Der informative Blog, Teil 14: Verbände in Deutschland – Unterschiede und Hintergründe

Quelle: https://pixabay.com

 

Wer, wie, was, wann, wo, warum???
Immer wieder stehen junge Frauen und Männer vor der Frage: Welchen Verband soll ich wähle? Und welche Unterschiede gibt es dabei? 

Ähnlich wie beim Boxen gibt es für Bodybuilding-Begeisterte quasi die Qual der Wahl. 

Allein in Deutschland sind aktuell diverse Verbände aktiv, aber wenn man den Blick noch weiter öffnet ins Ausland gibt es noch mehr Alternativen. 

 

Als Einstieg möchte ich zunächst kurz auf die Ursprünge des Wettkampf-Bodybuildings eingehen: 

Die Geschichte des Bodybuilding 

Grabmalereien, die man in Ägypten entdeckte, deuten darauf hin, dass Bodybuilding schon vor Jahrtausenden betrieben wurde. Auf den Malereien sollen ägyptische Frauen und Männer bei einer Art Krafttraining zu sehen sein, welches auf Grund der verwendeten Hilfsmittel durchaus mit dem heutigen Bodybuilding zu vergleichen ist. In Europa verfügten die Völker des heutigen Griechenlands schon vor ungefähr 4000 Jahren über ein eindrucksvolles Wissen rund um die Beschaffenheit des menschlichen Körpers und seinen Muskeln. In speziell errichteten Trainingsanlagen, den so genannten Gymnasien, betrieben die griechischen Athleten Kraftsport und Bodybuilding, um sich auf bevorstehende Wettkämpfe vorzubereiten. Für ihr Training verwendeten sie, genau wie die Bodybuilder heute, verschiedenste Gewichte und Hanteln.

Wohl der Grundstein des modernen Bodybuilding-Wettkampfes: 

Der 1867 geborene Friedrich Wilhelm Müller, alias Eugen Sandow, übernahm die Vorreiterrolle des Kraftsports, insbesondere des Bodybuildings.
Müller trat in ganz Europa in Bühnenshows auf, wo er Eisenstangen verbog und ein Elefantenbaby und ein Pferd stemmte. Diesen Aufführungen verdankte der Kraftsport seine schnell zunehmende Popularität. Am 14. September 1901 veranstaltete Sandow in London unter dem Titel „The Great Competition“ den ersten großen Bodybuilding-Wettbewerb.
Eugen Sandow mimte vor Fotografen die Posen antiker Statuen. Mehrere Posen Sandows blieben erhalten und werden bis heute an Bodybuilding Wettkämpfen gezeigt. (Quelle)

 

…auch damals in Ägypten waren schon Frauen dabei – jawohl!

Wir erleben gerade wieder einen enormen Fitness-Boom. 
Sowohl, was den Breitensport angeht, als auch bezüglich des Wettkampfsportes. Immer neue Klassen sorgen dafür, dass auch immer mehr Starter die Bühne betreten. 

Wie viele von Euch vielleicht wissen, bin ich ein „IFBB“-Mädchen, d.h. ich bewege mich seit Jahren in dem Umfeld des DBFV, bin selber dort gestartet, habe Athleten betreut und vorbereitet, von Wettkämpfen berichtet und werde in dieser Woche meine erste Meisterschaft als Kampfrichterin bewerten. 

Das bedingt, dass ich mich wohl ziemlich gut mit dem DBFV (IFBB) auskenne, aber ich blende die anderen Verbände nicht aus. 
Beim NAC Germany war ich mehrfach als Zuschauer und Betreuer, kenne auch Starter privat. 
Was die übrigen Verbände angeht verfüge ich leider nicht über persönliche Erfahrungen, ich habe mich aber bemüht für Euch einige Infos zusammenzutragen. 

 

Die verschiedenen Verbände

Es gibt in Deutschland derzeit Meisterschaften folgender Verbände: 


DBFV
Deutscher Bodybuilding- und Fitness-Verband e.V. (IFBB)

 

 

NACG National Athletic Committee Germany (NAC International)

 

NBBUI Germany (ehem. Teil der WABBA, mittlerweile selbständig)

 

 

DFFV / WFF Germany (ausgegründet aus der NABBA – gehört zur WFF World Fitness Federation und NABBA International) 

 

GNBF German Natural Bodybuilding & Fitness Federation e.V.

(noch) nicht in Deutschland aktiv: 
WBFF World Beauty Fitness and Fashion Inc.

 

Einige der Verbandshistorien sind etwas tricky, viele Verbände sind als „Splittergruppen“ durch Ausgründung von ehemaligen Mitgliedern entstanden, immer mit dem Ziel, die Dinge anders zu machen.  

Entstehungsgeschichte (ein kleiner Exkurs)

(Quelle)

Bis 1940 war die Bodybuildingszene unter der Kontrolle der AAU Amateur Athletic Union.
1946 gründeten die Brüder Ben und Joe Weider den Verband IFBB International Federation of Bodybuilders. Sie waren der Ansicht, dass der AAU nur an der Vermarktung des Gewichthebens interessiert waren und wollten das Bodybuilding voranbringen. 

1969 wurde der IFBB Mitglied des GAISF (heute Sportaccord) und gehört heute zu den größten Sportorganisationen der Welt (z.Z. 192 Mitgliedsstaaten). 

19 Jahre nach Gründung des Verbandes fand als Profi-Wettkampf der IFBB der erste Mr. Olympia statt. Larry Scott durfte sich am 19. September 1965, in der Brooklyn Academy of Music (New York City), in einer Halle ohne Stühle, vor einer kleinen eingeschworenen Fangemeinde, als erster in die Geschichtsbücher der IFBB eintragen lassen. (Quelle)

Der NABBA-Mr. Universe ist der bedeutendste und traditionsreichste Mr. Universum- Wettbewerb im Bodybuilding. Er wird seit 1950 von der NABBA National Amateur Bodybuilders Association ausgetragen und galt jahrelang als inoffizielle Weltmeisterschaft. Zahlreiche Stars früherer Tage wie John Grimek, Steve Reeves, Reg Park oder Arnold Schwarzenegger begründeten ihre internationale Karriere mit dem Gewinn des damals angesehensten Titel im Bodybuilding. Ab Ende der 1960er Jahre verlor der NABBA-Mr. Universe mit Erstarken des Konkurrenzverbandes IFBB und der damit verbundenen Etablierung neuer Wettbewerbe wie dem I.F.F.B.-Mr. Olympia und dem I.F.F.B.-Mr. Universum stetig an Prestige.
Seit 1984 führt die NABBA neben dem Mr. Universe verbandseigene reguläre Weltmeisterschaften durch.
In Deutschland gibt es derzeit keinen NABBA-Bundesverband, aber im Nachbarland: NABBA Austria .  (Quelle)

Der Deutsche Bodybuilding- und Fitnessverband e.V. wurde 1966 gegründet (DKV), 1979 neu konstituiert (DBKV) und ist mit Abstand die größte und traditionsreichste Bodybuilding-Organisation in Deutschland. Zu den Gründungsmitgliedern der 1966 als Deutscher Kraftsport-Verband entstandenen Organisation, zählen unter anderem Albert Busek und Arnold Schwarzenegger.
Der DBFV e.V. und seine angeschlossenen 15 Landesverbände organisieren seit Gründung regionale, nationale und internationale Meisterschaften. Termine findet ihr hier.
Der DBFV e.V. ist als einziger nationaler Verband seit 1977 dem Welt-Dachverband IFBB (International Federation of Bodybuilding and Fitness) und seit 2002 dem Europäischen Verband EBFF (European Bodybuilding and Fitness Federation) als Mitglied angeschlossen. (Quelle)

Speziell für den Fitnessbereich gründete die NABBA International im Jahre 1990 die WFF World Fitness Federation, hier Deutsche Fitness und Fitnessmodelverband e.V. (DFFV). (Quelle) Derzeit gibt es die Deutsche Meisterschaft, 2017 in Kulmsbach/Bayern, sowie eine German Open in Bayern.

Der NACG wurde 1999 in Köln mit dem Ziel gegründet, einen athletenfreundlichen und von demokratischen Strukturen geprägten deutschen Dachverband für Fitness, Athletik und Bodybuilding in Konkurrenz zum bereits seit 1966 bestehenden DBFV zu etablieren. Er besteht aus vier Landesverbänden (Nord, Ost, Süd, West) und veranstaltet neben vier regionalen Meisterschaften auch Deutsche Meisterschaften. (Quelle)

Die German Natural Bodybuilding & Fitness Federation e. V. (kurz GNBF) wurde am 1. März 2003 in Hamburg gegründet und fördert das dopingfreie Bodybuilding. Derzeit finden Deutsche Meisterschaften statt, 2017 in Bayern und NRW.  (Quelle)

Die WBFF World Beauty Fitness and Fashion Inc. wurde 2007 vom ehem. IFBB-Profi-Bodybuilder Paul Dillett gegründet. Auch dieser Verband zielt eher auf die Fitnesssparte, auch im Hinblick auf Modelljobs, ab. Der Verband ist weltweit aktiv, die Worlds finden derzeit in London statt. (Quelle)

Seit Anfang 2017 gibt es in Deutschland die NBBUI (eine Ausgründung aus der WABBA Germany). Die näheren Details zur Gründung findet ihr hier: Quelle 
Die Deutschen Meisterschaften finden 2017 in Erfurt und Pfungstadt statt. 

Nun wisst ihr ungefähr, wie die Verbände entstanden, wo die Ursprünge sind und habt auch eine Vorstellung davon, wie die regionale Verteilung bzw. Schwerpunkte innerhalb Deutschlands die jeweiligen Verbände haben. 

 

Und nun?

Eins haben alle Verbände gemeinsam: Sie alle geben an, dass sie zum Wohle der Athleten gegründet wurden, demokratisch und athletenfreundlich agieren. 

 

ge·me̱i̱n·nüt·zig

Adjektiv

  1. so, dass es nicht auf Gewinn ausgerichtet ist, sondern dem allgemeinen Wohl dient.

    „ein gemeinnütziger Verein“

 

Auszug Satzung DBFV:

§ 1 Name und Sitz
Der Verband führt den Namen Deutscher Bodybuilding- und Kraftsportverband.
Er ist nicht auf Gewinn ausgerichtet und auf demokratischer Grundlage aufgebaut. 

 
§ 2 Zweck
Der Verband hat zur Aufgabe, nach dem Grundsatz der Freiwilligkeit und unter Ausschluß von parteipolitischen, konfessionellen, beruflichen, rassischen und militärischen Gesichtspunkten den Sport zu fördern. Dieser Zweck wird wie folgt erreicht :

  1. Die Förderung von Bodybuilding und Kraftsport.
  2. Die Förderung sportlicher Tätigkeit mit Widerstand (Gewichten)- Geräten und Gymnastik     im Ausmaß medizinischer Empfehlung – im Sinne des Fitness-Sportgedankens.
  3. Die Förderung sportlicher Tätigkeiten mit Gewichten und Geräten zur Entwicklung von Kraft für verschiedene Sportdisziplinen und Kraftleistungswettkämpfe.
  4. Die Forschung und Entwicklung der in Punkt 1-3 bezeichneten Disziplinen.
  5. Die Ausrichtung von Veranstaltungen und Wettkampfmeisterschaften mit lokaler,           regionaler, nationaler und internationaler Beschickung.
  6. Werbung und Aufklärung im Sinne sportlicher Öffentlichkeitsarbeit für die betreuten     Disziplinen.

    Der Verband verfolgt diese Ziele ausschließlich und unmittelbar durch eigenes Wirken auf gemeinnütziger Grundlage im Sinne des Abschnittes „Steuerbegünstigte Zwecke“ der Abgabenordnung 1977 (§§ 51 ff. AO).

    Seine Tätigkeit ist selbstlos, er verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke. Mittel des Verbandes dürfen nur für die satzungsmäßigen Zwecke verwendet werden. Die Mitglieder erhalten keine Zuwendungen aus Mitteln des Verbandes. Es darf darüber hinaus keine Person durch Ausgaben, die dem Zweck der Körperschaft fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden.
    Die Führung eines wirtschaftlichen Geschäftsbetriebes schließt die Steuervergünstigung nicht aus. Erwirtschaftete Gewinne sind aber ausschließlich für satzungsmäßige Zwecke zu verwenden. Die Inhaber von Verbandsämtern (Vorstandsmitglieder) üben ihre Tätigkeit ehrenamtlich aus.
    Übersteigen die anfallenden Arbeiten das zumutbare Maß einer ehrenamtlichen Tätigkeit, so kann ein hauptamtlicher Geschäftsführer und das hierfür erforderliche Hilfspersonal eingestellt werden. Für diese Geschäfte dürfen aber keine unverhältnismäßig hohen Vergütungen gewährt werden.

§ 11 Aufbringung und Verwendung der Geldmittel
Die Geldmittel werden aufgebracht durch Beitrittsgebühren, Mitgliedsbeiträge, Erträge aus Veranstaltungen, Spenden und Zuwendungen etc. Die Mittel des Vereines dürfen nur dem Sport dienenden Zwecken zugeführt werden. Sie werden unter anderem für die Aufrechterhaltung des Verbandsbetriebes und für die Ausrichtung von Wettkampfveranstaltungen verwendet. Entsprechend des Umfanges der zu bewältigenden Aufgaben kann vom Vorstand für außerordentliche Leistungen, die der ehrenamtlichen Tätigkeit nicht mehr zugemutet werden können, durch einstimmigen Beschluß eine angemessene
….

 

Quelle

 

Gemeinnützigkeit vereint die vorgestellten Verbände. 

Aber: Jeder muss für sich selber entscheiden, wo er starten möchte. 

Der IFBB bietet die sicher bekannteste Profi-Liga an – der Mr. Olympia ist wohl der größte und bedeutenste Profi-Wettkampf mit diversen Klassen und immensen Preisgeldern.

Auch andere Verbände etablieren nach und nach eigene Profi-Ligen, aber es lässt sich wohl sicher sagen, dass der IFBB durch die Größe und Reichweite die beste Möglichkeit bietet, sich auf Weltniveau zu messen – wenn man das denn dann will. 

Das allein reicht nicht aus, um die Entscheidung zu treffen: Wo starte ich?
Es muss auch die passende Klasse für einen geben. 

 

Die Klasseneinteilungen

Ich werde mich hierbei auf die Klassen für Frauen beschränken, wir sind ja immer noch bei der Eisennixe. 😉

Zunächst die grobe Übersicht für alle Klassen und alle Verbände:

 

Jetzt etwas mehr ins Detail: 

Die Bikini-Klassen

DBFV Bikini-Fitness

DBFV Bikini Wellness (neu in 2017, hier ein internationaler Look bzw. ein erstes Bild der regionalen Meisterschaften)

 

NACG Bikini Shape

 

WBFF Diva Fitness Modell (sicher allen bekannt: Andreia Brazier)

WBFF Diva Bikini Modell

WBFF Commercial Modell

 

NBBUI Miss Beauty (es war schwer, hier Bilder zu finden!)

NBBUI Miss Bikini

 

DFFV Sportmodell

DFFV Bikini

GNBF Bikini

 

Die Figur-Klassen

DBFV Fitness Figur

DBFV Fitness-Leistung

NAC Figur (Quelle Pflichtposen)

 

NBBUI Miss Shape

NBBUI Miss Figur

 

 

DFFV Figur

DFFV Aerobic Fitness

GNBF Figur

muss ich nachreichen

WBFF Diva Figure Model

 

Die Bodybuilding-Klassen

DBFV Physique

 

NACG Bodybuilding

NBBUI Miss Physique

 

GNBF Athletik

© Sportagentur Werner / www.picture4u.de

GNBF Bodybuilding

 

 

Wer interessiert genug war, bis hierhin zu lesen: Danke. 

 

Dieser Blog war einige Arbeit und ich hoffe, das alles hilft ein wenig bei dem ersten Einblick.

Die genauen Regelwerke findet ihr auf den jeweiligen Homepages und es gibt zahlreiche Videos und Fotos online von den Klassen. Viele Verbände bieten auch Seminare an zum reinschnuppern. Am Besten macht ihr euch selber ein Bild, vor Ort, fahrt zu Meisterschaften und dann ab dafür! 

  

Eure Nixe Sabrina

Der informative Blog, Teil 9: Der Selbstversuch: Ich nähe mir einen Wettkampf-Bikini (von Sabrina)

 

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Das bin ich – 100%.
Also…nicht, dass ich keine Anleitungen lesen kann oder mag.
Nein, es ist vielmehr so, dass ich mir Dinge gerne selber beibringe, ausprobiere und teste.

Nähen zum Beispiel. Habe ich nie gelernt.
Logo hatte auch ich eine Omi, die eine Nähmaschine hatte, und da hab ich immer mal zugeguckt und gestaunt.
Dann habe ich in einem Anfall von Größenwahn mein Abiball-Kleid aus Panesamt mit Muster nach einem ultra-extravagantem Schnitt von Burda versucht selber zu nähen.
Versucht muss hier betont werden, denn es wurde zwar ein Ganzes, aber getragen habe ich es nie und bin auch nicht zum Abiball – aber das lag nicht nur am Kleid. *lach*

 

Also… Nähmaschine habe ich und wie ihr wisst ja auch irgendwie viel zu viele Interessen.

Es lag also nah, mich mal an einem Bikini zu versuchen. Nach dem Motto „Das kann ich auch“.

Gesagt, getan.
Dazu benötigt man neben einem „Schnittmuster“ auch die Materialien.

Also bin ich erst mal zum örtlichen, sehr gut sortierten Karstadt gestiefelt. Aber die Probleme fingen schon damit an, dass ich nicht wusste, wie die Stoffart heißt, die ich möchte.
Glänzend und mit Elastananteil. Aha. Die Verkäuferin guckte etwas merkwürdig, als ich von Bühnenbikinis faselte – aber keinen Bademodenstoff wollte.

Also – zurück zu meinem Freund Google.
Siehe da, mit einige Tricks findet man raus: Zu gut deutsch heißt das, was ich suchte „Folienjersey“. Findet man häufig unter Karnevalsstoffen… aha… da gehört das wohl auch hin, Bühnenkostüm und Fasching und so. *lach*

Also habe ich mir einfach mal auf Verdacht ein paar Stoffe im Internet bestellt.

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Dabei lernen wir gleich Lektion 1: Was auf den Bildern toll aussieht, muss
a) im echten Leben nicht toll aussehen bzw.
b) sich nicht zwingend für WK-Bikinis eignen.

Viele meiner Probestoffe ließen bereits während der Verarbeitung „Federn“, im Sinne von verloren ihren Glanz oder gar Farbe.

 

Nun hat man also den Stoff.
Damit ist es aber nicht erledigt.
Passend zum Stoff braucht man Garn, einige Meter Gummiband in verschiedenen Breiten, dazu noch mögliche Verschlüsse für den Bikini und natürlich: Die Cups.

Mein erster Nähversuch war mit einem Triangel-Oberteil nach einem Schnittmuster aus dem Internet.
Und das kann ich Euch gleich sagen: Wenn Ihr nicht zufällig Silikonbrüste habt, dann vergesst das Thema Triangel direkt wieder.
Jede Naturbrust, die ich bisher am Ende einer WK-Diät gesehen habe, war bestenfalls noch etwas Haut. Das ist mies, geht uns aber allen so.

Also – woher bekomme ich diese Cups, auf die man dann quasi den Stoff näht?

Wieder hin zu Karstadt und dann doch wieder zum Freund Google… aber wonach sucht man da im Internet? Die richtigen Stichworte sind sicherlich hilfreich.
Aber noch hilfreicher ist meine liebe Freundin Elena Shporthun, die selber erfolgreiche Bikini-Designerin ist. (Shop: http://www.peter-freimuth.de/shop/ )

Sie hat mir also freundlicherweise einige paar von diesen Cups verkauft. A und B/C.

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Nu saß ich also mit allen „Zutaten“ vor meinem Schnittmuster und dann ging es los.
Einfach Augen zu und durch….-geschnitten, den Stoff jetzt.
Das allein ist schon gar nicht so einfach – erst mal das Schnittmuster übertragen (aka entweder aus Pappe ausschneiden oder Papier festpinnen) und dann muss man da mit einem möglichst unsichtbaren Edding oder Kreide oder so was auf dem Stoff malen – und hinterher die Linien erkennen und gut = passgenau ausschneiden. Ach ja… und den Futterstoff auch noch, der muss da auch noch reinpassen, exakt geschnitten sein.
Ja ne, is‘ klar. *schwitz*

Alleine das alles – Muster festpinnen, Malen, ausschnibbeln, hat bei mir immer über eine Stunde gedauert – und da war noch nichts genäht.

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Und dann  das Gummiband (damit es hinterher gut sitzt) einarbeiten, mit den Pins, und beim Nähen in Form ziehen… waaaaah – dann war die eine Seite mehr gerafft als die andere am Beinausschnitt, alles wieder auftrennen.
Dann war das Gummiband gefühlt 2 mm zu breit für den Stoff und nu passte der Schnitt nicht mehr – wieder alles auftrennen… ist ja nicht so, dass das nicht nervt. 😉

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Erwähnte ich schon, wie schei** fummelig das Nähen der Bänder ist? Also Bänder für die Oberteile zum festschnüren? Da muss man den Stoff in gleichmäßige Bahnen schneiden und dann um den Gummizug wickeln, festpinnen und ebenso festnähen… wenn man da Millimeter verrutscht dann kommt der Stoff hoch weil die Naht nicht greift, dann hat man da gleich an der Stelle eine Doppelnaht – WAAAAH.

 

Insgesamt muss ich sagen: Das Schnittmuster aus dem Internet war für den „Popo“. Das ist nicht böse gemeint und vielleicht liegt es auch an meinen Nähkünsten, aber das passte hinten und vorne nicht (jawohl, weder am Po noch an der Brust bzw. die Vorderseite des Höschens war auch viel zu weit ausgeschnitten… 😮 )

https://www.youtube.com/watch?v=m1joBnTgU8A

 

Das sieht alles so einfach aus, aber glaubt mir: Das ist es nicht!
Auch nach einigen Versuchen mit dem Schnittmuster habe ich es sein gelassen.

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Gottseidank habe ich liebe Freundinnen (Danke Katl und Svenja), die geduldig alle meine „Tests“ anprobierten und mir berichteten… aber wir haben gemeinsam auch viel gelacht.

 

Nun also habe ich eine andere Freundin (danke Leslie!) überredet, mir ihren „alten Bikini“ zu leihen, damit ich mir aus diesem ein Schnittmuster anfertigen kann.
Das Oberteil hatte ich Dank der Cups von Elena relativ schnell raus, aber die Hose blieb ein Problem.
Und wie macht man aus einem Bikini ein Schnittmuster?
RICHTIG – man tötet ihn aka man trennt ihn auf… ganz billige Methode… also billig, wenn man einen alten Bikini hat. Nicht billig, wenn man extra dazu einen Neuen kaufen muss. 😉

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Auch das habe ich danach gemacht, nachdem ich mit dem Muster vom „toten Bikini“ nicht happy war, habe ich mir einen Blankobikini bestellt und den aufgetrennt… was tut man nicht alles…für die Kunst. *lach*

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Und dank der Cups von Elena klappte es nun auch mit dem Oberteil…wenn auch nicht ohne Fluchen und Fummeln:

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Und zwischendurch immer mal schielen auf die fertigen Objekte der Begierde…wie die so aussahen und vor allem: wie PERFEKT die Nähte waren…
Und das kann ich Euch erzählen… so eine Naht gerade hinzubekommen mit einem elastischen Stoff und Gummiband da drin, das ist Kunst. In Großbuchstaben. K-U-N-S-T!

Ich habe allerhöchsten Respekt vor Elena und den anderen Schneiderinnen, die das tagtäglich machen.
Logo, auch da wird man mit der Zeit/Routine sicherlich besser, aber bitte… auch nach 5 fertigen Bikinis war ich am verzweifeln… und hätte das eine oder andere Teil am Liebesten in die Ecke geworfen…oder verbrannt.

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Nun also hatte ich einen fertigen Figurbikini mit zwei verschiedenen Hosen fabriziert, mein mittlerweile 3. Bikini. Und das sah auch einigermaßen annehmbar aus… Wer mich kennt, weiß wie hoch mein eigener Anspruch ist.
Der ist einfach höher als meine Nähkunst. Und ich war und bin mit den Nähten nicht zufrieden, auch wenn das auf der Bühne kein Mensch sehen wird, ich WEISS es.

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Das war die Episode Figurbikini.
Aber damit wollte ich es nicht auf sich beruhen lassen, ne. Oberteil konnte ich ja nun, also muss nur noch das Bikinihöschen her.

Auch hier wieder habe ich – ganz pragmatisch – einen günstigen Bikini meines bevorzugten Designers bestellt und dieses als Schnittmuster verwandt. Ob das jetzt schon als „Klauen/Kopieren“ gilt, weiß ich nicht. Aber ich möchte hier schonungslos offen mit Euch sein. 🙂

Aber mit dem Schnitt ist es in der Bikiniklasse ja nicht getan.
Also: Woher bekommt man Connectoren??
Mittlerweile kann ich auch hier sagen: Elena Shporthun!
Damals habe ich versucht, selber welche zu finden.
Da bleibt einem dann die Wahl zwischen EBAY, Etsy (USA) oder Alibaba, Direktbezug aus China. Da muss man dann halt nur so Mengen ab 100/200/500 Stück kaufen… aber wer braucht 200 Connectoren, wenn er nur mal ein oder zwei Bikinis nähen will? Ich wollte das nicht als Vollzeitjob machen, sondern „nur mal so“…

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Also… Elena war wieder die Lösung und so entstand dann dieses hier.

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Also.
Ich kann sagen: Ich kann mir einen eigenen Wettkampfbikini nähen, ob nun Figur- oder Bikiniklasse.

Die viel wichtigere Frage ist aber: Rechnet sich das?

Meine Antwort lautet: Nein.

 

Ich mache hier für Euch mal die einfache Rechnung:

Nähmaschine??
Stoff:  bis man den Richtigen hat:  50 – 100 € (kein Witz)
Materialien (Schere, Gummibänder etc.): 30-40 €
BH-Cups (-schalen): 12,50 €
Connectoren: mind. 40 €
Muster:
-in meinen Augen unbrauchbar bei Etsy: 10 € )https://www.etsy.com/shop/JodiLaneDesigns)
– Bikinis kaufen und auftrennen:  mind. 80 €
– verlorene Nerven, bis das Ding gut aussieht:  unbezahlbar
– Zeitaufwand: Ohne Routine mehrere Stunden/Tage

 

 

Für mich hat sich das nicht gerechnet.
Da beauftrage ich lieber einen Profi und lasse mir das perfekte Teil liefern ganz ohne Stress.

 

Wer von Euch aber nähtechnisch sehr begabt ist und ggf. bessere Kontakte hat als ich was die Materialien angeht… man kann es schaffen. 😉

 

Ich werde mich in Zukunft eher an den Glitzer halten… das macht mir mehr Spaß 😉

 Eure Nixe Sabrina

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