Der informative Blog, Teil 9: Der Selbstversuch: Ich nähe mir einen Wettkampf-Bikini (von Sabrina)

 

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Das bin ich – 100%.
Also…nicht, dass ich keine Anleitungen lesen kann oder mag.
Nein, es ist vielmehr so, dass ich mir Dinge gerne selber beibringe, ausprobiere und teste.

Nähen zum Beispiel. Habe ich nie gelernt.
Logo hatte auch ich eine Omi, die eine Nähmaschine hatte, und da hab ich immer mal zugeguckt und gestaunt.
Dann habe ich in einem Anfall von Größenwahn mein Abiball-Kleid aus Panesamt mit Muster nach einem ultra-extravagantem Schnitt von Burda versucht selber zu nähen.
Versucht muss hier betont werden, denn es wurde zwar ein Ganzes, aber getragen habe ich es nie und bin auch nicht zum Abiball – aber das lag nicht nur am Kleid. *lach*

 

Also… Nähmaschine habe ich und wie ihr wisst ja auch irgendwie viel zu viele Interessen.

Es lag also nah, mich mal an einem Bikini zu versuchen. Nach dem Motto „Das kann ich auch“.

Gesagt, getan.
Dazu benötigt man neben einem „Schnittmuster“ auch die Materialien.

Also bin ich erst mal zum örtlichen, sehr gut sortierten Karstadt gestiefelt. Aber die Probleme fingen schon damit an, dass ich nicht wusste, wie die Stoffart heißt, die ich möchte.
Glänzend und mit Elastananteil. Aha. Die Verkäuferin guckte etwas merkwürdig, als ich von Bühnenbikinis faselte – aber keinen Bademodenstoff wollte.

Also – zurück zu meinem Freund Google.
Siehe da, mit einige Tricks findet man raus: Zu gut deutsch heißt das, was ich suchte „Folienjersey“. Findet man häufig unter Karnevalsstoffen… aha… da gehört das wohl auch hin, Bühnenkostüm und Fasching und so. *lach*

Also habe ich mir einfach mal auf Verdacht ein paar Stoffe im Internet bestellt.

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Dabei lernen wir gleich Lektion 1: Was auf den Bildern toll aussieht, muss
a) im echten Leben nicht toll aussehen bzw.
b) sich nicht zwingend für WK-Bikinis eignen.

Viele meiner Probestoffe ließen bereits während der Verarbeitung „Federn“, im Sinne von verloren ihren Glanz oder gar Farbe.

 

Nun hat man also den Stoff.
Damit ist es aber nicht erledigt.
Passend zum Stoff braucht man Garn, einige Meter Gummiband in verschiedenen Breiten, dazu noch mögliche Verschlüsse für den Bikini und natürlich: Die Cups.

Mein erster Nähversuch war mit einem Triangel-Oberteil nach einem Schnittmuster aus dem Internet.
Und das kann ich Euch gleich sagen: Wenn Ihr nicht zufällig Silikonbrüste habt, dann vergesst das Thema Triangel direkt wieder.
Jede Naturbrust, die ich bisher am Ende einer WK-Diät gesehen habe, war bestenfalls noch etwas Haut. Das ist mies, geht uns aber allen so.

Also – woher bekomme ich diese Cups, auf die man dann quasi den Stoff näht?

Wieder hin zu Karstadt und dann doch wieder zum Freund Google… aber wonach sucht man da im Internet? Die richtigen Stichworte sind sicherlich hilfreich.
Aber noch hilfreicher ist meine liebe Freundin Elena Shporthun, die selber erfolgreiche Bikini-Designerin ist. (Shop: http://www.peter-freimuth.de/shop/ )

Sie hat mir also freundlicherweise einige paar von diesen Cups verkauft. A und B/C.

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Nu saß ich also mit allen „Zutaten“ vor meinem Schnittmuster und dann ging es los.
Einfach Augen zu und durch….-geschnitten, den Stoff jetzt.
Das allein ist schon gar nicht so einfach – erst mal das Schnittmuster übertragen (aka entweder aus Pappe ausschneiden oder Papier festpinnen) und dann muss man da mit einem möglichst unsichtbaren Edding oder Kreide oder so was auf dem Stoff malen – und hinterher die Linien erkennen und gut = passgenau ausschneiden. Ach ja… und den Futterstoff auch noch, der muss da auch noch reinpassen, exakt geschnitten sein.
Ja ne, is‘ klar. *schwitz*

Alleine das alles – Muster festpinnen, Malen, ausschnibbeln, hat bei mir immer über eine Stunde gedauert – und da war noch nichts genäht.

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Und dann  das Gummiband (damit es hinterher gut sitzt) einarbeiten, mit den Pins, und beim Nähen in Form ziehen… waaaaah – dann war die eine Seite mehr gerafft als die andere am Beinausschnitt, alles wieder auftrennen.
Dann war das Gummiband gefühlt 2 mm zu breit für den Stoff und nu passte der Schnitt nicht mehr – wieder alles auftrennen… ist ja nicht so, dass das nicht nervt. 😉

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Erwähnte ich schon, wie schei** fummelig das Nähen der Bänder ist? Also Bänder für die Oberteile zum festschnüren? Da muss man den Stoff in gleichmäßige Bahnen schneiden und dann um den Gummizug wickeln, festpinnen und ebenso festnähen… wenn man da Millimeter verrutscht dann kommt der Stoff hoch weil die Naht nicht greift, dann hat man da gleich an der Stelle eine Doppelnaht – WAAAAH.

 

Insgesamt muss ich sagen: Das Schnittmuster aus dem Internet war für den „Popo“. Das ist nicht böse gemeint und vielleicht liegt es auch an meinen Nähkünsten, aber das passte hinten und vorne nicht (jawohl, weder am Po noch an der Brust bzw. die Vorderseite des Höschens war auch viel zu weit ausgeschnitten… 😮 )

https://www.youtube.com/watch?v=m1joBnTgU8A

 

Das sieht alles so einfach aus, aber glaubt mir: Das ist es nicht!
Auch nach einigen Versuchen mit dem Schnittmuster habe ich es sein gelassen.

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Gottseidank habe ich liebe Freundinnen (Danke Katl und Svenja), die geduldig alle meine „Tests“ anprobierten und mir berichteten… aber wir haben gemeinsam auch viel gelacht.

 

Nun also habe ich eine andere Freundin (danke Leslie!) überredet, mir ihren „alten Bikini“ zu leihen, damit ich mir aus diesem ein Schnittmuster anfertigen kann.
Das Oberteil hatte ich Dank der Cups von Elena relativ schnell raus, aber die Hose blieb ein Problem.
Und wie macht man aus einem Bikini ein Schnittmuster?
RICHTIG – man tötet ihn aka man trennt ihn auf… ganz billige Methode… also billig, wenn man einen alten Bikini hat. Nicht billig, wenn man extra dazu einen Neuen kaufen muss. 😉

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Auch das habe ich danach gemacht, nachdem ich mit dem Muster vom „toten Bikini“ nicht happy war, habe ich mir einen Blankobikini bestellt und den aufgetrennt… was tut man nicht alles…für die Kunst. *lach*

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Und dank der Cups von Elena klappte es nun auch mit dem Oberteil…wenn auch nicht ohne Fluchen und Fummeln:

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Und zwischendurch immer mal schielen auf die fertigen Objekte der Begierde…wie die so aussahen und vor allem: wie PERFEKT die Nähte waren…
Und das kann ich Euch erzählen… so eine Naht gerade hinzubekommen mit einem elastischen Stoff und Gummiband da drin, das ist Kunst. In Großbuchstaben. K-U-N-S-T!

Ich habe allerhöchsten Respekt vor Elena und den anderen Schneiderinnen, die das tagtäglich machen.
Logo, auch da wird man mit der Zeit/Routine sicherlich besser, aber bitte… auch nach 5 fertigen Bikinis war ich am verzweifeln… und hätte das eine oder andere Teil am Liebesten in die Ecke geworfen…oder verbrannt.

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Nun also hatte ich einen fertigen Figurbikini mit zwei verschiedenen Hosen fabriziert, mein mittlerweile 3. Bikini. Und das sah auch einigermaßen annehmbar aus… Wer mich kennt, weiß wie hoch mein eigener Anspruch ist.
Der ist einfach höher als meine Nähkunst. Und ich war und bin mit den Nähten nicht zufrieden, auch wenn das auf der Bühne kein Mensch sehen wird, ich WEISS es.

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Das war die Episode Figurbikini.
Aber damit wollte ich es nicht auf sich beruhen lassen, ne. Oberteil konnte ich ja nun, also muss nur noch das Bikinihöschen her.

Auch hier wieder habe ich – ganz pragmatisch – einen günstigen Bikini meines bevorzugten Designers bestellt und dieses als Schnittmuster verwandt. Ob das jetzt schon als „Klauen/Kopieren“ gilt, weiß ich nicht. Aber ich möchte hier schonungslos offen mit Euch sein. 🙂

Aber mit dem Schnitt ist es in der Bikiniklasse ja nicht getan.
Also: Woher bekommt man Connectoren??
Mittlerweile kann ich auch hier sagen: Elena Shporthun!
Damals habe ich versucht, selber welche zu finden.
Da bleibt einem dann die Wahl zwischen EBAY, Etsy (USA) oder Alibaba, Direktbezug aus China. Da muss man dann halt nur so Mengen ab 100/200/500 Stück kaufen… aber wer braucht 200 Connectoren, wenn er nur mal ein oder zwei Bikinis nähen will? Ich wollte das nicht als Vollzeitjob machen, sondern „nur mal so“…

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Also… Elena war wieder die Lösung und so entstand dann dieses hier.

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Also.
Ich kann sagen: Ich kann mir einen eigenen Wettkampfbikini nähen, ob nun Figur- oder Bikiniklasse.

Die viel wichtigere Frage ist aber: Rechnet sich das?

Meine Antwort lautet: Nein.

 

Ich mache hier für Euch mal die einfache Rechnung:

Nähmaschine??
Stoff:  bis man den Richtigen hat:  50 – 100 € (kein Witz)
Materialien (Schere, Gummibänder etc.): 30-40 €
BH-Cups (-schalen): 12,50 €
Connectoren: mind. 40 €
Muster:
-in meinen Augen unbrauchbar bei Etsy: 10 € )https://www.etsy.com/shop/JodiLaneDesigns)
– Bikinis kaufen und auftrennen:  mind. 80 €
– verlorene Nerven, bis das Ding gut aussieht:  unbezahlbar
– Zeitaufwand: Ohne Routine mehrere Stunden/Tage

 

 

Für mich hat sich das nicht gerechnet.
Da beauftrage ich lieber einen Profi und lasse mir das perfekte Teil liefern ganz ohne Stress.

 

Wer von Euch aber nähtechnisch sehr begabt ist und ggf. bessere Kontakte hat als ich was die Materialien angeht… man kann es schaffen. 😉

 

Ich werde mich in Zukunft eher an den Glitzer halten… das macht mir mehr Spaß 😉

 Eure Nixe Sabrina

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Malen nach Zahlen…. (von Sabrina)

 

„Bevor man mit dem Malen beginnt, muss man Herz, Hand und Gedanken in der Pinselspitze haben.“ Chi Po Shi

  Wenn wir klein sind, wollen wir alles Mögliche werden. Ich erinnere mich an Berufswünsche wie „Meeresbiologin“, „Sängerin“, „Kfz-Mechanikerin“, „Dolmetscherin für Japanologie“, „Romanautorin“ – aber auch an Dinge, denen ich in meinem Leben näher gekommen bin als nur dem Wünschen: „Sportjournalismus“ und „Visagistin“. Wie viele Mädchen habe ich eine absolute Schwäche für Makeup und Haare. Ich habe schon früher Freundinnen Schminktips gegeben, dann mal einen Makeup-Kurs besucht und später angefangen, Aline und andere Starterinnen für Wettkämpfe oder Shootings zu stylen. Hier möchte ich Euch nun einen Mini-Blick hinter die Kulissen eines Wettkampfes gestatten, denn viele sehen nur das Endprodukt – ob auf der Bühne oder auf Bildern im Internet. Aber was da wirklich dahinter steckt, glitzernd und strahlend auf der Bühne zu stehen, das wissen nicht alle.   Also, der große Tag ist da. Was da vorher alles läuft, von wegen Ganzkörper-Rasieren (ihr glaubt gar nicht, wie viel  Haare/Flaum ihr überall am Körper habt bis ihr einmal seht, wie Farbe auf diesem Flaum aussieht *lach*) lasse ich jetzt mal aus. 😉
*EDIT 2017: Mittlerweile würde ich sagen, es reicht Beinen, Achseln und Bikinizone zu rasieren – oder zu waxen. 🙂
Farben wie TopTan verzeihen den Flaum und trocknen auch damit einfach weg.
Besser als sich ganze Fleischstücke aus dem Ellenbogen zu rasieren hahahhah

Gleiches gilt für Haare, möglicherweise Verlängerung oder Färben, Fingernägel, Fußnägel, Wachsen/Peeling – all das ist irgendwie selber erklärend – oder ein Fall für einen Extra-Blog.   Also: Üblicherweise fängt der Betreuer schon am Tag vorher an, Farbe aufzutragen. Das hängt natürlich auch vom Produkt ab. Und dann geht’s am Morgen ganz früh los. Es gibt eine Vorwahl und ein Finale, die Vorwahl startet meistens so gegen 10:00 Uhr, dann mit den Mädchen-Klassen: Bikini, Figur und Bodybuilding. Und damit man zeitgerecht hübscht auf der Bühne stehen kann heißt es: Früh aufstehen! Ich habe das schon in zwei Varianten gemacht: Vorher bei Aline in Kiel übernachtet, Meisterschaft war damals auch in Kiel, dadurch hatten wir einen entspannten Tag ohne viel Fahrerei (ähnlich einer Deutschen Meisterschaft, wo man ja schon tags zuvor im Hotel anreist und dort übernachtet, also alle „vor Ort“ sind). Aline hat bei Ihrer letzten DM-Teilnahme ein kleines Video gedreht, damit Ihr einen Eindruck bekommt.   https://www.facebook.com/video/embed?video_id=2223754565221   Genauso läuft es ab: Als Stylist/Betreuerin/Freundin steht man so gegen 5/6 Uhr auf und huscht schnell zur Freundin. Mit dabei ein Koffer voller Malsachen: Makeup, Lidschattenpalette, Pinsel, Glitzer, falsche Wimpern, Haarspray, Lockenwickler, Glätteisen – you name it. Auf der Bühne gilt „mehr ist mehr“ und deshalb lang ich persönlich gern mal tief in die Trickkiste.   So sieht das dann im Zimmer aus *lach*   IMG_6539   IMG_6538   Neben dem nochmaligen Farbauffrischen geht’s dann an den perfekten Look. Erst die Haare auf Wickler drehen, dann mit dem Makeup anfangen. Dabei darf man nicht vor starken Farben zurückschrecken.   Der Körper hat im Zweifel einen schönen Nutellabraun-Ton angenommen und da darf das Gesicht natürlich nicht mit dem normalen Tagesmakeup daher kommen. Nicht nur sieht es schrecklich aus, wenn man so einen weiß aufgeschraubten Kopf hat, sondern das Bühnenlicht schluckt auch gemein viel Farbe. Natürlich bieten einige Farbhersteller (z.B. JanTana) ein passendes Makeup zum Tanningprodukt an, welches ich selber getestet und für gut befunden hab. Es geht aber auch „einfacher“:   Manhatten Makeup im Farbton Bronze, darüber ein Bronzepuder und gut ist die Grundierung.   100_0807     Dazu kann ich nur raten, in eine günstige Lidschattenpalette (Ebay oder Amazon) zu investieren und dann ruhig zu kräftigen Farben zu greifen. Orientiert Euch an Euer Bikinifarbe oder wählt eine Kontrastfarbe – wichtig ist nur, dass Ihr Euch wohlfühlt. Dann noch ein paar falsche Wimpern, einen kräftigen Lippenstift (rot oder pink, alles geht) und ab geht die Post. Zum Schluss die Haare fertig. Ob nun lockig oder glatt, hochgesteckt oder offen, geflochten – testet aus, was Euch am besten gefällt. Ich persönlich bin großer Fan von offenen und lockigen Haaren – aber nach der Vorwahl bei der letzten DM waren meine Haare von der Farbe so strähnig, dass ich sie „notgedrungen“ halb hochgesteckt habe zum Finale – und die Frisur sah so viel besser aus als nur offen. 😉   33972_10150835086363583_1079172443_n     Dann noch Bikini anziehen, festkleben (ja, der wird festgeklebt, am Po!), wahlweise schon in die Schuhe schlüpfen oder in die Flipflops, etwas leichtes überwerfen und ab geht’s Richtung Aufwärmraum/Backstagebereich.   Das alles hört sich nach 5 Minuten an, in Wahrheit dauert es aber 1-2 Stunden und ist für mich – ambitionierte Laie meets Perfektionist – ein Hochleistungssport. 😉 Frühstück kann man meistens vergessen, Trinken hab ich mir auch abgewöhnt. *lach*   Backstage geht’s noch einmal weiter mit etwas Farbe auffrischen, Glanz auftragen, noch mal Makeup und Haare kontrollieren, Mut zusprechen und ab geht’s für die Mädels auf die Bühne.   Selbst wenn ihr nicht so eine durchgeknallte Freundin wie mich habt gibt es viele Möglichkeiten. Mittlerweile werden auf vielen Meisterschafte professionelle Stylings angeboten, die man im Vorwege buchen kann. Haare, Makeup und/oder Tanning – alles dabei. Sehr entspannte Lösung – kostet dafür ein paar Euro. Mich persönlich aber entspannt es immer sehr, wenn ich mich selber schminke. Das hat etwas meditatives für mich. Andere lieben es, wenn sie „betüddelt“ werden. Da muss jeder seinen Weg finden.   Hier das Mal-Ergebnis nach der Vorwahl:   Makeup3     Aline vor der Kieler Meisterschaft 2011:   Makeup2       Oder mein eigenes Makeup bei der letzten regionalen Meisterschaft:   Makeup1     Abschließend kann ich nur eine Freundin zitieren (weil ich diesen Spruch für mich selber auch entdeckt habe):   Wenn das Makeup nach „Fasching mit Olivia Jones“ oder „billiger Strassenhurenlook“ aussieht, ihr Euch so nie raustrauen würdet – dann ist es genau richtig. 😀      

„Wird sich das auch alles auszahlen?“ (von Sabrina)

„Wird sich das auch alles auszahlen?“

Diesen Satz hörte ich neulich im Zusammenhang mit den Erwartungen und Hoffnungen an eine erste Wettkampfvorbereitung. Und er lässt mich nicht los seither.

Wieso entschließen sich Menschen, auf die Bodybuilding-Bühne zu gehen? Wochenlang Diät zu halten, die zum Ende hin meist sehr eintönig ist, hartes Training bis an die Grenzen und darüber hinaus, völlige Unfähigkeit am „normalen“ Sozialleben teilzunehmen weil man
a) zu kaputt,
b) zu fokussiert und
c) unleidig
geworden ist. Warum „tut“ Mensch sich das an?

Fange ich doch bei mir an: Warum habe ich mir das angetan?

Ich trainiere, seitdem ich 18 bin.
Training hat mir schon immer Spaß gemacht, ich mag da gern Vollgas geben und meine eigenen Grenzen neu ausloten. Der schwierige Teil war eher die Ernährung – ich esse zu gern (keine Neuigkeiten für meine Blogleserinnen und –leser).

Als ich anfing, da gab es keine Klasse für mich. Frauenbodybuilding schien mir unendlich weit weg. Klar habe ich genauso trainiert und fand die Poster im Studio von Anja Langer auch umwerfend, aber mich selber fand ich immer „zu wenig“ von der Muskulatur her. Dann wurde die Fitness-Leistungs-Klasse eingeführt. Das war schon spannender. Allerdings habe ich null akrobatischen/turnerischen Background und ich bin auch sowas von steif, einen Spagat krieg ich nicht mal in den kühnsten Träumen hin. Also war die neue Klasse mit den Anforderungen an die Kür nichts für mich.

Trotzdem habe ich weiter trainiert, bin auch weiterhin mit Freunden zu Meisterschaften gefahren und habe die Mädels bewundert. Und klar war ich auch neugierig, ob mein Training wohl auch so einen Körper zaubern konnte bzw. was schon da war. Spätestens als mein damaliger Partner selber startete und ich das hautnah miterlebt habe begann es auch in mir zu kribbeln. Aber ich habe mich klein reden lassen von anderen, habe meiner eigenen negativen inneren Stimme und diesen anderen Leuten geglaubt, dass ich nicht „das Zeug dazu habe“. Und habe den Traum vom Glitzerbikini on stage wieder in die untere Schublade getan.

Selbst als die Figurklasse eingeführt wurde – MEINE Klasse – habe ich diesen Traum nicht wieder rausgekramt, Auch nach Partnerwechsel und neuem Umfeld nicht.

Doch es gibt zwei Momente, zwei ganz wesentliche Augenblicke, die das alles geändert haben, 2009:

Der eine Moment war jener, in welchem ich eine erfolgreiche Athletin live im Studio erlebt und festgestellt habe, dass sie kein Übermensch oder perfektes Modell aus der Zeitung war, sondern ganz normal. Und als ich da so neben ihr stand habe ich gedacht: „Wenn sie das kann, dann kann ich das auch!“

Also kramte ich meinen Traum wieder aus der Schublade und fing an, nur für mich, mal etwas abzunehmen, mehr auf die Ernährung zu achten. Es daheim einmal laut auszusprechen (was für mich einen riesigen Schritt bedeutete).

Der zweite Moment war der erste Formcheck im Studio mit Olaf Peters, dem ersten Fachkundigen, der mich außer meinem Lebensgefährten im Bikini zu sehen bekam.

Und die Reaktion zaubert mir heut noch ein dickes Grinsen ins Gesicht. Denn sie trieb all die kleinen negativen Gedanken davon, klebte dem Neinsager in mir ein dickes Heftpflaster auf den Mund. Olaf war überzeugt von mir, von meiner Chance mich gut platzieren zu können. Das alles war mir damals nicht so wichtig. Klar, man macht das nicht um Letzter zu werden (und ich wurde Letzte bei meinem ersten Start), aber mir ging es in erster Linie um das „Machen“, darum es mir selber und den ganzen anderen Nein-Sagern da draußen zu beweisen.

Es waren spannende Wochen, harte Wochen. Trainingssessions mit Weinen vor Erschöpfung und Bestleistungen trotz Diät. Es gab zum Ende hin Momente, wo ich mich 10 Min. selber motivieren musste um von der Couch aufzustehen und zur Toilette zu gehen. Und tolle Momente, wie das erste Mal eine Ader auf der Schulter zu sehen, das erste Mal mein Sixpack zu sehen oder überhaupt zu erkennen, dass ich eine gute Körperstruktur habe unter all den Kurven, die ich sonst mit sich herumtrage. 😉

 

Zurück zum Anfangsgedanken: „Wird sich das auch alles auszahlen?“

Ich sage: „Es kommt darauf an!“

Auf Deine eigenen Erwartungen an die Vorbereitung.
Definiere „auszahlen“.
In finanzieller Hinsicht zahlt sich da gar nichts aus. Im Profibodybuilding auf den Top3-Plätzen beim Top-Wettkampf vielleicht. Ansonsten zahlt man nur drauf. Gutes Essen ist auf Dauer doch etwas teurer als Tiefkühlpizza. Dazu die guten Supplemente (ich selber bin z.B. extrem wählerisch mit meinem Eiweiß). Und von den Kosten für Haare, Makeup, Nägel, Farbe, Schuhe, 2. + 3. Paar Schuhe, weil Frau sich nicht entscheiden kann, Bikini und 2. Bikini für die Vorwahl und dann noch der endlose Glitzer für den Bikini (selbst ich, die das ja nun immer selber macht, hab da ordentlich Geld gelassen für Unmengen an Strass – weil ich es so gerne wollte).

Zahlt es sich aus in sportlicher Sicht?

Das kommt darauf an. Man lernt viel über seinen Körper, wie er funktioniert. Die meisten essen das erste Mal wirklich nach Plan und merken, dass sie vorher scheinbar doch viel falsch gemacht haben. Ich hasse Cardio – auch in der Diät, aber ich liebe Plyometrics und so habe ich das für mich genutzt. Es ist auch toll zu sehen, was sich alles tut und verändert, am Ende wirklich mal zu sehen was „darunter“ ist, was man sonst versteckt mit sich herumträgt. Natürlich wird das nicht jedem gefallen. Aber man ist so auf sich fokussiert, dass das egal ist.

Und der Wettkampf?
Über die Platzierungen entscheidet ein Kampfgericht. Als Athlet und auch als Coach hat man ja einen bestimmten Look im Kopf, den man anstrebt. Und natürlich gibt es Wettkampfregeln, an die man sich hält – von Verband zu Verband verschieden. Aber was dann letztlich gerichtet wird am Tag X, das hängt von so vielen Faktoren ab. Seid nicht enttäuscht, wenn ihr nicht gleich Deutsche Meisterin werdet. Das schaffen die wenigsten im ersten Anlauf. Klar möchte niemand Letzte werden – aber auch das überlebt man. 😉 Ich wurde platziert, war im Nachhinein zufrieden mit den Plätzen – aber nicht mit meiner Form. Aber an der kann man ja weiter arbeiten.
Zahlt es sich aus in emotionaler Hinsicht?

Das muss man von zwei Seiten betrachten.
Die eine Seite ist das Zwischenmenschliche. Ich habe „Freundinnen“ durch die Diät verloren, weil sie es nicht verstanden haben, mich nicht unterstützt bzw. dauerhaft boykottiert haben, neidisch waren. Ich habe bei anderen festgestellt, wie sehr sie hinter mir stehen. Man lernt also viel über Menschen im Umfeld.
Auch in der Partnerschaft gibt es zwei Seiten. Der Partner hat entweder Verständnis und unterstützt einen im Idealfall (meinem Fall) oder auch er zeigt eine negative Haltung und man findet sich zusätzlich zum Diätstress auch noch im Beziehungsstress wieder (im Freundeskreis erlebt, mehr als einmal).
Die andere Seite ist man selber. Diese Diät macht einen entweder nur müde und kaputt, oder zickig. Ich habe beides erlebt. In meiner ersten Diät war ich eigentlich nur glücklich, dass ich diesen Traum endlich wahrmachte – dazu dann halt dauerkaputt. In der zweiten Diät kamen diverse äußere Faktoren hinzu und ich war eine ganz schöne Zicke.
Leider muss das dann in den meisten Fällen der Partner aushalten. Klar ist jeder Athlet dankbar, aber nicht immer kann man das zeigen (*Randnotiz: Sagt Eurem Schatz ruhig öfter, dass ihr dankbar seid!!).

Was die emotionale Ebene mit mir selber angeht habe ich wirklich viel über mich gelernt.
Sowohl in der ersten als auch in der zweiten Diät.
Dinge wie:
-was ist mir wichtig
-was ist mir wirklich wichtig
-was will ich im Leben und
-was will ich nicht
Man muss sich mit alten Verhaltensmustern auseinandersetzen.
Man lernt Prioritäten zu setzen und auch etwas durchzuziehen, bis zum Ende.
Man lernt beißen und weitermachen, nicht aufzugeben.
Man lernt, dass eine Tafel Schokolade in 10 Sekunden inhaliert werden kann, man sich hinterher aber nur schlecht fühlt.

Was es mir wirklich gegeben hat ist Stolz.
Ich habe mir einen Traum erfüllt. Ich habe es allen gezeigt, die an mir gezweifelt haben – sogar zweimal mittlerweile.
Ich habe mein Talent entdeckt und freue mich sehr darüber, dass ich diese Sache, die ich liebe, auch noch gut kann.
Ich mag es auf der Bühne zu stehen, muss da nicht künstlich grinsen weil ich happy bin.
Ich mag den Weg dorthin. Vielleicht nicht jeden Augenblick, aber den Großteil der Momente.
Ich mag es wie sich mein Körper verändert. Ich mag die Reise dorthin, der Weg war für mich das Ziel – wortwörtlich.
Mag es wie Wochen der Arbeit in 2 Minuten auf der Bühne gipfeln.
Mag das Gefühl backstage mit den Mädels, abklatschen wenn man runtergegangen ist.
Das Herzklopfen beim Blick auf die Finalliste. Das Hoffen auf die Platzierung.
Mag die Freundschaften, die entstehen. Mag das Klassentreffengefühl jedes halbe Jahr auf den Meisterschaften.

 

Also: „Wird sich das auch alles auszahlen?“
meine höchstpersönliche Antwort lautet: „JA!“

Du kannst alles schaffen, wenn Du es willst. – Du musst es aber tun!

 

und das Wichtigste, das ALLERWICHTIGSTE, was ich allen mitgebe, die mich um Rat fragen:

„Hab Spaß dabei!“

 

 

Aber denkt jetzt nicht, dass das alles mit dem Augenblick auf der Bühne vorbei ist. Eigentlich geht es direkt danach weiter. Leider auch mit den nicht so tollen Seiten – aber dazu mehr in einem anderen Blog.

 

Arroganz? (von Sabrina)

„Der stärkste Trieb in der menschlichen Natur ist der Wunsch, bedeutend zu sein.“
John Dewey

 

Vorletztes Wochenende war die internationale Deutsche Meisterschaft des DBFV in Bochum.
Die Szene ist klein, überschaubar, man trifft meistens die gleichen Menschen auf diesen Wettkämpfen – und auf die meisten freue ich mich jedes Mal sehr, uns verbindet viel.
Wir alle haben eine Leidenschaft, die fürs Eisen. Gar nicht zwingend für Bodybuilding-Wettkämpfe, aber „pumpen“ mögen wir alle.

Vor Ort war ich hauptsächlich als „Sternchen“ für das Team-Andro unterwegs für Interviews und Berichterstattung.
Dabei ist mir eins dieses Mal sehr bewusst geworden: Ich mache das jetzt seit 2 Jahren und auf einmal kennt Dich jeder. Mich grüßen Leute, die ich bei Facebook in der Freundesliste aber noch nie zuvor live gesehen habe, mich sprechen Leute im Fahrstuhl an, die ich wegen Wettkampfform und Farbe kaum erkenne.
Kaum einer weiß, dass ich Sabrina heiße, aber das ist ok: ich bin das Sternchen.
Und das bin ich gerne. Es ist mein Internet-Alter Ego. Mit diesem stehe ich dann vor der Kamera und versuche mir nicht zuviele Gedanken über die obligatorischen negative Kommentare zu machen. Und mit diesem bin ich sehr aktiv, bei Facebook und Team-Andro, die Leute kennen mein Gesicht, ich bin für sie real.

Gerade bei Facebook, aber auch im örtlichen Fitnessstudio fällt mir dabei immer öfter etwas auf bzw. ich höre es in Gesprächen mit anderen Athleten: Es gibt „Fans“. Fans der Szene, Fans von muskulösen Körpern, Amateurathleten, Fans die ein Teil des Ganzen sein wollen.

Wer von uns kennt sie nicht, das sind die Leute die immer alle Zeitungen gelesen haben und alles wissen, jedenfalls reden sie ohne Pause. Aber es gibt auch andere, die stillen Fans.

Gerade in Wettkampfdiät, wo man dünnhäutig ist, nervt sowas gern mal – ich habe mir in der letzten Diät überdimensional große weiße Kopfhörer gekauft um in Ruhe trainieren zu können (ohne jemanden zu fressen).

Aber jetzt, wo ich nicht mehr auf Diät bin und mal genau hinhöre, wie andere über diese „Fans“ denken, habe ich mir so meine Gedanken dazu gemacht.

Diese Leute wollen gerne dazu gehören.
Aber wozu eigentlich?
Zum Kreis der Starter, zur vermeintlichen „Elite“ des Bodybuildings, zum harten Kern der Szene in Deutschland.
Und wir haben viele Newcomer gesehen diesen Herbst, Männer und Frauen. Immer mehr trauen sich diesen Schritt zu wagen – oder auch nur eine Meisterschaft zu besuchen.
Ich für meinen Teil hatte sehr großes Glück. Gleich mein erstes Studio war ein Wettkampfstudio, der Inhaber selber Starter. Dort bin ich mit 18 reingelaufen, hab ihm gesagt „ich will Bodybuilding machen“ und er hat mich lächelnd empfangen mit „Na das wollen wir mal schauen, aber komm erst mal rein“. Herrlich. Dafür bin ich Hansi jetzt noch dankbar. 😉

 

So hatte ich aber den Vorteil, dass ich gleich in der Szene drin war. Es ging unmittelbar zum ersten Wettkampf gleich mit, es gab Starter im Studio, alles ging sehr familiär zu und ich wurde auch von allen freundlich an die Hand genommen. Dieses Glück hat nicht jeder – die großen Ketten interessiert sich für Gewinn und nicht für das Zusammengehörigkeitsgefühl der Mitglieder.

Jahre später, nach diversen Umzügen und Studiowechseln, stand ich bei meinem Traumstudio nach fünf herrlichen Jahren auf einmal vor verschlossener Tür: Aus, vorbei, dicht wegen Insolvenz.

Und ich habe ernsthaft geweint.
Geweint um die vielen guten Stunden, die Studio-Familie und mein 2. Wohnzimmer.

Man merkt plötzlich was es heißt heimatlos zu sein.
Und natürlich will man weiter da trainieren, wo es „Szene“ gibt. Und dann merkt man auf einmal: WIR sind die Szene.
Denn egal wo meine bessere Hälfte und ich hin kamen, wir waren auf einmal „die Szene“, Ansprechpartner, und ich habe zum ersten Mal gemerkt, dass es diese „Fans“ gibt.

Ich versuche immer freundlich und höflich zu sein, halte mich selber für hilfsbereit. Aber auch ich habe schon manches Mal über so manche Frage innerlich gestöhnt.
Und aus den Gespräche mit anderen weiß ich: Andere stöhnen sogar laut…

Aber ist diese Arroganz nicht gefährlich?
Warum aber sind so viele Athleten genervt von diesen Fans?
Sind wir denn was Besseres, nur weil wir schon einen Pokal daheim haben?  Wen interessiert dieser Pokal denn wirklich? Hat er uns zu einem anderen Menschen gemacht?  Haben wir alle schlicht vergessen, wie es damals war? Als wir mit dem Sport angefangen haben?
Wurden wir damals nicht mit offenen Armen aufgenommen in die Bodybuilding-Familie?

Zu mir war die „Szene“ immer offen und nett. Natürlich gibt es überall im Leben immer auch Menschen, die man nicht so mag, aber wie schon geschrieben: Es ist jedes Mal wie Klassentreffen, wenn wir uns halbjährlich alle sehen…

Deshalb werde ich auf künftig versuchen es so zu halten.
Werde für Fragen offen sein und bin mir auch nicht zu schade dem 20. Mädel zu erzählen, wo es die besten Schuhe gibt… 😉
Ganz im Gegenteil – gemeinsam mit Aline habe ich schon einen Workshop zum Thema gemacht und habe bei Facebook eine Gruppe für diese Fragen ins Leben gerufen:  Bikinibörse

 

Denn damals gab es eine, die mich so behandelt hat, und andere, die so offen zu mir waren. Und deshalb bin ich jetzt da wo ich bin.
Und wenn ich ganz am Ende nur einem Mädchen, nur einem Jungen weiterhelfen kann, seinen Traum zu leben, sie oder ihn sehen kann auf der Bühne oder glücklich im Studio, dann kann ich doch nebenbei auch noch sicher sein, dass das alles aufs Karmakonto geht.

 

Wie also kann das verkehrt sein?

…denkt mal drüber nach.

 

 

Huhn „satt“ (von Sabrina)

Kennt ihr das?
Ihr seid im Supermarkt, habt Eure schlaue Liste dabei.
Daheim habt Ihr Euren Wochenplan ausgearbeitet, wisst genau wie viel Huhn, Eier, Quark, Reis, Gemüse etc. ihr kaufen wollt und all das landet auch brav in Eurem Einkaufswagen.
Stolz tragt ihr alles heim, macht Euch dann ans Kochen und ab damit in die Tupper.

Wenn ihr dann in der Firma seid, starrt Euch das (er) kalte (tet) Grauen an:

Huhn mit Broccoli
oder
Huhn mit Salat
oder oder…

und auf einmal ist Euer Plan nur noch ¼ so attraktiv wie daheim auf dem Papier.

Das böse Facebook macht es auch nicht besser: Jeden Tag könnt ihr es da sehen.
Also ICH sehe es, bei meinen zahlreichen FB-Freunden, die entweder auf Wettkampfdiät sind oder einfach gerade nur auf einer Motivationswelle und sich gut ernähren. All diese Fotos von gesundem Essen – wer will uns eigentlich erzählen, dass trockenes Huhn mit grünen Bohnen natur lecker ist? Also wirklich lecker?
Schon klar, es geht um Nährwerte. Essen ist halt nur Nahrung… oder irgendwie sowas kommt dann.

Und dann die Bilder aus der USA, von den Athletinnen und Fitnessmodels, die ihr Geld damit verdienen, jederzeit in Form zu sein für das nächste Fotoshooting. Perfekt gephotoshopt mit tollen Motivationssprüchen.
Ich selber poste diese Bilder zu gern. Und natürlich behaupten die alle öffentlich, dass sie gern auch mal einen Hamburger essen bzw. gar nicht auf ihre Ernährung achten… 

Ja ne, ist klar.

Wir alle wissen doch, wie die Wahrheit aussieht:

Abs are made in the kitchen

Ist auch so. Nach zwei Wettkampfdiäten weiß ich das, die Diät macht  gut 85% der Form, und ich habe in der Zeit mehr Huhn gegessen als mir und so manchem Tierschützer lieb ist.
Aber wenn ich in den Spiegel gucke weiß ich: Es gibt einfach Phasen, da kann ich kein Huhn mehr sehen, egal wie lecker es angerichtet ist. Ich habe es „satt“!

Das Gleiche gilt für „nach Plan essen“, mein armer Coach Spiros.

Ich hab es echt versucht.
Eine Zeitlang geht es, dann wieder nicht.
Und ob nun mein Schweinhund Walter Schuld hat, oder die lange Diätphase, der Jobstress oder einfach das Leben: Manchmal geht es einfach nicht. Manchmal WILL man einfach nicht. Punkt.

Und dann denkt man sich „Verdammt, ich habe das doch schon mal gemacht, sogar ZWEImal“… und trotzdem, der Kopf will (noch) nicht wieder.
Man fühlt sich irgendwie unter Druck, weiß man doch, wozu man fähig ist, was für ein Potential der eigene Körper hat.

Wer von Euch das schon einmal gemacht hat, kennt es: Ob nun Diät für den nächsten Badeurlaub, die Hochzeit der Freundin oder für einen Wettkampf: Das Ziel ist erreicht – und was nun? Da ist auf einmal dieses Loch und der Antrieb irgendwie… weg.

Einfach wäre es sich ein neues Ziel zu setzen – aber ich habe keins.
Und ich möchte gar keins.
Im Moment mag ich Leben. Und dazu gehört auch Essen.

Und scheinbar gehört dazu kein Huhn…
Wie schon Eingangs geschrieben: das Huhn könnt ihr irgendwann nicht mehr sehen, versprochen. 😉
Also versuche ich loszulassen, diesen inneren Druck, mich wieder einzufinden im Leben, denn

„Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen.“
John Lennon