zwar ein Ganzes, aber getragen habe ich es nie und bin auch nicht zum Abiball – aber das lag nicht nur am Kleid. *lach*

 

Also… Nähmaschine habe ich und wie ihr wisst ja auch irgendwie viel zu viele Interessen.

Es lag also nah, mich mal an einem Bikini zu versuchen. Nach dem Motto „Das kann ich auch“.

Gesagt, getan.
Dazu benötigt man neben einem „Schnittmuster“ auch die Materialien.

Also bin ich erst mal zum örtlichen, sehr gut sortierten Karstadt gestiefelt. Aber die Probleme fingen schon damit an, dass ich nicht wusste, wie die Stoffart heißt, die ich möchte.
Glänzend und mit Elastananteil. Aha. Die Verkäuferin guckte etwas merkwürdig, als ich von Bühnenbikinis faselte – aber keinen Bademodenstoff wollte.

Also – zurück zu meinem Freund Google.
Siehe da, mit einige Tricks findet man raus: Zu gut deutsch heißt das, was ich suchte „Folienjersey“. Findet man häufig unter Karnevalsstoffen… aha… da gehört das wohl auch hin, Bühnenkostüm und Fasching und so. *lach*

Also habe ich mir einfach mal auf Verdacht ein paar Stoffe im Internet bestellt.

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Dabei lernen wir gleich Lektion 1: Was auf den Bildern toll aussieht, muss
a) im echten Leben nicht toll aussehen bzw.
b) sich nicht zwingend für WK-Bikinis eignen.

Viele meiner Probestoffe ließen bereits während der Verarbeitung „Federn“, im Sinne von verloren ihren Glanz oder gar Farbe.

 

Nun hat man also den Stoff.
Damit ist es aber nicht erledigt.
Passend zum Stoff braucht man Garn, einige Meter Gummiband in verschiedenen Breiten, dazu noch mögliche Verschlüsse für den Bikini und natürlich: Die Cups.

Mein erster Nähversuch war mit einem Triangel-Oberteil nach einem Schnittmuster aus dem Internet.
Und das kann ich Euch gleich sagen: Wenn Ihr nicht zufällig Silikonbrüste habt, dann vergesst das Thema Triangel direkt wieder.
Jede Naturbrust, die ich bisher am Ende einer WK-Diät gesehen habe, war bestenfalls noch etwas Haut. Das ist mies, geht uns aber allen so.

Also – woher bekomme ich diese Cups, auf die man dann quasi den Stoff näht?

Wieder hin zu Karstadt und dann doch wieder zum Freund Google… aber wonach sucht man da im Internet? Die richtigen Stichworte sind sicherlich hilfreich.
Aber noch hilfreicher ist meine liebe Freundin Elena Shporthun, die selber erfolgreiche Bikini-Designerin ist. (Shop: http://www.peter-freimuth.de/shop/ )

Sie hat mir also freundlicherweise einige paar von diesen Cups verkauft. A und B/C.

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Nu saß ich also mit allen „Zutaten“ vor meinem Schnittmuster und dann ging es los.
Einfach Augen zu und durch….-geschnitten, den Stoff jetzt.
Das allein ist schon gar nicht so einfach – erst mal das Schnittmuster übertragen (aka entweder aus Pappe ausschneiden oder Papier festpinnen) und dann muss man da mit einem möglichst unsichtbaren Edding oder Kreide oder so was auf dem Stoff malen – und hinterher die Linien erkennen und gut = passgenau ausschneiden. Ach ja… und den Futterstoff auch noch, der muss da auch noch reinpassen, exakt geschnitten sein.
Ja ne, is‘ klar. *schwitz*

Alleine das alles – Muster festpinnen, Malen, ausschnibbeln, hat bei mir immer über eine Stunde gedauert – und da war noch nichts genäht.

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Und dann  das Gummiband (damit es hinterher gut sitzt) einarbeiten, mit den Pins, und beim Nähen in Form ziehen… waaaaah – dann war die eine Seite mehr gerafft als die andere am Beinausschnitt, alles wieder auftrennen.
Dann war das Gummiband gefühlt 2 mm zu breit für den Stoff und nu passte der Schnitt nicht mehr – wieder alles auftrennen… ist ja nicht so, dass das nicht nervt. 😉

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Erwähnte ich schon, wie schei** fummelig das Nähen der Bänder ist? Also Bänder für die Oberteile zum festschnüren? Da muss man den Stoff in gleichmäßige Bahnen schneiden und dann um den Gummizug wickeln, festpinnen und ebenso festnähen… wenn man da Millimeter verrutscht dann kommt der Stoff hoch weil die Naht nicht greift, dann hat man da gleich an der Stelle eine Doppelnaht – WAAAAH.

 

Insgesamt muss ich sagen: Das Schnittmuster aus dem Internet war für den „Popo“. Das ist nicht böse gemeint und vielleicht liegt es auch an meinen Nähkünsten, aber das passte hinten und vorne nicht (jawohl, weder am Po noch an der Brust bzw. die Vorderseite des Höschens war auch viel zu weit ausgeschnitten… 😮 )

https://www.youtube.com/watch?v=m1joBnTgU8A

 

Das sieht alles so einfach aus, aber glaubt mir: Das ist es nicht!
Auch nach einigen Versuchen mit dem Schnittmuster habe ich es sein gelassen.

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Gottseidank habe ich liebe Freundinnen (Danke Katl und Svenja), die geduldig alle meine „Tests“ anprobierten und mir berichteten… aber wir haben gemeinsam auch viel gelacht.

 

Nun also habe ich eine andere Freundin (danke Leslie!) überredet, mir ihren „alten Bikini“ zu leihen, damit ich mir aus diesem ein Schnittmuster anfertigen kann.
Das Oberteil hatte ich Dank der Cups von Elena relativ schnell raus, aber die Hose blieb ein Problem.
Und wie macht man aus einem Bikini ein Schnittmuster?
RICHTIG – man tötet ihn aka man trennt ihn auf… ganz billige Methode… also billig, wenn man einen alten Bikini hat. Nicht billig, wenn man extra dazu einen Neuen kaufen muss. 😉

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Auch das habe ich danach gemacht, nachdem ich mit dem Muster vom „toten Bikini“ nicht happy war, habe ich mir einen Blankobikini bestellt und den aufgetrennt… was tut man nicht alles…für die Kunst. *lach*

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Und dank der Cups von Elena klappte es nun auch mit dem Oberteil…wenn auch nicht ohne Fluchen und Fummeln:

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Und zwischendurch immer mal schielen auf die fertigen Objekte der Begierde…wie die so aussahen und vor allem: wie PERFEKT die Nähte waren…
Und das kann ich Euch erzählen… so eine Naht gerade hinzubekommen mit einem elastischen Stoff und Gummiband da drin, das ist Kunst. In Großbuchstaben. K-U-N-S-T!

Ich habe allerhöchsten Respekt vor Elena und den anderen Schneiderinnen, die das tagtäglich machen.
Logo, auch da wird man mit der Zeit/Routine sicherlich besser, aber bitte… auch nach 5 fertigen Bikinis war ich am verzweifeln… und hätte das eine oder andere Teil am Liebesten in die Ecke geworfen…oder verbrannt.

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Nun also hatte ich einen fertigen Figurbikini mit zwei verschiedenen Hosen fabriziert, mein mittlerweile 3. Bikini. Und das sah auch einigermaßen annehmbar aus… Wer mich kennt, weiß wie hoch mein eigener Anspruch ist.
Der ist einfach höher als meine Nähkunst. Und ich war und bin mit den Nähten nicht zufrieden, auch wenn das auf der Bühne kein Mensch sehen wird, ich WEISS es.

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Das war die Episode Figurbikini.
Aber damit wollte ich es nicht auf sich beruhen lassen, ne. Oberteil konnte ich ja nun, also muss nur noch das Bikinihöschen her.

Auch hier wieder habe ich – ganz pragmatisch – einen günstigen Bikini meines bevorzugten Designers bestellt und dieses als Schnittmuster verwandt. Ob das jetzt schon als „Klauen/Kopieren“ gilt, weiß ich nicht. Aber ich möchte hier schonungslos offen mit Euch sein. 🙂

Aber mit dem Schnitt ist es in der Bikiniklasse ja nicht getan.
Also: Woher bekommt man Connectoren??
Mittlerweile kann ich auch hier sagen: Elena Shporthun!
Damals habe ich versucht, selber welche zu finden.
Da bleibt einem dann die Wahl zwischen EBAY, Etsy (USA) oder Alibaba, Direktbezug aus China. Da muss man dann halt nur so Mengen ab 100/200/500 Stück kaufen… aber wer braucht 200 Connectoren, wenn er nur mal ein oder zwei Bikinis nähen will? Ich wollte das nicht als Vollzeitjob machen, sondern „nur mal so“…

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Also… Elena war wieder die Lösung und so entstand dann dieses hier.

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Also.
Ich kann sagen: Ich kann mir einen eigenen Wettkampfbikini nähen, ob nun Figur- oder Bikiniklasse.

Die viel wichtigere Frage ist aber: Rechnet sich das?

Meine Antwort lautet: Nein.

 

Ich mache hier für Euch mal die einfache Rechnung:

Nähmaschine??
Stoff:  bis man den Richtigen hat:  50 – 100 € (kein Witz)
Materialien (Schere, Gummibänder etc.): 30-40 €
BH-Cups (-schalen): 12,50 €
Connectoren: mind. 40 €
Muster:
-in meinen Augen unbrauchbar bei Etsy: 10 € )https://www.etsy.com/shop/JodiLaneDesigns)
– Bikinis kaufen und auftrennen:  mind. 80 €
– verlorene Nerven, bis das Ding gut aussieht:  unbezahlbar
– Zeitaufwand: Ohne Routine mehrere Stunden/Tage

 

 

Für mich hat sich das nicht gerechnet.
Da beauftrage ich lieber einen Profi und lasse mir das perfekte Teil liefern ganz ohne Stress.

 

Wer von Euch aber nähtechnisch sehr begabt ist und ggf. bessere Kontakte hat als ich was die Materialien angeht… man kann es schaffen. 😉

 

Ich werde mich in Zukunft eher an den Glitzer halten… das macht mir mehr Spaß 😉

 Eure Nixe Sabrina

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Der informative Blog, Teil 8: Warum hat mir das keiner gesagt? (von Sabrina)

 

Vorbemerkung:

Dieser Blog lag einige Zeit unfertig in der Schublade.
Dann kam die Saison und mit ihr einige andere Coaches, die dieses Thema mit aufgegriffen haben. Dann fühlt man sich blöd als Blogger, als würde man „Themen abgucken“. Auch ich erfinde das Rad nicht neu, will ihn euch aber nicht vorenthalten – zumal mein letzter Blog fast 2 Monate her ist und ich mich schrecklich untätig fühle sonst… haha

 

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An Wettkämpfen des DBFV teilzunehmen war eine ganz besondere Erfahrung, jede Saison war speziell und anders.
Ich sage meinen Mädels immer, dass es vergleichbar ist mit „frisch verliebt“. Wenn Du da backstage in der Reihe stehst, mit den anderen Mädels, dann beginnt das Kribbeln im Bauch. Und die Schmetterlinge fliegen wie wild, wenn es dann raus geht auf die Bühne.

Die Herbstsaison ist seit fast 4 Wochen vorbei und die meisten Athletinnen und Athleten liegen, wie auch die „Normalos“, im Foodcoma zwischen Keksdosen und Dominosteinen.

Trotzdem braucht ihr nur einen nach dem Bühnengefühl zu fragen und sie kriegen dieses Strahlen in den Augen. Für einige ist es wie eine Sucht.

Diesen Blog verstehe ich als kurzen Nachtrag zu meinem ausführlichen, 2teiligen Blog .
Ich möchte mit ihm nur einige, kurze Stichpunkte aufgreifen, die ich immer wieder höre und die mich zumeist zum Schmunzeln bringen (Merke: Ich habe mittlerweile die nötige Distanz zur Bühne).

Allem voran lese ich immer wieder:

„Warum hat mir das keiner gesagt?“

(Randnotiz: Mittlerweile gibt es ja genug Leute, die über diese Themen offen sprechen. Ich will hier die Fahne weiter oben halten und es nachfolgend tun.)

 

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Warum hat mir keiner gesagt, dass ich nach meiner Show in ein Loch falle?

Über meine ganz eigenen Erfahrungen habe ich in meinem Blog „Das schwarze Loch, Teil 1 und Teil 2“ ausführlich geschrieben.
Noch nie zuvor habe ich so viel Feedback zu einem Blog erhalten.

Und ich habe mich auch in der Folgezeit sehr viel mit dem Thema auseinandergesetzt und bin auf einen interessanten Vergleich gestoßen:

Hochzeitsblues oder „Post-Braut-Depression“

Das ist wieder mal klassisch ein Thema, in das sich eher Frauen reinversetzen können. Da plant man gefühlt sein Leben lang auf Tag X hin, mindestens jedoch ein Jahr.
Man organisiert alles akribisch und plant jedes Detail, verbringt täglich Stunden mit dem Thema, der Tag kommt – ist wunderschön, aber auch binnen Sekunden vorbei.
Und danach?
…schon klar, Flitterwochen blabla – aber dennoch: Danach kommt das Loch.

Kommt Euch bekannt vor? Richtig. So geht’s einem auch nach dem Wettkampf.
Das Loch kommt. UNWEIGERLICH.
Egal wie gut ihr euch drauf vorbereitet – nachdem man Monate auf ein Ziel hingearbeitet hat ist es weg. Man hat auf einmal Massen an Freizeit.

Lest meinen ausführlich Blog dazu und denkt immer daran: Ihr seid nicht allein mit dem Thema. Und es ist nicht von Dauer.

 

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Warum hat mir keiner gesagt, dass ich komplett nackt vor wildfremden Menschen stehen würde?

Wenn Du schüchtern bist und eventuell Probleme damit hast, vor anderen nackt zu sein, dann Gute Nacht.

Wer nicht gerade einen talentierten Maler zum Partner hat oder die Mutti bittet, der lässt sich entweder vom Coach oder vom professionellen Service anmalen.
Und nichts gegen Mutti, aber selbst mit ihr ist es ein „komisches Gefühl“ nackt, breitbeinig, nach vorne gebückt sich von ihr die Popofalte und mehr anrollern zu lassen.
Gleiches gilt für die meist männlichen Coaches, unangenehme Stimmung ist vorprogrammiert.
Wie sagte ich bei der gleichen Situation unlängst zu Kathrin Hollmann? „Soll ich ein Foto für Instagram machen?“
Jupp, so fühlt sich das an.

Noch „schlimmer“ ist es, wenn man ein professionelles Tanning bucht.
Im Zweifel steht da eine Reihe nackter Menschen an, da Zeit-Geld ist und man sich beeilen muss mit dem Ablauf.
Die Tanner sind aber Profis und ich kann aus eigener Erfahrung sagen: Ich sehe keine Nackten, sondern nur die Farbe und die Oberfläche bzw. das Ergebnis.

Also – Kopf aus, Augen zu und durch.

 

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Warum hat mir keiner gesagt, dass ich hinterher einen Knall mit Essen habe werde?

Wenn Dein Wettkampf vorbei ist, bist Du Essensprofi.
Ich für meinen Teil konnte hinterher auf einen Blick das Gewicht eines Stücks Fleisch abwägen – 180gr. Huhn. *lach*
Das bleibt euch erhalten. Ihr werdet hinterher nie wieder wissen, was es heißt „normal zu essen“.
Definiere normal.
Ist „normal“ das, was die breite Masse tut?
Ist es „normal“, zum Frühstück Marmeladenbrötchen zu essen, weil das „alle tun“?
Oder ist es nicht normal, weil die Makros nicht stimmen?

Ihr werdet hinterher im Coffeeshop stehen und andere be- oder verurteilen, weil sie sich ihren „Latte Macciato Vollfett, Sahne, mit Caramell-Sirup“ kaufen, obwohl die Jeans schon jetzt eng sitzt und selber einen einfachen schwarzen Kaffee to go bestellen, weil das ja die wenigsten Kalorien hat.
Und insgeheim werdet ihr an der Kuchentheke schmachten und euch wünschen, ihr könntet drei von den Muffins mitnehmen, aber ihr WISST ja, was das für Kalorien sind und wer soll das wo wieder einsparen, nein, nein, nein, das geht nicht.

Selbstgespräche dieser Art werden an der Tagesordnung sein.

Ihr werdet andere verurteilen für ihr Essverhalten, noch strenger als in der Diät. Und ihr werden von Essen träumen, eklige Träume voller Zucker und Sahne und Schokolade.
Und wenn ihr der Versuchung nachgebt, werdet ihr große Probleme haben, euch zu maßregeln mit den Portionen. Was früher kein Problem war, wird nun zur Herausforderung: Nur einen Keks aus der Packung zu essen.

Auch das ist nur temporär.

 

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Warum hat mir keiner gesagt, dass meine Brüste verschwinden werden?

Das ist ein klassischer Fall von „ISSO“.

Wenn Du nicht gerade die RIESENAUSNAHME bist auf diesem Planeten werden Deine Brüste schrumpfen bzw. verschwinden. Ein bisschen Haut bleibt. Hallo Pubertät, den Mist haben wir alle schon einmal durch – aber es war beim ersten Mal nicht sooo spaßig, also machen wir es noch mal – NEIN DANKE.
Leider ist es aber so. Überflüssiges Körperfett, blabla. Wer kennt es nicht.
Ich hätte gern, dass das Fett von meinem Po in die Brust wandern, das wäre doch ideal. Geht leider nicht.

Deshalb sind auch Silikonbrüste immer häufiger zu sehen auf der Bühne (keine Sorge, sie sind nicht Pflicht! Auch wenn das einige behaupten, das ist Blödsinn. Ein gut geschnittener Bikini kann auch die Reste gut pushen).

Die gute Nachricht zum Schluss: Die Brüste kommen wieder, wenn ihr nach dem Wettkampf wieder zunehmt.

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Warum hat mir keiner gesagt, dass meine Bauchmuskeln wieder verschwinden?

Man ackert sich wochenlang den Popo wund für den Bühnenlook und dann kommt man da runter, trinkt einen Liter Wasser und zack sind die Bauchmuskeln weg.
WARUM????

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Leider gilt auch hier wieder: ISSO.

Es gibt einige Ausnahmen, die auch in der Offseason ein Sixpack haben, aber die meisten von uns müssen sich dieses erkämpfen mit einem niedrigen Körperfettwert.
Und bitte glaubt mir: Ihr dachtet es sei hart, rund 12-16 Wochen für einen Wettkampf zu Diäten?
Versucht mal danach „on track“ zu bleiben bzw. einen Plan zum Reverse Dieting zu befolgen. Das ist viel schwerer als auf einen Tag X hinzuarbeiten.

Also – ja. Die sichtbaren Bauchmuskeln werden wohl wieder verschwinden. Recht rasch vermutlich. Aber sie sind und bleiben da und werden sich beim nächsten Wettkampf zeigen – bzw. dann, wenn ihr genug Disziplin dafür aufbringt.
Und denkt immer daran: Das ganze Jahr geshreddet zu sein ist nicht unbedingt gesund.

 

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Warum unterstützen mich die Leute nicht?

Ja, du arbeitest hart an deinen Zielen. Ja, du bist absolut fokussiert. Und ja, Du machst da etwas, was andere nicht mal in Erwägung ziehen würden zu versuchen.
Trotzdem unterstützen dich nicht alle Leute in deinem Umfeld. Warum?
Das liegt nicht daran, dass Du „Haters“ hast (wie ich dieses Wort hasse) oder weil diejenigen neidisch auf dich sind.

Ganz oft liegt es einfach daran, dass sie dein Ziel selber nicht erreichen wollen, deinen Weg nicht verstehen.
DU hast es dir ausgesucht müde und maulig und hungrig zu sein um dann halbnackt braun angemalt ölig glänzend auf der Bühne zu stehen im Strassfummel und High Heels.
Das ist definitiv kein Ziel für jedermann.
Also bereite dich nicht nur auf fehlende Unterstützung vor sondern ggf. auch auf ein paar „doofe Sprüche“.  Mach einfach dein Ding.
Und bitte glaub mir: Je weniger Bilder Du bei Facebook oder Instagram von deiner Vorbereitung postest, desto weniger Angriffsfläche gibst du denjenigen, die es nicht verstehen.
Knüpfe stattdessen Kontakte zu anderen gleichgesinnten Mädels, die starten. Ihr werden euch besser verstehen und gegenseitig unterstützen können, an guten und schlechten Tagen.

 

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Warum hat mir keiner gesagt, dass ich mich hinterher IMMER fett fühlen werde?

Das ist einer der gravierendsten und wohl auch der langanhaltendste Aspekte an einer Wettkampfvorbereitung.

„Es war einmal ein Mädchen, das sehr glücklich war eine Größe 38 zu tragen und dabei ganz normal aussah. Kein Sixpack, keine Streifen, nix. Sie trug im Sommer gerne kurze Kleider und auch im Bikini fühlte sich sie wohl, nie machte sie sich Gedanken ob jemand ihren Bauch anstarren oder ihre Beine kritisieren könnte.“

Wir spulen den Film vorwärts: 3 Monate nach der Wettkampfdiät. Du bist wieder an Deiner Ausgangssituation angekommen, Größe 38. Alle Klamotten passen Dir noch und es könnte alles gut sein.

Aber alles, was Du siehst, ist Fett.  Du siehst nichts als Fett an Deinem Körper, Du fühlst Dich fett, siehst täglich wie Deine Bauchmuskeln verschwinden und kannst nicht aufhören, in den wachsenden Speck zu greifen und zu jammern.
Derselbe Körper, den Du vorher hübsch fandest, ist jetzt abstoßend geworden.

Diese Denke ist leider sehr verbreitet.
Wir werden überflutet mit Bildern von der Bühne oder sehen uns täglich die Bilder aus der Vorbereitung an. Dieser Look ist nicht realistisch für jeden Tag. Aber doch wollen wir es nicht wahr haben.

Dein Körper ist vielleicht nicht wie an Tag X, aber doch ist er ein wunderbares Geschenk und wir sollten dankbar sein, dass er uns so gute Dienste leistet.
…ganz am Ende ist die kleine Schicht Speck nur so etwas wie „Muskelschutz“.

 

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Warum hat mir keiner gesagt, dass ich eine Essstörung entwickeln werde?

Ich habe es schon oft geschrieben.
Eine der ersten Fragen, die ich meinen Mädels beim Coaching gestellt habe, ist, ob sie eine Essstörung haben oder hatten.
Dieser Sport produziert leider (!) mehr Essstörungen als uns allen lieb ist.
Oben habe ich schon zu zahlreichen, hiermit verknüpften Punkten, ausgeführt.
Eine Essstörung lässt sich keinesfalls mit einer Vorbereitung „kurieren“. Ganz im Gegenteil. Häufig wechselt die Essstörung von einem Extrem ins andere (Bulemie, Magersucht hin zur Sport- und Kontrollsucht).
Bitte versucht sicherzustellen, dass ihr bevor ihr in eine Vorbereitung startet, ein einigermaßen gesundes Verhältnis zum Essen und zu eurem Körper habt.

Das Thema Essstörung trifft nicht jeden, ich will hier keine Panik schüren.
Aber die Möglichkeit ist da. Wenn ihr keinen Coach habt, dem ihr da vertraut, dann bitte sucht euch kompetente Hilfe, wenn ihr den Eindruck habt, dass da etwas sehr stark aus dem Ruder läuft. Ihr habt nur die eine Gesundheit.

 

 

 

Eure Nixe Sabrina

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Der hohe Anspruch – oder: wie schwer es ist, nicht abzuschweifen bei diesem Thema (von Sabrina)

 

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Die Herbstsaison hat für einige schon begonnen, für andere, speziell für uns Nordlichter, sind es nur noch wenige Wochen bis zum ersten Wettkampf.

Und ich bemerke bei Facebook und in meinem Umfeld eine zunehmende „Hysterie“.
Die Mädels haben regelrecht Angst vor Tag X, haben immer größere Probleme mit dem Druck, die Laune wechselt gefühlt sekündlich zwischen Himmelhoch-jauchzend und zu-Tode-betrübt.

Diejenige von Euch, die schon einen oder mehrere Starts hinter sich haben, sagen jetzt vielleicht „Normal“, aber ich bilde mir doch ein, dass es zunimmt von der Intensität.  Woher aber kommt das?

 

Wenn ich mich zurückerinnere, an meine erste Saison, bzw. die Zeit unmittelbar davor und die Entscheidung zu Starten, wie war das so?
Jahrelang kannte ich keine Starterin persönlich, außer einigen Bodybuilderinnen und das war nicht meine Klasse.

 

Dann lernte ich Corinna Detlef kennen und stellte fest: Die sieht ganz normal aus.  Damit und mit zahlreichen Gesprächen mit ihr wuchs dann der Glaube in mir: „Wenn sie es geschafft hat, kann ich es auch schaffen“.

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Und das habe ich ja dann auch.  Aber woran orientiert man sich, wenn man keine Figur-Athletinnen im Studio hat?  Facebook und auch Instagram war damals noch nicht so angesagt.

Also habe ich die Online-Portale und Zeitschriften gewälzt, mir Bilder von der Deutschen Meisterschaft angeguckt und so mein Ziel definiert.

Zur Motivation habe ich im Internet gesurft und mir auch mal Fotos von Profis angesehen, aber das sind ja Profis.  Und NATÜRLICH hatte auch ich meine Zweifel, hatte Ängste, konnte mich nur noch auf das Negative fokussieren  (fast – meinen Bauch fand ich die ganze Zeit bombe, vorher hatte ich noch nie ein Sixpack in meinem Leben *lach*).

Handyfoto auf der Toilette in der Firma – noch Fragen? hahahah

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Aber ich hatte einen ruhigen und geduldigen Partner und Mit-Coach an meiner Seite, der mir geholfen hat, die meiste Zeit relaxt zu bleiben.

Logo habe auch ich Stimmungsschwankungen gehabt, im Training mehr als einmal geheult, das Cardio verteufelt und alle angemotzt, die mir sagten, ich sähe krankhaft dünn aus… aber ich habe weitergemacht, das Ziel immer vor Augen.

Und ich habe es auch niemanden erzählt oder Formbilder verschickt, weil ich es gar nicht wollte. Nur für den Fall, dass ich es nicht schaffe.
Leider hat mir dann eine Erkrankung in der letzten Woche vor meinem ersten Wettkampf noch mal fast einen Strich durch die Rechnung gemacht, so dass ich nur mit Schmerzen und 3 kg leichter als vorher auf der Bühne stand, aber ich habe es durchgezogen.
Dickkopf sei Dank.

 

Fast Forward, 2014.

Ich lese von Mädchen, die nicht auf die Bühne gehen, weil sie dem Druck nicht standhalten. Dem selbst erzeugten, durch Facebook oder Instagram – was sollen die 1.000 Follower sonst denken.
Und immer wieder frage ich mich: Wozu eine „LIKE“-Seite noch vor dem allerersten Start?

„Future to be Bikini (schreibt man mit K!!) IFBB Athlet“ blabla

 

Die Kampfrichter, die ich kenne, sind nicht bei Facebook. Und die interessiert es auch nicht, ob man 500 oder 5.000 Likes oder 324 Popo-Selfies hochgeladen hat.
WAS interessiert ist die Form an Tag X auf der Bühne!

Aber wir sind ja Menschen und wir vergleichen uns nun mal gerne.  Mein Auto, mein Haus, meine Jacht – mein Gluteus.

 

Man kann sich über Strategien streiten – ich persönlich fand es viel spannender auch beim 2. Start nichts zu erzählen und dann einfach BÄHM auf dem Wettkampf aufzutauchen und gut auszusehen.

Aber viele Newcomerinnen meinen, dass das alles wichtig ist.  Die Seite, die Likes, die Fans, die jedes Bild mit „wow“ kommentieren (oder mit einem eindeutig sexuelleren Kommentar), das ganze Trarar.

 

Und natürlich gibt es auch für dieses Phänomen schon einen Fachausdruck:

Attention Whore (Aufmerksamkeitshure)

Jemand, der zwanghaft im Mittelpunkt stehen muss und dabei auch zu „umstrittenen“ Mitteln greift.

 

Nun kann man sich darüber streiten. Warum dieser ganze Hype und wie kommt jemand dazu, einen eigenen YouTube-Channel zu machen wenn er noch nie gestartet oder nicht als Hauptberuf Trainer/Fitness-Model etc. ist?

Aber man muss es auch so sehen: Durch all diese Faktoren – Facebook, Instegram, YouTube etc. – ist es so unendlich viel einfacher geworden an Infos und auch an Fotos heranzukommen.
Gleichzeitig gibt es auch eine Schattenseite: Die InformationsFLUT.
Man weiß gar nicht mehr, was gut ist und was nicht, ob man wirklich alle 25 „besten Po-Übungen“, die man sich zusammen gesucht hat, in einem Workout machen soll oder doch lieber auf 3 Tage aufteilen.

Man steht wie im tiefsten Wald und sieht keinen einzigen Baum mehr – weil diese zu dicht nebeneinander stehen.

 

Versuchen wir zurückzukehren zum Kernpunkt: Der hohe Anspruch.

Gerade für den ersten Start gilt: ALLE haben mal irgendwo angefangen, meistens klein.
Die Wenigsten werden gleich deutsche Meisterin im ersten Anlauf!

Ramona Valeria Alb ist ein gutes Beispiel, weil sie für viele von Euch ein großes Vorbild ist. Deutsche Meisterin wurde sie erst im Jahre 2012, nach einigen Anläufen – aber auch sie hat sich kontinuierlich weiterentwickelt.

 

Hier mal einige Bilder von Profis, die diese teilweise selber veröffentlicht haben:

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Aber natürlich neigen gerade Frauen zum Perfektionismus und lassen nichts anderes zu als gleich im ersten Anlauf alles PERFEKT zu machen. Bikini, Heels, Makeup, alles.
Und bei vielen habe ich das Gefühl, sie verlieren sich zu sehr in Details, die gar nicht so wichtig sind.
Denn es geht hier ja immer noch darum, das Ergebnis des SPORTS und der DIÄT zu präsentieren.
Also Zeit abzwacken von Facebook und dem Aufenthalt im Studio lieber etwas verlängern.
Auch wenn gefühlt alle 24 Std. online sind, macht mal das Handy aus.
Sich mit anderen Starterinnen auszutauschen kann auch mal helfen, weil diese einen wirklich verstehen – aber es kann auch gegenseitig runterziehen, wenn man sich von der Hysterie anstecken lässt.
Hört auf, Euch ständig Bilder von vermeintlichen Konkurrentinnen anzusehen und dann Eure Makel im Spiegel zu betrachten.
Schon gar nicht, wenn es sich dabei um Bühnenfotos handelt – diese Form habt ihr im Alltag nicht! Aber die hat auch die andere Athletin nicht im Alltag sondern nur auf der Bühnen, deshalb betreiben wir ja den ganzen Aufwand. Wenn jeder einfach so so aussehen könnte… wäre das ja ziemlich komisch. 😉
Hört auf, Euch selber zu geißeln, weil ihr nicht nach wenigen Monaten Training den identisch perfekt runden Po von Amanda Latona habt (die übrigens mein Baujahr, also auch 35, ist!). Das alles dauert seine Zeit.

 

Dieser Druck, den wir uns da selber machen, immer und alles perfekt zu machen, der kann uns am Ende verrückt machen.
Wir sind nur Menschen!

Keiner ist perfekt – egal wie viele Bilder auf Instegram das belegen.
Alle haben Makel, die wir nur nicht sehen können auf den gephotoshopten Bildern.

Auch Nicole Wilkens oder Ashley Kaltwasser haben Tage, an denen sie sich scheisse, dünn, dick fühlen.

Wichtig ist, den Kopf zu heben, das Krönchen zu richten und weiterzumachen.

Dieser Sport ist ein riesiger MINDFUCK und viele unterschätzen diesen mentalen Aspekt.
Mache es Dir einfach bewusst, dass all das nicht nur bei Dir passiert – ALLEN geht es so.
Aber es liegt an Dir, wie sehr Du Dich anstecken lässt, ob Du auf der Welle der Hysterie mit-surfst oder sie vorüberziehen siehst und ihr nachwinkst.

 

Leider weiß ich keinen Zauberspruch und auch keinen Zaubertrunk, der es Euch einfacher macht. Aber ich kann nur immer raten: Versucht ruhig zu bleiben.

Ihr seid IHR.
Ich könnt nur die beste Version von Euch selber auf die Bühne bringen.
Urteilen tun andere – aber wenn ihr da rausgeht und wisst, dass ihr für Euch alles getan habt, 100% gegeben habt, dann seid nur eins:

STOLZ!

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…und denkt immer daran: Habt Spaß!!!

 

Eure Nixe Sabrina

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Der informative Blog, Teil 1c: Schuhe – Update2 (von Sabrina)

      526708_4323905213222_618139064_n_large   Das Thema Schuhe beschäftigt uns Frauen ja gerne mal unendlich. Meine Blogs Schuhe 1 und Schuhe 2 kennt ihr hoffentlich schon.   Aufgrund der Vielzahl der Nachfragen hier die neusten Neuigkeiten, was die Regeln des DBFV  (!) , also in Deutschland, und den IFBB angeht.  

Deutschland / National

Für den DBFV gilt immer:

Regelwerk laut Homepage!

  ________________________________________ Bikini Fitness

Es werden Schuhe freier Wahl getragen.

http://www.dbfv.de/bilder/wk_bikini.pdf ________________________________________ Fitness Figur

In Runde 1 und 2 werden Schuhe (High-Heels), Sohle max.1 cm, getragen (keine Plateau-Schuhe).

http://www.dbfv.de/bilder/wk_fff.pdf

________________________________________

 

Soweit, so gut. Ich habe ja schon zahlreiche Shoppingtipps in Blog 1 und 2 gegeben, das mag ich hier nicht wiederholen. Einfach mal da rauf klicken.

       

International (=WM, EM, Arnolds, etc.)

Hier hat der IFBB das Regelwerk u.a. auch bezüglich der Schuhe angepasst.

Regelwerk laut Website des IFBB (Anhand des Regelwerks weiß ich aber, dass die hier veröffentlichten Regeln nicht die aktuellsten sein können, aber wir richten uns nach den Websites):

________________________________________ Bikini Fitness

130.2 High-heels of any style and color will be worn during this round. Platform high-heels will be strictly prohibited.

http://www.ifbb.com/pdf/bikini_fitness_rules.pdf

________________________________________

Body Fitness (=Fitness Figur)

4. High-heels will be worn during this round. Shoe style and colour may be at the competitor’s discretion. Sole thickness will be no greater than 7.00 millimeters; stiletto height will be no greater than 120 millimeters. Platform high-heels will be strictly prohibited.

http://www.ifbb.com/pdf/Body_Fitness_Rules_-_updated_July_2011.pdf

http://www.ifbb.com/rules

________________________________________

       

Unabhängig davon hat der IFBB kürzlich folgende Bilder herausgegeben:

yes http://www.ifbb.com/wp-content/uploads/BIKINI-SIZES-IN-PICTURES-IFBB.pdf

Hier sieht man eindeutig, welche Schuhe freigegeben sind.

Es handelt sich dabei u.a. um die Modelle

  • Pleaser CHIC
  • Pleaser CARESS
  • Pleaser GALA

Und dann noch viele anderen Sandaletten oder Mules ohne Plateau, die man so im Laden bekommt. Es MÜSSEN keine transparenten Schuhe sein, es gehen auch schwarze oder silberne oder andersfarbige Schuhe.

10690206_10152353131243583_5396760023838050666_n Chic silber

Gala caress belle

    Alle Bilder stammen von meinem Lieblingsshop: http://www.crazy-heels.de/   Ich hoffe, dass damit alle Fragen beantwortet werden konnten. Ich freue mich auf regen Austausch mit Euch in meiner Bikini-Börse bei Facebook: https://www.facebook.com/groups/Bikiniboerse.Eisennixe/?fref=ts    

Eure Nixe Sabrina

animaatjes-sterren-42192

Der informative Blog, Teil 7b: Das schwarze Loch Teil 2 – meine Ratschläge (von Sabrina)

 

 


LUXUSLÄRM — Nichts ist zu spät (offizielles Musik… – MyVideo

 

Wenn du glaubst, dass du verlierst,
dann hast du verloren.
Erst wenn du’s nicht mehr versuchst.
Wenn du glaubst dir fehlt der Mut,
damit wurdest du geboren,
du hast ihn,
ich weiß es!

Nichts ist zu spät,
Nichts ist vorbei,
du kannst es ändern,
du kannst.
Du kannst.
Nichts ist zu spät,
Nichts ist vorbei,
du kannst es ändern,
du kannst.
Du kannst.
Und Nichts ist zu spät!

Der Plan war so gut
und doch kam alles anders.
Du fällst und du stehst wieder auf.
Den Satz hast du verloren,
doch nicht das ganze Spiel.
Spiel jetzt,
weiter!

 

 

Viele, viele Nachrichten erreichten mich nach dem 1. Teil dieses Blogs.

Ich wusste es vorher:
Es war schon ganz schön „mutig“ von mir, da so offen drüber zu schreiben.
Ich habe eine sehr „intime Episode“ meines Lebens mit Euch geteilt.

Und auch danke an diejenigen, die mich jetzt nicht besser kennen und sich Sorgen machen: Es geht mir gut. 😉

 

Wichtig war mir meine Geschichte mit Euch zu teilen, um gerade den „Anfängerinnen/Anfängern“ ohne kompetenten Coach zu zeigen – das alles ist möglicherweise ganz normal, das Chaos, der Frust, die Fresserei, die Schuldgefühle, das „schwarze Loch“.

 

An dieser Stelle sei betont, dass ich nur meine Geschichte wiedergegeben habe.
Es gibt viele verschiedene Varianten und sicherlich auch die, dass Ihr Euch mit all dem gar nicht identifizieren könnt, weil Ihr es nicht erlebt.
Dann gehört Ihr zu den wenigen Glücklichen.

 

Aber einige schrieben mir, dass sie ganz im Gegenteil zu mir getrieben von der Angst, wieder dick zu werden, ihren Plan mit der Diät einfach weiter durchgezogen haben, lieber „totale Kontrolle“ als Kontrollverlust.
Dabei muss man aufpassen, dass man nicht in eine unschöne Abwärtsspirale rutscht.
Es ist dieselbe Störung nur in anderer Form.

 

Und auch danke an diejenigen, die mir geschrieben haben, dass sie mittlerweile in guten Händen sind.
Es gibt dort draußen viele gute Coaches, ihr müsst nur den passenden für Euch finden, der Euch auch über den Tag X hinaus begleitet und betreut.
Und selbst wenn ihr keinen Coach habt oder haben wollt, das Internet bietet so viele Möglichkeiten – mehr dazu in meinen Tipps.

 

 

Wie versprochen möchte ich in diesem Teil 2 meines Blogs versuchen, Euch einige Ratschläge mit auf dem Weg zu geben, wie Ihr mit dem „schwarzen Loch“ umgehen könnt.

 

Ich sage nicht, dass es einfach wird. Auch habe ich leider kein „Allheilmittel“ oder eine tolle Tablette, die das alles ändert.
Aber man kann es aus der Anziehungskraft des „schwarzen Lochs“ herausschaffen.

 

1) Habt einen Plan für die Zeit nach Tag X

Hört sich easy an. Ist es aber nicht.

Wer von Euch nicht mit einem Coach arbeitet, sondern in Eigenregie seine Diät macht (ja, das geht), der sollte sich rechtzeitig einen „Schlachtplan“ für den Moment nach der Schlacht zulegen.

Das ist jetzt nichts, was ich erfunden habe, sondern nur etwas, was ich stark befürworte: „reverse dieting

Sicherlich kann man hier das Bankett, den Sonntag danach ausklammern, aber spätestens Montag sollte man sich wieder an einen Plan halten und dann Stück für Stück die Kalorienzahl und die Carbs wieder erhöhen, die Nahrungsmittelvielfalt wieder ausbauen, Dinge, die vorher gestrichen waren, wieder mit in den Plan aufnehmen.
Obacht bei Milchprodukten – viele entwickeln in einer Vorbereitung ohne Milchprodukte eine Lactoseintoleranz.
Auch solltet Ihr vorsichtig mit Zucker sein – der Heißhunger macht Euch sonst verrückt.

Das hört sich alles einfach an, ist es aber nicht.
Wenn der große Tag vorbei ist, dann müsst ihr in Euch die Motivation finden, weiter zu machen. Dabei hilft es sicherlich, wenn ihr Euch ab und an (z.B. 1x pro Woche) eine Mahlzeit außerhalb des Plans gönnt, aber Obacht: eine Mahlzeit dauert nicht 5 Stunden und umfasst auch keine Einkaufswagenmenge an Lebensmittel. 😉

Lasst Euch Zeit bei dem „reverse dieting“, damit Euer Stoffwechsel wieder in Schwung kommt und Ihr nicht unnötig mit Wasser- und Fettproblemen zu kämpfen habt.
Löst Euch aber dabei von der Vorstellung, dass ihr die Wettkampfform „konservieren“ könnt. Das geht nicht – außer Ihr seid bereit Langzeitschäden an Eurer Gesundheit zu riskieren.
Euer Hormonsystem wird ebenfalls einige Zeit brauchen, um wieder auf normal zu schwenken. Euer Körper muss erst verstehen, dass die „Hungersnot“ vorbei ist.
Ihr könnt aber auch mit ein paar Pfund mehr fit und gesund sein und aussehen.

Es gibt zahlreiche Artikel im Netz zum Thema, den muss und möchte ich nicht neu schreiben, da kann ich Euch nur meinen Freund Google ans Herz legen.
Einer der Besten in meinen Augen:

http://www.team-gorman.net/reverse-dieting/

 

Diejenigen, die einen Coach haben, werden das Thema sicherlich mit ihm/ihr besprechen können.

 

 2) Weiter trainieren

Auch dieses geht einher mit dem „reverse dieting“.

Ich persönlich habe nach Ende der Saison gerne eine Woche frei von den Gewichten gemacht. Eine Pause nach so einer intensiven Trainingszeit ist in meinen Augen notwendig für Körper und Geist.
Das Cardio sollte man aber weiterlaufen lassen.

Nicht nur, weil es gut für Euch ist, sondern auch, weil Ihr auch mit Plan mehr essen werdet.
Das Cardio hilft Euch, mit dem Wasser und der Energie umzugehen.

Allerdings solltet Ihr das Cardio, besonders wenn ihr von sehr hohen Mengen (es gibt Dinge wie 2x 1 Stunde am Tag, wovor es mich persönlich GRUSELT!), reduzieren. Stück für Stück, Woche für Woche.

Nicht von 100% auf 0, aber wer von 6 Tage á 1 Stunde kommt könnte in der 1. Woche nach dem Wettkampf direkt runter gehen auf 4-5 Tage á 45 Min. usw. Das ist nur ein Gedankenansatz und keine Trainingsempfehlung – hört auch Euren Körper und falls vorhanden auf den Coach!

Die Zeit nach dem Wettkampf kann man übrigens ganz hervorragend nutzen, um an Schwachstellen zu arbeiten. Euer Körper ist wie wild darauf aus, mit der wieder einströmenden Energie zu arbeiten – volle Power fürs Training.
Dennoch solltet Ihr auch hier an dem Umfang etwas runter schrauben – man MUSS nicht dauerhaft 6 Tage die Woche auf hohem Niveau trainieren.

 

Also gilt auch hier: Direkt einen neuen Plan machen und befolgen.
Direkt nach dem Wettkampf weiß man ja auch, woran man noch arbeiten muss.

 

Selbst wenn ihr nicht gleich eine Trainingspause einlegen mögt, behaltet sie im Auge. Euer Körper braucht sie früher oder später und sie wird förderlich sein, da müsst ihr nur den Kopf von überzeugen. 😉

 

3) Suche Dir neue Herausforderungen

Überlege Dir einmal, wer Du bist außerhalb des Studios, außerhalb des Sportes.

Wenn ich „neue Herausforderungen“ schreibe, dann meine ich damit nicht unbedingt sportliche.
Ich kenne viele, die direkt wieder in die Wettkampfvorbereitung gehen – oder zumindest in die Planung. Daran ist nichts Falsches. Für alles gibt es den richtigen Moment und wenn es das ist, was Euer Herz begehrt, dann nur zu und mit Volldampf voraus!

Es gibt aber auch diejenigen, die erst mal eine Pause brauchen, die nicht direkt in den Aufbau oder die nächste Diät einsteigen wollen, die Abstand brauchen, weil sie vielleicht emotional oder körperlich erschöpft sind.
Das mag speziell diejenigen betreffen, die keinen kompetenten Coach an der Seite hatten oder die einfach über den Punkt waren zum Tag X.

Neue Herausforderungen können überall liegen. Vielleicht wollt Ihr einfach einen andere Sport ausprobieren, mal wieder Laufen gehen oder Boxen?

Oder Ihr macht endlich einen Kochkurs, nachdem Ihr in der Diät die ganze Zeit Rezepte gesammelt oder die Küchenschlacht geguckt habt (so wie ich, beim Cardio). *lach*

Oder Ihr macht etwas ganz anderes, Kreatives, verbringt mehr Zeit mit Euren Lieben.
Fangt ein Fernstudium an oder der Hausbau steht an.
Bei mir war es dieser Blog, die Eisennixe, Glitzer und Coaching, Team Andro und ein wenig Verbandsarbeit – all das hat mir gut getan.
Ich habe mich da quasi reingestürzt, in all die Dinge, die ich schon immer mal machen oder ausprobieren wollte.
Neugierig und offen und endlich wieder Spaß an Dingen haben (nachdem mir eine Zeitlang ja so gar nichts Spaß machte…).

 

Was auch immer es für Euch ist: Neue Herausforderungen helfen Euch definitiv dabei nicht ins „schwarze Loch“ zu stürzen. Vielleicht schliddert Ihr am Rand entlang und ein Fuß hängt manchmal, an schlechten Tagen, drüber. Aber ihr fallt nicht.

Hört in Euch rein und findet Dinge, die ihr aufgrund der Vorbereitung auf „später“ verschoben habt und nehmt sie jetzt in Angriff.

 

 

4) Lege Dir ein gutes Support-Netz zu

Beste Freundin, Schatzi, Mutti, Mit-Streiterin auf der Bühne, Coachi oder die Nachbarin – jetzt braucht ihr mehr denn je ein gutes Support-Netz.

Ich kann nur empfehlen, offen mit Euren Lieben umzugehen. Erzählt Ihnen von der Möglichkeit des „schwarzen Lochs“ und bittet sie um Unterstützung.

Wendet Euch an den weniger guten Tagen an sie, sie werden Euch auch weiterhin Halt geben.
Macht Euch dabei nicht verrückt, jeder Mensch hat mal schlechte Tage, auch ganz unabhängig von einer „Nach dem Wettkampf-Phase“… bei einigen Arbeitskollegen könnte man meinen, sie seien auf Hardcore-Diät. 😉

Das alles ist ein fortwährend andauernder Prozess. Es wird von Tag zu Tag besser werden.
Wenn ihr einen richtig miesen Tag habt, dann lasst Euch – wenn es hilft – ruhig mal kurz hängen. Aber danach muss das Krönchen gerichtet werden:

 

hinfallen,-aufstehen,-Krone-richten,-weitergehen

 

 

5) Tu etwas für Dein Selbstwertgefühl, finde Balance und sei realistisch

Dieser Punkt dauert fort. Er hört nie auf. Es ist eine fortwährende Arbeit an Eurem Geist, Eurem Selbst.

 

Ich glaube es ist erst einmal wichtig, dass Ihr Euch davon löst, Euch über den Körperfettwert Eures Körpers zu definieren.

Klar, die ganze Aufmerksamkeit bei Facebook und vielleicht auch die noch anstehenden Ziele wie der nächste Wettkampf, einmal international starten oder die Proficard anstreben – all das motiviert Euch zu einer Topform,  aber alles zu seiner Zeit.

Eurer Gesundheit zu Liebe müsst ihr mehr Essen, damit zwangsläufig mehr wiegen. Nach dem Wettkampf kann vor dem Wettkampf sein, aber mit Verstand.
Nicht mit Quälerei oder gesundheitsschädigend.

Die Waage, das Maßband, all das sind nur dusselige Zahlen, denn Ihr seid trotzdem fit und viel wichtiger: gesund.

 

Also fangt an Euch im Spiegel anzulächeln, findet Freude an dem neuen starken Körper, den Ihr jetzt habt. Und gebt es zu: Es macht doch richtig Spaß die schweren Gewichte zu bewegen. 🙂
Und das heißt nicht, dass ihr keine neuen Ziele haben dürft.
Sondern nur, dass Ihr auch ohne Sixpack an Euch selber glauben sollt. Denn Ihr seid toll!

 

Zwischen all dem, Lifestyle und dem „normalen Leben“ mit Job und Alltagsverpflichtungen, Euren Wünschen und Zielen, müsst Ihr eine Balance für Euch finden.
Was ist Euch wichtig?
Und was nicht mehr?

In so einer Vorbereitung trennt sich ja die Spreu vom Weizen und man merkt auch, woran man eigentlich gar keinen Spaß mehr hat (z.B. sich jedes Wochenende volllaufen zu lassen).

Findet Balance für Euch mit den Dingen, die Euch gut tun und findet so zur Ruhe.
Das Gedankenkarussell kann erst mal abgedeckt werden.

 

 

Bei all dem: Seid realistisch.

Ich schreib das hier so locker flockig weg, aber es ist ein ganz schönes Stück Arbeit.
Auch mit einem erfahrenen Coach an Eurer Seite.
Der kann Euch zwar Tipps geben und tolle Pläne schreiben, aber er kann nicht in Eurem Kopf sitzen und Euch „Happy“ vorsingen wann immer Ihr (ver-)zweifelt.

Aber habt keine Angst vor der Erfahrung. Wir wachsen an harten Zeiten, werden stärker und können alles überstehen.

 

Ich kann an dieser Stelle wirklich sagen:

Been there, done that.

 

Ich weiß, wovon ich spreche.
Beim ersten Mal hatte ich wirklich keinen Plan – und es hat lange gedauert, bis ich mich gefangen hatte und wieder nach vorn blicken konnte.

Nach meiner 2. Saison hatte ich einen Plan, habe diesen aber aufgrund äußerer Umstände (Job) allzu leichtfertig aus den Augen verloren.

 

Auch mit einem Plan könnt ihr also vom „Weg“ abkommen.

Aber das macht nichts.
Ihr pflückt einfach ein paar Blumen, die da stehen und dann geht’s ab zurück Richtung Sonne.

 

Ich wünsche Euch allen viel Kraft dabei, diese Phase zu überwinden, solltet Ihr drin stecken oder sie bekommen.
Ich bin mir sicher, dass es nicht jeden „trifft“ – aber das Feedback auf den 1. Teil spricht für sich.

 

 

Eure Nixe Sabrina

animaatjes-sterren-42192

 

 

 

Der informative Blog, Teil 7a: Das schwarze Loch oder: Was erwartet mich nach dem Wettkampf (von Sabrina)

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Mit Wunschthemen für den Blog habe ich mich schon immer schwer getan. Das ist wie damals, in der Schule, Klassenarbeit.

 

Wenn man schreiben kann, was man gerade fühlt oder denkt, dann fließen einem/mir die Worte nur so aus den Fingern.

Und gerade über dieses Thema hätte ich schon ganze Romane schreiben können. Ich habe es aber nie getan.

 

Warum? Weil es eine sehr private Sache ist, man wirklich die tiefsten Tiefen von sich preis gibt, auch wenn die Einleitung lauten muss:

 

Du bist nicht allein!

 

Nach meinem Aufruf zum Wunschthema erhielt ich viele Nachrichten, auch privat. Das Wort „Depression“ wurde mehr als einmal genannt. Ich habe viele Tage darüber nachgedacht, wie ich das Thema „Nach dem Wettkampf‘ angehen sollte. Aber Depression möchte ich dabei nicht verwenden, sondern eher „in ein Loch fallen“…in ein schwarzes Loch.

Wie es dazu kommt, warum wir uns vielleicht das aller erste Mal in unserem Leben „hilflos“ und „verstimmt“ fühlen und was man dagegen tun kann, darum geht es in diesem zwei-teiligen Blog. Und darum, wie es mir ergangen ist.

 

 

Es war Samstag, der 08.05.2010.
Tag X2.

Über Wochen, ja Monate, hatte ich mich auf diesen Tag vorbereitet, auf diesen Augenblick auf der Bühne. Seit Jahren schon verfolgte ich insgeheim das Ziel, irgendwann mal da oben zu stehen. Nun also war es soweit.

Ich hatte in den 16 Wochen Diät alles gegeben, was ich konnte. Mehr Herzblut und Schweiß ging nicht. Ausfallschritt, Plyometrics, Cardio, Huhn und noch mehr Huhn. Schlafen, Essen, Atmen für Tag X.

Und was das für eine Reise war. Über die „das kannst Du nicht“s meines Lebens und die generell vorhandenen Selbstzweifel hinweg habe ich das allererste Mal allen Mut zusammen genommen und: Einfach gemacht. Und es funktionierte.

4 weeks

 

So war es auch. Im Studio war ich ja schon immer sehr aktiv, mein Schwachpunkt war seit jeher das Essen. Aber mit Beginn der offiziellen Wettkampfdiät war ein Schalter umgelegt im Kopf und ich war 100% im Plan, den ich mir selber geschrieben hatte. Logo hatte Jörni da mal drauf geschaut und mir im Verlauf der Diät mehr und mehr Tipps gegeben, aber zunächst war es mein ganz eigenes Ding.

Und dann ging es los, dass man die ersten Veränderungen im Spiegel sah. Und nicht nur ich sah sie- auch die anderen Studiomitglieder und Freunde sahen sie. Man bekam Komplimente, mehr Komplimente. „Endlich würde man etwas abspecken“ (Achtung! Verstecktes Kompliment!), .. Wahnsinn, wie machst Du das“ usw. Zwischendurch nervte das auch mal, die sich häufenden „Besserwisser“-Kommentare und die x-te Frage nach der Diät für die Freundin.
Ja, aber auch wenn es nervte- ein klitze-klein-wenig sonnte man sich auch in der Aufmerksamkeit. 😉

Man fühlte sich auf Wolke 7 und es wurde von Woche zu Woche besser.

Die Klamotten wurden immer weiter, man ging mit den Mädels Shoppen und kaufte sich die vorher unerreichbare 36iger oder 34iger Hose.

 

Dann also war Tag X. Dicht gefolgt von Tag X2 (Deutsche Meisterschaft). Tag X2 markierte das Ende der Wettkampfsaison.

ln meinem Fall erreichte ich bei meiner allerersten Deutschen Meisterschaft einen für mich völlig überraschenden 5. Platz- überhaupt im Finale zu stehen brachte mich auf Wolke 700.

Nach der Vorwahl gab es eine Trulla, die behauptete sie hätte Final-Listen gesehen, wo mein Name nicht drauf stand. Also habe ich mir einige Kekse gegönnt.

Wenn man noch nie eine Wettkampfdiät gemacht hat, dann kann man sich nicht vorstellen, WIE LECKER ein Keks schmecken kann.

Aber das war erst der Anfang. Nach dem Finale, Pokalübergabe, wartete das „Fresspaket“ backstage.
Jeder Athlet sammelt im Laufe der Vorbereitung all die Süßigkeiten oder Dinge an, die er nicht essen darf, auf die er aber WAHNSINNIGE LUST HAT.

Ich weiß von anderen, dass es durchaus ganzen Wäschekörben voll sind, man verliert schnell die Relationen.
Bei mir war es relativ überschaubar: Salziges (=Chips), ein weißer Lindt-Osterhase, der dann noch bis Weihnachten stand und das Übliche: Schoki, Gummibären, Kekse.

Direkt im Anschluss ging es im hautengen extra hierfür gekauften Dress zum Bankett, wo man das erste Mal seit Wochen das Fleisch links liegen lässt und sich den Teller nur mit Beilagen und Dessert vorlädt.

Relativ schnell ist man pappsatt, aber nur zur Sicherheit kippt man da noch 2 Portionen Eis drauf. Und da passt ja auch eine Menge rein, in diesen ausgemergelten Körper.

Am nächsten Morgen wacht man auf und sieht fast besser aus als auf der Bühne. Unglaublich. Adern überall und man fühlt sich hervorragend. Also weiter zum Frühstück- Nutella marsch. Dazu Croissants und Marmelade, Saft oder Müsli.

Und dann geht’s für die meisten heim. Auf dem Weg noch mal kurz zu McDonalds, noch 2x Zwischenstop an der Tanke für mehr Schoki und dann abends daheim schön Essen gehen mit den Lieben, den Pokal und sich selber feiern. Man lebt ja nur einmal.

 

Am Montagmorgen musste ich wieder zur Arbeit. Ich hatte den Sonntagabend nicht aufhören können mit Essen und die Nacht mit Herzrasen und völlig verschwitzt im Bett verbracht (Carbs sei dank), 3x Tshirt wechseln weil nass inklusive.
Und so sollte es bleiben, die nächsten Wochen – durchgeschwitzte Nächte voller Herzrasen.

Auf dem Weg zur Arbeit konnte ich dem lieblichen Geruch des Bäckers nicht widerstehen und es begann eine meiner schlimmsten Hasslieben: Das Franzbrötchen & ich.

Franzbrötchen-Hamburger-Spezialität

 

Wer es nicht kennt, es handelt sich hierbei um ein Hamburger Original, eine Spezialität, muss unbedingt vor Ort probiert werden. Es ist ein süßes Feingebäck aus Plunderteig, das mit Zucker und Zimt gefüllt ist. Die besten gibt es meiner Meinung nach beim Schanzenbäcker.

1 -2 dieser kleinen süßen Biester gehörte fortan täglich (!) auf meinen Speiseplan, quasi oben drauf.
Ich konnte einfach nicht aufhören zu Essen.

Ich war offiziell in der Hölle.

Bereits am Dienstag tat mir alles weh. Ich hatte so viel Wasser im Körper, dass ich Angst um eine Fesseln hatte, kaum in Schuhe passte, von meinen Ringen ganz zu schweigen. Elefantenfuß.

Aber ich konnte noch immer nicht aufhören. Es war wie „Kopf aus, Mund auf, GO!“. Ferngesteuert, widerlich.

Innerhalb von weniger Tage legte ich Kilo um Kilo zu und war ganz schnell wieder jenseits der Grenze, die ich mir gesetzt hatte als „nach-dem-Wettkampf-Gewicht“.

Die Klamotten passten nicht mehr, ich fühlte mich ekelig. Und im Studio gab es entsetzte Gesichter.

Die ersten Tage hatte ich mir „trainingsfrei“ gegönnt. Schlechte Idee bei der ganzen Energie, die ich damals in mich rein schaufelte.

Hinter meinem Rücken wurde das Gerede lauter, auch im Freundeskreis. Andere urteilten sehr hart mit mir. Da wurde man auf einer Party jemandem vorgestellt und dann hieß es „Ach bist Du nicht die Bodybuilderin? Wo ist denn Dein Sixpack?“
Und dabei ist es ganz offensichtlich, dass man eben nicht das ganze Jahr den Bühnenlook haben kann und dennoch fühlen wir uns schon mit wenigen Gramm mehr ab sofort fett.
Selbst zu den Momenten, wo ich noch nicht „völlig“ aus dem Ruder gelaufen war mit meiner Figur musste ich mich quasi rechtfertigen für jedes Gramm, warum und wieso, „Offseason-Aha, Ausrede-Gesichtsausdrücke“ ertragen.

„Wozu hast Du dich denn ein halbes Jahr gequält wenn da jetzt schon wieder alles weg ist? Das ist doch ein Mistsport. Hier, willst Du noch ein Stück Torte?“ kam von der zu dem Zeitpunkt engen Freundin…

„Wolltest Du wieder so dick werden?“ brachte das Fass dann zum überlaufen.
Ich ging GAR NICHT mehr zum Sport.

Verkroch‘ mich stattdessen daheim und tröstete mich- wie ich es schon als Teenager gelernt hatte – mit Essen.
Auch als die Verkäuferin beim Bäcker mich morgens bei meiner Bestellung fragte, ob ich nicht direkt 2 Franzbrötchen mitnehmen wolle anstatt des einen bestellten konnte ich nicht aufhören.

 

Zu all diesem Elend kamen unendlich viele Fragen:

  • Warum nur tat ich mir das selber an?
  • Warum konnte ich nicht einfach wieder „nach Plan“ essen? Es ging doch vorher monatelang?
  • Wo war meine Disziplin hin?
  • Und wo meine gute Figur?
  • Wer war ich denn nun, wenn nicht mehr die topfite Wettkampfathletin?
  • Was sollte ich jetzt nur machen?

 

Innerhalb von wenigen Wochen hatte ich rund 15 kg zugenommen.

Was das für mein Herz und meinen Körper bedeutete war eindeutig – es ging mir weder mental noch körperlich gut. Die Haut spannte und man sah auch nichts mehr von den schönen Muskeln, die ich noch kurz zuvor eingeölt auf der Bühne präsentiert hatte. Es war, als hätte ich mir ein „Fat-Suit“ angezogen.

Ich hatte keinen Spaß mehr am Sport.
Ich hatte eigentlich an gar nichts mehr Spaß.
Noch schlimmer als das alles: Ich fühlte mich haltlos, ziellos, wusste nichts mit mir anzufangen.

Wo vorher stundenlanges kochen, vorbereiten, Cardio, Training auf dem Zettel stand war jetzt GÄHNENDE Leere.

Ich hatte alle Freizeit der Welt und verbrachte sie doch kopfüber im Kühlschrank.

Es war ein Teufelskreis.

Was sollten die Leute nur von mir denken? Die im Studio und die auf den Meisterschaften? Wo war die schlanke, athletische Sabrina hin, voller Ehrgeiz und Disziplin? Nun war ich wieder fett und faul – oder wie?
Ich hatte sehr große Probleme damit. Fühlte mich minderwertiger als jemals zuvor in meinem Leben.

Leider kannte ich zu dem Zeitpunkt niemanden, dem es ähnlich gegangen war. Die Athleten, die ich kannte, lebten alle irgendwie diszipliniert weiter. Oder lag es nur daran, dass man es bei Jungs nicht so merkte, wenn sie mehr auf den Rippen haben? Ich sah jedenfalls nicht aus wie eine gerade noch aktive Figur-Athletin. Alles: weg.

Ich hatte mir keinen Plan gemacht, ich hatte mir nicht mal GEDANKEN gemacht, was nach Tag X kommen würde. Irgendwie dachte ich, es würde so weitergehen. Mit dem guten Essen bzw. die Figur einfach bleiben, wenn ich mal was nasche.

Man glaubt nicht, dass daran schon einige Tage zügelloses Essen etwas ändern können. Und Fakt ist auch, das Fett kommt nicht über Nacht wieder – am Anfang ist es nur viel Wasser.

Und natürlich ändert sich der Blickwinkel im Laufe der Diät. Man fühlt sich von Tag zu Tag besser und irgendwann ist der Punkt, wo nur noch kurz vorm Tag X als Idealform gilt. Alles was schlechter ist, ist nicht nur schlechter sondern gleich grottenschlecht

Selbst eine Form, für die ich heute töten würde, war damals nicht akzeptabel. Ich erinnere mich an eine andere Episode, wenige Tage nach meiner 2. Deutschen war ich mit Aline im Urlaub auf Malle und ich wollte nicht im Bikini an den Strand gehen, weil ich mich „fett“ fühlte … und ich hatte zu dem Zeitpunkt noch Sixpack und Streifen … nun ja.

 

Heute kann ich über vieles davon Lachen, aber damals habe ich mich nur verkrochen und wollte meine Ruhe. Ich war nie zuvor in meinem Leben depressiv, aber nur wenige Wochen nach meinem persönlichen mentalen und sportlichen Formhöhepunkt fühlte ich mich so hilflos wie noch nie. Völlig ohne Kontrolle über mein Leben, traurig und schuldig. Schuldig, weil ich das alles zu gelassen hatte. Auf einmal bestimmte mein Körperfettwert mein Selbstwertgefühl.

 

change

Nach einigen Wochen schleppte ich mich doch wieder zum Sport und schottete mich gegen die mitleidigen Blicke ab.
Vorbei war das Generve – und ich habe es vermisst! Es fiel mir nicht leicht, wieder in eine Trainingsroutine zu finden. Ich hatte irgendwie keinen Spaß mehr am Eisen.

Vorher ging es in jedem Training, jedem Satz, jeder einzelnen Wiederholung um Tag X. Und jetzt? Wofür mache ich das eigentlich alles? Es fällt schwer, ohne ein derartiges Ziel noch richtig Gas zu geben. Viele Athleten setzen sich daher direkt das nächste Ziel und den nächsten Start, bei mir war das zum damaligen Zeitpunkt aber gar nicht im Kopf. Dementsprechend motivationslos war ich im Training und blieb auch in der Folgezeit oft wochenlang lieber daheim als zum Training zu gehen.

Und dazu kam die Erkenntnis, dass ich wohl nie wieder „normal“ sein würde, mich „normal“ fühlen / oder „normal“ ernähren würde. Denn was ist schon normal? Jeden Morgen mit Brötchen frühstücken? Oder Essen ohne nachzudenken ob mein Proteinlevel für den Tag schon erreicht ist? Essen ohne schlechtes Gewissen?

Schwieriges Thema und sicherlich für mich das Hauptthema. Wer wie ich schon vorher gern mal Probleme damit hatte, dem kann ich sagen: Besser wird es durch eine Wettkampfdiät nicht. Man macht sich im Gegenteil hinterher noch verrückter. Lange Phasen hatte ich mich Fressattacken zu kämpfen, die auf strikte Diätpläne folgten. Aber zumindest ICH konnte nicht wieder auf WK-Diät-Ernährung umschalten, jedenfalls nicht länger als einige Tage bevor ich einen tagelangen Fressflash hatte.

Das Gewicht pendelte sich auf einem deutlich höheren Niveau ein als jemals zuvor in meinem Leben. Sicherlich ist das auch etwas Muskulatur geschuldet, ganz bestimmt aber dem unkontrollierten Essverhalten.

Lange Phase wünschte ich mir nichts sehnlicher, als dass mir jemand diese Entscheidung – zu Starten – ausgeredet hätte. Ich wollte einfach wieder wie vorher sein. Da fand ich mich zwar auch nicht „perfekt“ aber es ging mir mental und körperlich deutlich besser als zum Zeitpunkt nach dem Start.

 

Und es dauerte eine ganze Weile, bis ich die Franzbrötchen und mein Verhalten „satt“ hatte. Eine ganze Weile sind in meinem Fall viele Monate. Ich musste erst für mich erkennen, dass ich beides bin. Alles zu seiner Zeit.

Und mittlerweile bin ich froh, dass ich es gemacht habe. Ich bereue es nicht mehr. Die Schattenseiten haben mich gestärkt und ich kann jetzt offen mit Euch darüber sprechen und vielleicht der einen oder anderen mit meinen Negativ-Erfahrungen helfen.

 

Nach alle dem schließt sich der Kreis wieder zum

„Du bist nicht allein! „

Viele Mädels (und Jungs) verstecken sich und trauen sich nicht, offen über die Probleme zu sprechen. Dabei ist das Loch, in das sie fallen, bereits gut gefüllt mit anderen. Man darf es nicht unterschätzen, was der Kopf und auch unser Körper/die Hormone mit uns machen nach so einer Hardcore-Diät-Erfahrung. Der Stoffwechsel leidet leider auch auf kurz oder lang durch die strikte Reduzierung der Nahrungsmengen und -mittel. Das oftmals hohe Cardiovolumen tut sein Übriges.

Alles ist durcheinander.

 

Dieser Sport ist verdammt egoistisch. Ich schrieb es schon mehr als einmal. In der Diät ging es nur um Euch, man stand im absoluten Mittelpunkt. Direkt von der Bühne stürzt man quasi zurück in die Realität. Man ist wieder eine von vielen, die Beachtung und Komplimente fehlen, andere sind auf einmal wichtiger und man muss auch wieder im Haushalt mit anpacken und Schatzi will jetzt auch wieder mehr Aufmerksamkeit. Zeit die Diva wegzupacken. Aber dabei stolpert man halt leicht über das Snickers. 😉

snickers

 

 

Im 2. Teil dieses Blogs werde ich Euch einige Tipps geben, wie ihr es vielleicht schafft, das Loch zu umgehen oder zumindest Euch nicht die Knie aufzuschürfen, wenn ihr da rein schliddert.

Teil 2

 

Eure Nixe Sabrina

animaatjes-sterren-42192

 

 

 

Ein Appell gegen das sich „wertlos fühlen“ (von Sabrina)

Shine bright like a diamond 6

 

Im Laufe unseres Lebens lernen wir eine ganze Menge. Von anderen Menschen, oder von uns selber, durch Abgucken, Ausprobieren und nicht aufgeben.

Laufen z.B., Fahrradfahren, einigermaßen vernünftig mit Messer und Gabel essen (und dann doch lieber den Löffel nehmen).

Irgendwann, mit Mitte 30, hat man dann schon einiges im Rucksack, an Erfahrungen, an Werten, an Altlasten. In einigen Augenblicken mögen wir uns furchtbar alt fühlen (z.B. wenn man das erste Mal Knieschmerzen bekommt beim Beintraining), in anderen sehr jung (wenn einen die Facebook-Sucht packt oder man das neue PC-Spiel nicht ausschalten kann).

Irgendwo, zwischen all diesem Gerümpel da in unserem Rucksack, der sich Leben nennt, finden sich immer auch kleine, miese Dinge. Das sind häufig die Dinge, die wir nach ganz unten gepackt haben, die wir „vergraben“ haben. Weil wir sie nicht sehen wollen, am Liebesten vergessen würden, sie verdrängen. Da sind dann Sätze dabei wie „Wenn Du dies oder das tust, hat Mama Dich nicht mehr lieb“, „Jetzt lassen sich Mama und Papa scheiden, weil Du so unartig warst“ oder auch Empfindungen, geknüpft an bestimmte Songs/Düfte/Momente. Trennungen können dabei sein, oder unerwiderte Liebe aus der Schulzeit. Dumme Sprüche im Zusammenhang mit Liebe „Wenn Du 5 kg weniger wiegen würdest, dann würde ich Dich gut finden“ sagte mal jemand zu mir in der 7. oder 8. Klasse.

All diese Sätze, Aussagen, Gefühle liegen wie Steine, schwer, in unserem Rucksack und ziehen uns in Momenten runter, in denen wir nicht aufrecht stehen können, in denen es uns eh schon schlecht geht.

Wir alle drücken uns gerne davor, die Büchse der Pandora zu öffnen, uns mit diesen Altlasten zu beschäftigen. Aber glaubt mir: Irgendwann habt ihr die Steine satt. Denn es werden nicht weniger im Laufe des Lebens.

 

In meinem Rucksack gibt es einige, die ich schon so oft in der Hand hatte, dass sie glänzen, wie poliert. Ich hatte sie nicht etwa in der Hand, um sie aus dem Rucksack zu nehmen. Nein. Ich habe sie gefühlt, quasi liebkost, die Aussagen derart verinnerlicht, dass sie ganz tief verankert sind im Rucksack, dass ich sie da wie mit einem Band an den Boden gebunden habe. Diese Steine, an die wir uns derart gebunden fühlen, sind ganz schwer loszuwerden.

Und manches Mal habe ich auch das Gefühl, dass einige Menschen gerne „leiden“. Dass sie sich gerne für was auch immer „bestrafen“, indem sie sich bewusst Leid zufügen. Ganz wie die Mönche, die sich mit Peitschenhieben selber geißeln. Das kann man auf verschiedene Art und Weise tun, aber die einfachste… und möglicherweise effektivste Art ist: Stalken bei Facebook.

 

Natürlich basiert der Erfolg von Facebook in meinen Augen sowieso auf unser aller Voyeurismus. Aber das Stalken von Ex-Partnern oder verschmähte Lieben treibt es noch einmal auf die Spitze. Wenn man den Ex fröhlich beim Feiern mit neuem Mädel am Arm sieht, das tut schon weh. Und das weiß man auch vorher, dass es weh tun wird. Man guckt trotzdem.

Aber warum? Warum haben wir das Gefühl, leiden zu müssen?

Als Kind war ja jeder mal unartig, aber sind wir es immer noch? In dem Sinne, dass wir dafür „bestraft“ werden müssen? Wer entscheidet hierüber? Schon klar… notfalls kann man eben Mutti anrufen und fragen, ob sie einem noch mal Hausarrest geben möchte. Aber mal im Ernst: Wie kommt ein erwachsener Mensch zu dem Gefühl, nicht liebenswert zu sein? Nicht „glücklich sein zu dürfen“? Das ist doch absurd.

Oder nicht?

Wenn ich mir im örtlichen Buchhandel mal die Regele angucke finde ich unzählige Ratgeber zum Thema „Glück“, im Beruf, im Alltag, in der Partnerschaft, mit sich selber.

Wir alle wollen doch eins: Glücklich sein. Auch wenn das vielleicht jeder für sich selber anders definiert. Für den einen ist es das größte Glück jedes Wochenende zum Angeln fahren zu können. Für den anderen bedeutet es im eigenen Garten zu sitzen oder da im Beet zu buddeln. Für die Vielzahl der Leute bedeutet es: Zu tun, was man wirklich möchte.

…immer vorausgesetzt man weiß, was man will. 😉

 

Wie also kommt man dazu sich für „nicht würdig,  geliebt zu werden“ zu halten, oder sollte ich direkt schreiben „Frau“, denn das ist ein Phänomen, was ich überwiegend bei Frauen beobachte. Ist es alles Erziehungssache? Ging es schon unseren Müttern so? Konnten sie uns deshalb auch nichts anderes vermitteln? Und um nicht alle Schuld auf die Eltern abzuwälzen (auch wenn‘s bequem wäre): Warum haben wir es bisher als Erwachsene nicht geschafft, dieses Trauma/Thema zu bewältigen?

Wir sind tolle Freundinnen, Partnerinnen, Mütter. Wir geben alle, wie eine Löwin. Liebe, Herzblut, Kraft und Energie, ganz viel positive Worte für den Liebeskummer der Freundin. Aber an uns selber denken wir dabei nie.

Ich schrieb es schon einmal: Der innere Kritiker ist stets zur Stelle – aber ein Lob haben wir so selten für uns übrig. Ebenso wenig wie positive Gefühle.

Gelernt habe ich das ehrlich gesagt auch nie. Das muss ich mir immer noch (aktiv) selber bei bringen. Ich bin da noch lange nicht am Ziel.

Aber jetzt mal weiter philosophiert: Wenn wir uns selber für „wertlos“ halten… wie können uns dann andere schätzen? Können sich all die Freundinnen, Partner, Bekannte, Kollegen irren?

Und übertragen auf den Wettkampfsport: Wenn wir permanent an uns zweifeln – wie kann man dann auf der Bühne überzeugen?

Ich habe mal im Spaß vor Jahren zu einem Bekannten gesagt, der gerne „irgendsann mal“ starten wollte, trainiert hat wie ein Bär, auch ein echter Ochse war, sich aber nie traute, den Studiobesitzer mal drauf gucken zu lassen: „Du kannst nicht im Kaputzenpulli auf die Bühne gehen“. TRUE! Selbst Kai Greene, der ja quasi im Hoodie schläft, zieht ihn auf der Bühne aus. 😉

 

Und auf der Bühne geht es mehr als alles andere um die Präsentation, das Selbstbewusstsein. Ihr müsst an Euch glauben. Nicht jeden Schritt, den ihr in der Vorbereitung tut. Es gibt gute und weniger gute Tage. Aber in der Summe müsst ihr positiv sein, denken und Vertrauen haben.

Ihr müsst Euch erlauben Erfolg zu haben, erlauben glücklich zu sein. Ihr habt es Euch verdient! Ihr seid es wert! Glaubt an Euch, lernt es, jeden Tag. Habt Vertrauen in Eure Fähigkeiten, denn ihr könnt so viel erreichen, schaffen, kleine Wunder vollbringen. Fühlt den Glitzer in Euch… lasst das Funkeln durch die alten Schichten aus „wertlos“ und „nicht liebenswert“ durchbrechen… ganz wie Rihanna singt „shine bright like a diamond!“

 

…und dann, bei der Gelegenheit, lasst auch den Rucksack hinter der Bühne, das könnte dämlich aussehen. 😉

Der informative Blog, Teil 5: Der Wettkampf-Bikini (von Sabrina)

 

Sexy Bikinis by SuitsYouSwimwear.com

Quelle: www.suitsyouswimwear.com

Die Qual der Wahl!

 

Die Anfragen häufen sich.
Scheinbar sind nicht alle Mädels unter Euch so „gut-Freund“ mit Google wie ich.
Daher habe ich mir einmal die Mühe gemacht und Euch eine Liste in beliebiger Reihenfolge zusammengestellt mit Suit-Designern, die mir bekannt sind.

Das heißt nicht, dass ich von jedem einzelnen schon Bikinis gesehen oder genutzt habe.  🙂
Dennoch möchte ich diejenigen, deren Bikinis ich persönlich kenne und schätze, besonders kommentieren (natürlich in pink).

 

Gern weise ich auch an dieser Stelle noch einmal auf meine Gruppe bei Facebook hin, die Bikini-Börse, wo man gebrauchte Bikinis direkt von anderen Athletinnen kaufen kann und die Deutschen Designerinnen ihre Schnäppchen und guten Stücke reinstellen:

https://www.facebook.com/groups/Bikiniboerse.Eisennixe/

 

 

Der Neukauf

Generell muss man sich zunächst eine Frage stellen: Möchte ich im Ausland bestellen (und mich ggf. mit Zoll, Maßen, Englisch, Telefonaten, Kreditkartenzahlungen herumärgern) oder bestelle ich in Deutschland?
Zwar gibt es lange nicht so viele Designer hier, wie in der USA, und ich bin mir SICHER, dass ich nicht alle in der Liste habe (bitte kurzen Hinweis an mich für Erweiterungen der Liste), aber auch unsere Designerinnen verstehen ihr Handwerk!

 

 

Dann folgt der Blick ins Ausland:


Tamee Marie TMarie Suits – mein persönlicher Favorit im Ausland! Ich LIEBE ihre Bikinis und habe sie selber getragen!

suitsyouswimwear  – wohl am Bekanntesten und extrem Empfehlenswert für Bikiniklasse
passion fruit designs/ – kenne ich persönlich, sehr schöne extravagante Bikinis, Top-Service
Maggie Keaveny – Designerin zahlreicher Olympia-Bikinis (u.a. Nicole Wilkins und Oskana Grishina
suits by amy
barelyvisible
ddfwear
fitnessprodirect
caries posingsuits/
jagware posingsuits
vizioncouture  – kenne ich persönlich, gute solide Bikinis.
waterbabiesbikini
Ingrid Romero
suitlady
Cynthia James
ravishsands/
the bikinibox (FB: The Bikini Box) – kenne ich persönlich, sehr tolle Strassarbeiten
shoreprincess
Lidia Conti
theberge bikini (FB: Tanya Theberge Custom Suits)
crystallini bikini
Saleyla – kenne ich persönlich, gute solide Bikinis.
bilbobaggs
bikiniguru
angel suits  (FB: Angelsuits) – kenne ich persönlich, schöne Bikinis aus Italien
muscledazzle/ kostengünstige Bikinis aus Thailand
glam fit bikinis – persönliche Erfahrungen, super netter Kontakt und gute Bikinis
A quarter turn to the right (FB) – tolle Strassarbeiten
Bikini By Cini (FB)
Magnifiqa (FB)
Voronina Anna (FB)

 

….und das sind längst nicht alle. Guckt Euch um bei Instagram, Etsy, Ebay, Facebook!

 

Maße nehmen

Bei den deutschen Designerinnen habt ihr ja den Riesen-Vorteil, dass ihr entweder hinfahren oder bei Fragen einfach noch mal anrufen könnt. Und „Maßarbeit“ sind alle diese Bikinis, außer ihr bestellt die „one-size“ in der USA, die aber auch den meisten Mädels passen: Höschen in S für Bikiniklasse war noch nie ein Problem in meinem Bekanntenkreis.

 

ABER – natürlich ist Maß immer besser, besonders wenn ihr bereit seid, das Geld für einen neuen Bikini zu investieren.
Dabei kann man dann auch Schnittwünsche äußern (Hose hinten knapper oder spitzer zulaufend geschnitten, Oberteil Triangel oder Bandeau).

 

 

Für die USA habe ich mir mal einige Bilder von US-Seiten zusammengesucht für Euch, die ich als sehr hilfreich empfand:

 

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Und hier noch ein geniales Video von YouTube:

 

 

 

 

Und nun?

So weit – so gut.
Nun geht es gleich weiter: Bestellt ihr die ultra-gepimpte Version mit Strass im Wert eines neuen I-Phones oder versucht ihr es doch lieber selber und bestellt das gute Stück nur „roh“?

Dabei kann ich Euch gerne unterstützen.
Ich biete Strassarbeiten an und das ganz nach Euren Vorstellungen und Budget.

Beispiele findet ihr hier: Link

 

Aber ihr könnt Euch natürlich auch selber versuchen, viele sind ja künstlerisch begabt.
Es gibt zahllose Videos bei YouTube – ihr müsst das nur mal googeln.
Ob nun mit Hotfix oder Kleber, das kommt auf Euren Geschmack an. Hotfix hält sicherlich besser im Vergleich, dafür besteht halt auch die Gefahr, das gute Stück zu „verbrennen“.
Viel mehr mag ich hier nicht schreiben – das ist ja Berufsgeheimnis. 🙂

 

 

So – nun wünsche ich Euch viel Spaß beim Stöbern und aussuchen!
Farbe uni oder Muster, Strass in Bunt oder nur silber, nur der Rand mit Strass oder alles, mehrreihige Ketten oder doch eher dicke Glieder – DAS ist der Fun-Teil, also genießt es!

 

 

Eure Nixe Sabrina

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Inside „Coach Nixes Head“ 1a – Alltag, irgendwann vor dem Wettkampf – (von Sabrina)

 Es ist 5:00 Uhr, meine Wecker geht. Eigentlich wollte ich heute früh zum Training, aber ich bin zu zappelig.   Nicht mehr lange bis Tag X für meine Athletinnen, die Qualifikationswettkämpfe stehen an. Ausrechnet dieses Jahr müssen meine Mädels beide am gleichen Tag an verschiedenen Orten auf der Bühne stehen. Waaaah. Was macht man da nur als Coach? Zerreißen kann man sich ja nicht, auch wenn man es gerne täte. Ich habe mir tagelang den Kopf drüber zerbrochen, mit beiden Mädels gesprochen und mich entschieden, mit der Newcomerin Linda zu fahren. Aber Leslie lasse ich nicht alleine, ich habe die Hilfe einer sehr lieben Freundin organisiert, die zufällig vor Ort Backstage ist. Damit ist mir dann ein Felsbrocken vom Herzen gerollt. Danke noch einmal an Franzi Cetin für die Weltklassebetreuung vor Ort!   Also – an Sport ist nicht zu denken.   Direkt, noch vor der Dusche, schalte ich das Handy an, checke Whatsapp, ob sich eins der Mädels gemeldet hat. Bingo – morgendliches Feedback Nummer 1 ist. Schnell überflogen und dann unter die Dusche, während es im Kopf noch rattert. Auf dem Weg ins Büro das 2. morgendliche Feedback von Leslie. Puh. Bei ihr läuft es leider nicht so ideal und mein Kopf schiebt mir verschiedene Lösungen vor.   Jörni sagte mal zu mir, dass ich manchmal wie ein Mann denke: Ich suche immer sofort nach Lösungen, wenn es ein Problem gibt.   Das wird mir in meinem Leben als Coach mehr als deutlich bewusst. Gut, dass das Coaching nur Hobby von mir ist. Und noch besser, dass ich mir mal geschworen habe, nie mehr als 2 Mädels parallel zu betreuen. Alles andere wäre bei meinem eigenen Anspruch an mich selbstmörderisch.   Ich bin im Büro und muss umschalten auf Hauptjob, auch wenn es mir schwer fällt. Das Handy liegt griffbereit neben mir unterm Schreibtisch. Viel zu oft guck ich da drauf und prüfe, ob es News gibt. Tatsächlich kreisen die Gedanken auch weiterhin um mein „Problemkind“. Es ist nicht mehr lange bis zum Tag X.   Schwups ist es Mittagszeit und ich merke mit Magenknurren, dass ich heute noch gar nichts gegessen habe. Kopf voll bedeutet Magen leer oder wie? *lach* Der Appetit auf Huhn ist mir schon lange vergangen, also gibt es eine Portion Sushi (vermeintlich gesunde Alternative zu Pizza). Noch während ich zum Sushiladen laufe schweifen die Gedanken ab: Was mache ich nun mit dem Bikini von Linda? Da fehlen zwei Strassschnallen, die uns dank Lieferschwierigkeiten nicht mehr rechtzeitig erreichen werden vorm Wettkampf. An den vergangenen 2 Abenden habe ich in stundenlanger Handarbeit ihren Bikini von „normal“ auf Strass-Biest gepimpt, unzählige Swarovskisteine draufgeklebt… puh, ich brauch dringend einen Plan B! Ah, da ist ein Laden von Bijou Brigitte, da könnte ich mal wegen des Bikinis gucken, vielleicht habe ich eine Inspiration. Gesagt, getan, rein da – ooooh, soviel Strass!!! Und aaaah – zwei passende Armbänder aus Strass, die könnte man ja vielleicht…. Ich kaufe sie für den ultimativen Test am Abend. Wieder zurück im Büro sehne ich den Feierabend herbei um mich hinzusetzen für die Pläne, ich will doch noch mal gucken, was man optimieren kann.   Linda meldet sich: Alles schick, außer dass sie Hunger hat. Das ist ja normal. Ich habe irgendwann mal zu ihr gesagt: „Wenn der Freund Hunger kommt, dann sag ihm freundlich „Hallo“ und nimm ihn an die Hand, denn er wird Dich eine lange Zeit hin begleiten“. Ganz ohne Hunger geht so eine Diät nicht, wir bringen den Körper an seine Grenzen.   Auch, wenn ich es als Coach versuche, solange es geht, hinauszuzögern. Das ist aber bei jedem anders. Je nachdem, wann eine Athletin zu mir kommt, wie viel Zeit wir zusammen haben für die Diät, wie sie vorher gegessen hat (hört endlich auf Euch 0-Carbs zu ernähren!! *lach*), wie die Ausgangslage ist.   Ich schweife ab – wie so oft in den letzten Wochen. Je näher der Wettkampf rückt, desto wirrer werde ich – gefühlt. In Wahrheit kocht nur mein Blut. Mein HERZBlut für die Sache, für das Coaching, für die Mädels, MEINE Mädels. Die Verantwortung und mit ihr der Druck wächst. Wenn man über den Plänen sitzt dann muss man vieles bedenken. Wenn man anfängt, die Nahrungsmengen zu reduzieren (was irgendwann sein muss um die Form stetig zu verbessern), dann tut es einem fast körperlich weh, die Gesichter zu sehen die dann sagen „Keine Mandeln mehr zum Abendbrot? Das war immer mein Tageshighlight“ – seufz! Man wägt also gut ab, ob es sinnig ist, der Athletin das Tageshighlight zu rauben um dadurch xy Kalorien zu sparen. Manchmal geht es aber nicht anders. Es kommt auch auf die Athletin an.   Die nächste Whatsapp blinkt auf meinem Handy und ich muss grinsen, ein lustiges Video von Leslie. Man kommt sich in so einer Vorbereitung als Coach und Athlet sehr nah. Man wächst zusammen als Team und nicht selten entstehen daraus Freundschaften. Auf jeden Fall lernt man sich sehr gut kennen. Man KANN sich in einer Diät nicht mehr verstellen, wenn der Körperfettwert runter geht. Das heißt dann „Hosen runter“ – körperlich wie auch mental. Es ist sehr interessant, ich lerne viel dabei über Menschen im Allgemeinen – aber es ist auch eine große Verantwortung. Jede Athletin ist anders. Die eine braucht Zuspruch, Lob, Motivation – die andere einen Tritt in den Po. Als Coach musst Du das, möglichst bald, herausfinden und entsprechend agieren.   Für mich ist das ein wichtiger Aspekt, die mentale Entwicklung der Mädels ebenso zu berücksichtigen und zu fördern wie die körperliche. Training ist dagegen easy. Als Frau ist man es gewohnt, immer lieb und „artig“ zu sein. Immer nett, sich zuerst um die anderen kümmern, immer das machen was der anderen (häufig: der Partner) will. Wenn dann so eine Diät daher kommt, dann ist das das mit Abstand Egoistischste, was die meisten Mädchen bis dato in ihrem Leben gemacht haben. Es geht nur um sie, 24/7. Essen, Training, Schlafen – alles dreht sich nur um ihr eigenes Ziel. Das ist für alle eine neue Welt, eine ganz starke Herausforderung. Man lernt, dass nichts passiert, wenn man mal „Nein“ sagt. Man lernt, dass man trotzdem weiterhin geliebt wird, auch wenn man nur an sich denkt (phasenweise). Das alles ist der Idealfall. Denn so eine Vorbereitung beeinflusst bezüglich der mentalen Komponente gegebenenfalls auch stark die vorhandene Partnerschaft. Nicht selten habe ich gehört „Du hast Dich in der Diät so verändert, so kenne ich Dich gar nicht“. Nicht immer reagiert das Gegenüber dann so positiv.   Ein schlauer Mann sagte mal zu mir: „Wenn Deine Partnerschaft eine Vorbereitung unbeschadet übersteht, dann kannst Du Deinen Partner direkt heiraten. Härter wird’s nicht.“ Ich glaube, da ist viel dran. Natürlich hängt es auch von einem selber ab, inwieweit man sich gehen lässt. Auch hierzu habe ich schon einen Blog geschrieben: Link   Wie gehe ich nun mit diesem Thema als Coach um? Natürlich lernt man in so einer Vorbereitung nicht nur die Athletin sehr gut kennen sondern erfährt auch viel über die Beziehung zum Partner, zu den Eltern, zu Freunden und Firmengeschichten. All diese Themen spielen eine Rolle in der Vorbereitung. Dein Umfeld macht Dich entweder stark oder schwach. Dies gilt zumindest für die Newcomerinnen – denn erfahrene Hasen haben sich meistens schon damit arrangiert. Mir ist es wichtig, die Athletin auf Spur zu halten. Sie soll wachsen. Ja. Das finde ich gut. „Nein“ sagen zu lernen finde ich sogar sehr gut. Merke ich aber, dass sie sich zur Zicke entwickelt und der Partner alles abbekommt, dann nehme ich sanften Einfluss und versuche sie darauf aufmerksam zu machen, ihr dabei zu helfen festzustellen, dass es am Ende nur eins gibt: Sich zusammenreißen. Denn SIE will es ja, das Starten. Also: Shut up and squat… oder so. 😉   …sagte ich schon, dass ich immer noch im Büro sitze? Nichts wie aus mit der Kiste und ab heim. Ich will mich noch mal an die Pläne machen. Schnell noch ein Brötchen gegriffen beim Bäcker und dann ab in den Bus, via Handy vorm Training den Mädels ein neues Motivationsbild rüberschieben. Daheim weiß ich schon, was ich an den Plänen ändern möchte. …und dabei überkommen mich Zweifel: Ist das alles gut so? Ist es vor allem RICHTIG für die Athletin? Verlange ich zu viel von ihr? Wird es sie so kurz vorm Ziel „brechen“? Wie kann ich ihr helfen, das jetzt noch durchzuziehen? Waaaah – mein Kopf dreht sich. Ich schicke die Pläne raus und versuche mein Karussell anzuhalten. Ich tue alles nach besten Wissen und Gewissen. Ich möchte, dass die Mädels gut werden.   Also setze ich mich an den Bikini und schneide die Strassarmbänder auseinander und nähe sie an das Oberteil an – sehr geil. Erleichtert kann ich einen Punkt auf meiner schier unendlichen Liste abhaken.   Morgen stehen die Formchecks an. Also Notizbuch, Maßband und Fotoapparat einpacken. Check. Dazu noch schnell ein paar Stichpunkte aufschreiben – Farbe, Makeup, Haare, Bikini bite, ist das alles geklärt? Sind noch Fragen offen? Müssen wir morgen klären… Morgen ist ja auch noch ein Tag.   …..Teil 2 folgt!

Inside “Coach Nixes Head” 1b – Tag X – Wettkampf – (von Sabrina)

  Der Wecker geht um 5 Uhr. Nicht, dass wir wirklich viel geschlafen hätten. Wie eigentlich immer vor Meisterschaften. Gestern Abend war ich noch bei Leslie zum Anmalen mit der Farbe. Es läuft immer gleich ab: Die Athletin steht dann vor mir, nackt, müde aber erwartungsvoll. Und mir klopft das Herz bis zum Hals wegen der dusseligen Farbe. Aber eine schlechte Farbe kann so viel kaputt machen, also vorsichtig ans Werk. Ausnahmslos JEDES Mal, wenn ich anfange, meine Lieblingsfarbe Universum Top Tan aufzutragen, krieg ich sofort Panik. Man rollt das mit einer Malerrolle aus Schaumstoff auf. Also fängt man irgendwo an und arbeitet sich vor. Im Prinzip ab der Sekunde, wo man anfängt, denkt man: „Scheiße, das wird nichts. Dieses Mal wird es nichts, das wird total scheckig. Oh Gott, jetzt ist der Rand da zu dunkel, oh man, wo soll ich die Übergänge machen, vorsichtig am Po, da darf nicht zu viel Farbe drauf!“ – so schwirrt es in meinem Kopf, während mir der Schweiß auf die Stirn tritt. Natürlich innen. Denn äußerlich bin ich ganz cool. MUSS ich ganz cool sein, um meine Athletin nicht zu verunsichern, deren Nerven eh blank liegen wegen Tag x. Also rollert man sich da einen zurecht, trägt Schicht um Schicht auf und am Ende wird es wie immer: Perfekt. Universum Top Tan hat mich noch nie im Stich gelassen. Danach heim, noch eine letzte Whatsapp geschrieben und dann geht es ins Bett. Auch hier wieder: Bestes Wissen und Gewissen. Ich hoffe, ich habe die richtigen Entscheidungen getroffen bezüglich letzter Woche und Tag X – man kann so viel kaputt machen und allein diese Bürde lastet schwer auf mir. Diese und ähnliche Gedanken fahren in meinem Kopf Karussell während ich mich schlaflos von links nach rechts drehe, schweißgebadet und noch nachts überlege, meinen Mädels eine SMS zu schicken weil ich plötzlich Angst habe, etwas ganz wichtiges nicht erwähnt zu haben… bloß was?   Fast forward Samstagmorgen: Jörni und ich hüpfen aus dem Bett und machen uns fix fertig. Die Sachen habe ich gestern schon gepackt. Also die Sachen, die man als (Kontrolletti-) Coach so mitnimmt: Ersatzschuhe, Ersatzbikini, Farbe plus Zubehör, Glanz, Ersatz Bikini Bite, Ersatz Schmuck, Haarzeug und 5 kg Schminke, Spiegel weil der immer Backstage fehlt, Nähzeug, Nagelset, Papiertücher, Wechselklamotten, Essen und Trinken für uns. Ach ja – und den Sekt für Linda. *lach* Ab auf die Autobahn nach Berlin! Dieses Mal habe ich das große Glück, dass ich mich nicht mehr um die Farbe kümmern muss. Ihr Mann Timo hat mir das abgenommen und die Farbe erstklassig aufgetragen. In Berlin angekommen greift zunächst meine zweite Aufgabe: Team Andro. Also erst mal alles geklärt mit den Sitzplätzen und wer, wie, was, wann, wo. Dann fix zu meiner Athletin, die schon völlig entspannt im Raum für die Damen liegt. Alles durchsprechen, Farbe und Form begutachten – alles schick. Ich verziehe mich kurz mit Jörni um durchzuatmen. Meine Nervosität soll sie jetzt nicht merken. Dabei kläre ich, wie es mit dem Einschreiben läuft und wann sie dran ist. Zwischendurch noch einmal kurz Leute begrüßen, anderen Coaches alles Gute wünschen und ab zurück in den Aufwärmraum. Ich schicke Timo und ihre Freunde raus, damit wir kurz mal allein sind und durchatmen können. Auch wenn sie es nicht zugeben, alle sind zappelig und nervös und ich möchte nicht, dass sich das auf sie überträgt. Aber Linda  ist die Coolness in Person und echt gechillt für ihre erste regionale Meisterschaft. Bin stolz auf sie. Dann geht es langsam los mit dem Aufwärmen und fertig machen. Als erstes frische ich das Makeup kurz auf, welches ihre Freundin schon vorab aufgetragen hat – auch hier: 1a und mir viel Arbeit abgenommen. Mein Herz klopft bis zum Hals, aber ich schaffe es, die Wimpern ohne großartiges Zittern anzukleben. Schminken ist meine Meditation. Dann Haare bisschen auftüddeln und dann geht’s auch schon los mit langsam aufpumpen. Dazu gibt’s dann das erste Mal etwas Leckeres zu Essen – und da strahlt sie über beide Ohren. *lach* Während sie sich aufwärmt gleitet mein Blick prüfend durch den Aufwärmraum: Wie dunkel sind die anderen Mädchen von der Farbe her? Wie viel Glanz haben sie und wie ist ihr Styling? Erste Vergleiche ziehe ich anhand der direkten Konkurrenz. Kurz huscht die Befürchtung durch meinen Kopf, dass unsere Farbe zu hell ist, da einige andere schon fast schwarz aussehen, aber Linda ist ein heller Typ und ich denke mir zum Finale kann man immer noch nachbessern. Dann geht es los Richtung Backstagebereich, zeitig damit wir in Ruhe gehen können. Schmuck reiche ich ihr im Gehen, die Haare sind noch hochgesteckt mit Klammern, damit sie nicht ölig werden. Backstage wird noch weiter gepumpt. Ihr Mann und ich versuchen unsere Nervosität zu verbergen, sie ist weiterhin super cool drauf. Noch fix die Nummer an der besten Stelle fixiert, den Bikini habe ich schon vorhin festgeklebt, der sitzt. Kurz den Ablauf durchgesprochen und dann: Haare auf und Spotlight an! Timo und ich flitzen aus dem Backstagebereich um sie auf der Bühne sehen zu können. SUUUPER macht sie das – mir fällt ein Stein vom Herzen. Meine kleine Schüchterne wird auf der Bühne zur Strahlemaus. Man spürt es bis in die hintersten Reihen: Es macht ihr Spaß. Der erste Vergleich – sie ist dabei! YES!! Das heißt Finalplatz – zumindest in den meisten Fällen und ich bin optimistisch. Die Teilnehmerinnen des Vergleichs überraschen mich nicht, auch wenn das Feld sehr gewürfelt ist. Auf der Bühne erkenne ich schon, in welche Richtung es geht und mache mir Notizen für Posinganpassungen – den Rest kann man nur langfristig mit gezieltem Training erreichten. All das passiert in wenigen Sekunden und zack ist die Vorwahl vorbei. Wir flitzen wieder zurück in den Backstagebereich und sehen sie sehr happy. Nun heißt es für sie entspannen und auch für mich etwas „Ruhe“. Das mache ich gezielt, um mich nervlich nicht zu überlasten. Da war es dieses Mal schon eine sehr große Hilfe, dass Partner und Freunde dabei waren und mir so viel abgenommen haben. Also gucke ich mir relativ entspannt die restliche Vorwahl an und gehe anschließend mit Jörni etwas Essen. Danach kurze Interviews für Team Andro und dann zurück zu Linda. Nach der Vorwahl finde ich, dass ihre Farbe gut, aber eventuell etwas zu hell neben den anderen ist. Eine zweite Schicht würde es aber zu dunkel machen. Also – Glanz drauf und dann ist es gut. Im Prinzip wiederholen sich die Schritte von heute früh mit der Ausnahme, dass sie doch langsam nervös wird. FINALE! Ich bin dafür viel ruhiger jetzt – vielleicht kommt es auch von der Pasta, die mir ein schläfriges Gefühl bereitet. Die Zeit fliegt und ab geht es Backstage. Pumpen, grinsen, Schluck Sekt trinken- Linda fühlt sich gut und ich mich auch. Wir sprechen noch einmal kurz den T-Walk durch und dann noch mal kurz gucken, was die anderen machen. Das ist der Vorteil, wenn man nicht als erste auf die Bühne raus muss: Man kann sich was abgucken. *lach* Dann geht es auch schon raus für sie. Timo und ich flitzen wieder vor die Bühne und setzen uns zu Jörni. Linda zeigt ihren einstudierten T-Walk zügig, wie mit mir besprochen, und vor meinem inneren Auge ziehen die unendlichen Stunden mit dem Posingtraining vorbei. Ich muss schmunzeln über unseren „Flieger“ und bin extrem stolz auf Linda, sie ist einen weiten Weg gegangen seit unserer ersten Posingstunde. …aber keine Zeit zum Abschweifen, es geht direkt in die Vergleichsrunde der Finalistinnen, die das Kampfgericht aber anders als in der Vorwahl sehr kurz hält. Nach der Vorwahl hörten wir vom Kampfgericht, dass es eng war von den Punkten her, also gibt sie alles. Runter von der Bühne und dann Backstage warten auf die Platzierungen. Timo hält es nicht aus und will im Publikum warten. So hatte ich es 2011 mit Aline gemacht, dieses Mal wollte ich lieber bei Linda bleiben. Also stehen wir beide da, halten den „kleinen Finger“ und warten… Platz 6: nein Platz 5: nein Platz 4: *zittern* nein! Platz 3: Linda! WAH – ich bin stolz auf sie!! Top 3 bei ihrer ersten regionalen Meisterschaft, Hammer. 10323111_10152098922513583_1063014214_n     Das Feld war sehr verschieden besetzt und das Kampfgericht hatte es sicherlich nicht leicht. Aber sie strahlt über beide Ohren und damit heißt es: Wir fahren zur DM!! Fix ein paar Fotos, dann ab in den Aufwärmraum und zahlreiche Glückwunsche entgegen nehmen. Gemeinsam sehen wir uns die Meisterschaft bis zum Schluss an. Aber mein Coaching Tag ist damit noch nicht zu Ende. Schon nach Lindas Vorwahl stehe ich im bewährten WhatsApp-Kontakt mit Leslie, die parallel ihre Quali auf der Meisterschaft in NRW hat. Zwischendurch telefonieren wir auch einmal und es ist schon schwer für mich, dass ich nicht bei ihr sein kann. Dann die glückliche News aus NRW: Leslie hat es in das A-Team geschafft, d.h. EM ist gebongt – WAH die 2.! Überglücklich tippe ich ihr eine rasche Antwort während mir die Tränen in die Augen steigen. Tränen der Empathie, Tränen der Freude und des Glücks, Tränen der Erleichterung und Tränen der nachlassenden nervlichen Anspannung. Bei all dem Stress, den wir mir Leslies Diät hatte – den ICH mit der Verantwortung dafür hatte, gibt es nun doch ein Happy End.   Wenn man dann abends heim fährt nach so einem Tag, und lässt alles noch einmal Revue passieren, dann ist man schon fast etwas selig. Man arbeitet monatelang auf Tag X hin und dann ist er *schnips* vorüber. Also Coach macht man eine wahnsinnige Achterbahn der Gefühle mit, ich möchte gar nicht wissen, was ich für Hormonausschüttungen hatte tagsüber. *lach* Sicher wird man mit den Jahren auch cooler, aber ich habe einfach zu viel Herzblut und bin vielleicht auch sehr dicht dran an den einzelnen Mädels, dass ich dann so sehr mit fiebere. 😉    

Das war ein kurzer Einblick in mein Leben als Coach für Euch, ich hoffe, es war spannend und hilft Euch als Athletin auch ein wenig zu verstehen, was die „andere Seite der Macht“ manches Mal durchmacht, mental und emotional. Es ist nicht immer leicht – aber es lohnt sich in vielerlei Hinsicht. Und zumindest ich kann es sagen: Es bereichert mein Leben (auch wenn es mich einige graue Haare kostet… *lach*).

_________________________________________________________   Lindas „Blickwinkel“ findet ihr hier in Bild und Text auf ihrer Athletenseite: https://www.facebook.com/LPommerenckMAXPREP?fref=ts