Der informative Blog, Teil 7a: Das schwarze Loch oder: Was erwartet mich nach dem Wettkampf (von Sabrina)

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Mit Wunschthemen für den Blog habe ich mich schon immer schwer getan. Das ist wie damals, in der Schule, Klassenarbeit.

 

Wenn man schreiben kann, was man gerade fühlt oder denkt, dann fließen einem/mir die Worte nur so aus den Fingern.

Und gerade über dieses Thema hätte ich schon ganze Romane schreiben können. Ich habe es aber nie getan.

 

Warum? Weil es eine sehr private Sache ist, man wirklich die tiefsten Tiefen von sich preis gibt, auch wenn die Einleitung lauten muss:

 

Du bist nicht allein!

 

Nach meinem Aufruf zum Wunschthema erhielt ich viele Nachrichten, auch privat. Das Wort „Depression“ wurde mehr als einmal genannt. Ich habe viele Tage darüber nachgedacht, wie ich das Thema „Nach dem Wettkampf‘ angehen sollte. Aber Depression möchte ich dabei nicht verwenden, sondern eher „in ein Loch fallen“…in ein schwarzes Loch.

Wie es dazu kommt, warum wir uns vielleicht das aller erste Mal in unserem Leben „hilflos“ und „verstimmt“ fühlen und was man dagegen tun kann, darum geht es in diesem zwei-teiligen Blog. Und darum, wie es mir ergangen ist.

 

 

Es war Samstag, der 08.05.2010.
Tag X2.

Über Wochen, ja Monate, hatte ich mich auf diesen Tag vorbereitet, auf diesen Augenblick auf der Bühne. Seit Jahren schon verfolgte ich insgeheim das Ziel, irgendwann mal da oben zu stehen. Nun also war es soweit.

Ich hatte in den 16 Wochen Diät alles gegeben, was ich konnte. Mehr Herzblut und Schweiß ging nicht. Ausfallschritt, Plyometrics, Cardio, Huhn und noch mehr Huhn. Schlafen, Essen, Atmen für Tag X.

Und was das für eine Reise war. Über die „das kannst Du nicht“s meines Lebens und die generell vorhandenen Selbstzweifel hinweg habe ich das allererste Mal allen Mut zusammen genommen und: Einfach gemacht. Und es funktionierte.

4 weeks

 

So war es auch. Im Studio war ich ja schon immer sehr aktiv, mein Schwachpunkt war seit jeher das Essen. Aber mit Beginn der offiziellen Wettkampfdiät war ein Schalter umgelegt im Kopf und ich war 100% im Plan, den ich mir selber geschrieben hatte. Logo hatte Jörni da mal drauf geschaut und mir im Verlauf der Diät mehr und mehr Tipps gegeben, aber zunächst war es mein ganz eigenes Ding.

Und dann ging es los, dass man die ersten Veränderungen im Spiegel sah. Und nicht nur ich sah sie- auch die anderen Studiomitglieder und Freunde sahen sie. Man bekam Komplimente, mehr Komplimente. „Endlich würde man etwas abspecken“ (Achtung! Verstecktes Kompliment!), .. Wahnsinn, wie machst Du das“ usw. Zwischendurch nervte das auch mal, die sich häufenden „Besserwisser“-Kommentare und die x-te Frage nach der Diät für die Freundin.
Ja, aber auch wenn es nervte- ein klitze-klein-wenig sonnte man sich auch in der Aufmerksamkeit. 😉

Man fühlte sich auf Wolke 7 und es wurde von Woche zu Woche besser.

Die Klamotten wurden immer weiter, man ging mit den Mädels Shoppen und kaufte sich die vorher unerreichbare 36iger oder 34iger Hose.

 

Dann also war Tag X. Dicht gefolgt von Tag X2 (Deutsche Meisterschaft). Tag X2 markierte das Ende der Wettkampfsaison.

ln meinem Fall erreichte ich bei meiner allerersten Deutschen Meisterschaft einen für mich völlig überraschenden 5. Platz- überhaupt im Finale zu stehen brachte mich auf Wolke 700.

Nach der Vorwahl gab es eine Trulla, die behauptete sie hätte Final-Listen gesehen, wo mein Name nicht drauf stand. Also habe ich mir einige Kekse gegönnt.

Wenn man noch nie eine Wettkampfdiät gemacht hat, dann kann man sich nicht vorstellen, WIE LECKER ein Keks schmecken kann.

Aber das war erst der Anfang. Nach dem Finale, Pokalübergabe, wartete das „Fresspaket“ backstage.
Jeder Athlet sammelt im Laufe der Vorbereitung all die Süßigkeiten oder Dinge an, die er nicht essen darf, auf die er aber WAHNSINNIGE LUST HAT.

Ich weiß von anderen, dass es durchaus ganzen Wäschekörben voll sind, man verliert schnell die Relationen.
Bei mir war es relativ überschaubar: Salziges (=Chips), ein weißer Lindt-Osterhase, der dann noch bis Weihnachten stand und das Übliche: Schoki, Gummibären, Kekse.

Direkt im Anschluss ging es im hautengen extra hierfür gekauften Dress zum Bankett, wo man das erste Mal seit Wochen das Fleisch links liegen lässt und sich den Teller nur mit Beilagen und Dessert vorlädt.

Relativ schnell ist man pappsatt, aber nur zur Sicherheit kippt man da noch 2 Portionen Eis drauf. Und da passt ja auch eine Menge rein, in diesen ausgemergelten Körper.

Am nächsten Morgen wacht man auf und sieht fast besser aus als auf der Bühne. Unglaublich. Adern überall und man fühlt sich hervorragend. Also weiter zum Frühstück- Nutella marsch. Dazu Croissants und Marmelade, Saft oder Müsli.

Und dann geht’s für die meisten heim. Auf dem Weg noch mal kurz zu McDonalds, noch 2x Zwischenstop an der Tanke für mehr Schoki und dann abends daheim schön Essen gehen mit den Lieben, den Pokal und sich selber feiern. Man lebt ja nur einmal.

 

Am Montagmorgen musste ich wieder zur Arbeit. Ich hatte den Sonntagabend nicht aufhören können mit Essen und die Nacht mit Herzrasen und völlig verschwitzt im Bett verbracht (Carbs sei dank), 3x Tshirt wechseln weil nass inklusive.
Und so sollte es bleiben, die nächsten Wochen – durchgeschwitzte Nächte voller Herzrasen.

Auf dem Weg zur Arbeit konnte ich dem lieblichen Geruch des Bäckers nicht widerstehen und es begann eine meiner schlimmsten Hasslieben: Das Franzbrötchen & ich.

Franzbrötchen-Hamburger-Spezialität

 

Wer es nicht kennt, es handelt sich hierbei um ein Hamburger Original, eine Spezialität, muss unbedingt vor Ort probiert werden. Es ist ein süßes Feingebäck aus Plunderteig, das mit Zucker und Zimt gefüllt ist. Die besten gibt es meiner Meinung nach beim Schanzenbäcker.

1 -2 dieser kleinen süßen Biester gehörte fortan täglich (!) auf meinen Speiseplan, quasi oben drauf.
Ich konnte einfach nicht aufhören zu Essen.

Ich war offiziell in der Hölle.

Bereits am Dienstag tat mir alles weh. Ich hatte so viel Wasser im Körper, dass ich Angst um eine Fesseln hatte, kaum in Schuhe passte, von meinen Ringen ganz zu schweigen. Elefantenfuß.

Aber ich konnte noch immer nicht aufhören. Es war wie „Kopf aus, Mund auf, GO!“. Ferngesteuert, widerlich.

Innerhalb von weniger Tage legte ich Kilo um Kilo zu und war ganz schnell wieder jenseits der Grenze, die ich mir gesetzt hatte als „nach-dem-Wettkampf-Gewicht“.

Die Klamotten passten nicht mehr, ich fühlte mich ekelig. Und im Studio gab es entsetzte Gesichter.

Die ersten Tage hatte ich mir „trainingsfrei“ gegönnt. Schlechte Idee bei der ganzen Energie, die ich damals in mich rein schaufelte.

Hinter meinem Rücken wurde das Gerede lauter, auch im Freundeskreis. Andere urteilten sehr hart mit mir. Da wurde man auf einer Party jemandem vorgestellt und dann hieß es „Ach bist Du nicht die Bodybuilderin? Wo ist denn Dein Sixpack?“
Und dabei ist es ganz offensichtlich, dass man eben nicht das ganze Jahr den Bühnenlook haben kann und dennoch fühlen wir uns schon mit wenigen Gramm mehr ab sofort fett.
Selbst zu den Momenten, wo ich noch nicht „völlig“ aus dem Ruder gelaufen war mit meiner Figur musste ich mich quasi rechtfertigen für jedes Gramm, warum und wieso, „Offseason-Aha, Ausrede-Gesichtsausdrücke“ ertragen.

„Wozu hast Du dich denn ein halbes Jahr gequält wenn da jetzt schon wieder alles weg ist? Das ist doch ein Mistsport. Hier, willst Du noch ein Stück Torte?“ kam von der zu dem Zeitpunkt engen Freundin…

„Wolltest Du wieder so dick werden?“ brachte das Fass dann zum überlaufen.
Ich ging GAR NICHT mehr zum Sport.

Verkroch‘ mich stattdessen daheim und tröstete mich- wie ich es schon als Teenager gelernt hatte – mit Essen.
Auch als die Verkäuferin beim Bäcker mich morgens bei meiner Bestellung fragte, ob ich nicht direkt 2 Franzbrötchen mitnehmen wolle anstatt des einen bestellten konnte ich nicht aufhören.

 

Zu all diesem Elend kamen unendlich viele Fragen:

  • Warum nur tat ich mir das selber an?
  • Warum konnte ich nicht einfach wieder „nach Plan“ essen? Es ging doch vorher monatelang?
  • Wo war meine Disziplin hin?
  • Und wo meine gute Figur?
  • Wer war ich denn nun, wenn nicht mehr die topfite Wettkampfathletin?
  • Was sollte ich jetzt nur machen?

 

Innerhalb von wenigen Wochen hatte ich rund 15 kg zugenommen.

Was das für mein Herz und meinen Körper bedeutete war eindeutig – es ging mir weder mental noch körperlich gut. Die Haut spannte und man sah auch nichts mehr von den schönen Muskeln, die ich noch kurz zuvor eingeölt auf der Bühne präsentiert hatte. Es war, als hätte ich mir ein „Fat-Suit“ angezogen.

Ich hatte keinen Spaß mehr am Sport.
Ich hatte eigentlich an gar nichts mehr Spaß.
Noch schlimmer als das alles: Ich fühlte mich haltlos, ziellos, wusste nichts mit mir anzufangen.

Wo vorher stundenlanges kochen, vorbereiten, Cardio, Training auf dem Zettel stand war jetzt GÄHNENDE Leere.

Ich hatte alle Freizeit der Welt und verbrachte sie doch kopfüber im Kühlschrank.

Es war ein Teufelskreis.

Was sollten die Leute nur von mir denken? Die im Studio und die auf den Meisterschaften? Wo war die schlanke, athletische Sabrina hin, voller Ehrgeiz und Disziplin? Nun war ich wieder fett und faul – oder wie?
Ich hatte sehr große Probleme damit. Fühlte mich minderwertiger als jemals zuvor in meinem Leben.

Leider kannte ich zu dem Zeitpunkt niemanden, dem es ähnlich gegangen war. Die Athleten, die ich kannte, lebten alle irgendwie diszipliniert weiter. Oder lag es nur daran, dass man es bei Jungs nicht so merkte, wenn sie mehr auf den Rippen haben? Ich sah jedenfalls nicht aus wie eine gerade noch aktive Figur-Athletin. Alles: weg.

Ich hatte mir keinen Plan gemacht, ich hatte mir nicht mal GEDANKEN gemacht, was nach Tag X kommen würde. Irgendwie dachte ich, es würde so weitergehen. Mit dem guten Essen bzw. die Figur einfach bleiben, wenn ich mal was nasche.

Man glaubt nicht, dass daran schon einige Tage zügelloses Essen etwas ändern können. Und Fakt ist auch, das Fett kommt nicht über Nacht wieder – am Anfang ist es nur viel Wasser.

Und natürlich ändert sich der Blickwinkel im Laufe der Diät. Man fühlt sich von Tag zu Tag besser und irgendwann ist der Punkt, wo nur noch kurz vorm Tag X als Idealform gilt. Alles was schlechter ist, ist nicht nur schlechter sondern gleich grottenschlecht

Selbst eine Form, für die ich heute töten würde, war damals nicht akzeptabel. Ich erinnere mich an eine andere Episode, wenige Tage nach meiner 2. Deutschen war ich mit Aline im Urlaub auf Malle und ich wollte nicht im Bikini an den Strand gehen, weil ich mich „fett“ fühlte … und ich hatte zu dem Zeitpunkt noch Sixpack und Streifen … nun ja.

 

Heute kann ich über vieles davon Lachen, aber damals habe ich mich nur verkrochen und wollte meine Ruhe. Ich war nie zuvor in meinem Leben depressiv, aber nur wenige Wochen nach meinem persönlichen mentalen und sportlichen Formhöhepunkt fühlte ich mich so hilflos wie noch nie. Völlig ohne Kontrolle über mein Leben, traurig und schuldig. Schuldig, weil ich das alles zu gelassen hatte. Auf einmal bestimmte mein Körperfettwert mein Selbstwertgefühl.

 

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Nach einigen Wochen schleppte ich mich doch wieder zum Sport und schottete mich gegen die mitleidigen Blicke ab.
Vorbei war das Generve – und ich habe es vermisst! Es fiel mir nicht leicht, wieder in eine Trainingsroutine zu finden. Ich hatte irgendwie keinen Spaß mehr am Eisen.

Vorher ging es in jedem Training, jedem Satz, jeder einzelnen Wiederholung um Tag X. Und jetzt? Wofür mache ich das eigentlich alles? Es fällt schwer, ohne ein derartiges Ziel noch richtig Gas zu geben. Viele Athleten setzen sich daher direkt das nächste Ziel und den nächsten Start, bei mir war das zum damaligen Zeitpunkt aber gar nicht im Kopf. Dementsprechend motivationslos war ich im Training und blieb auch in der Folgezeit oft wochenlang lieber daheim als zum Training zu gehen.

Und dazu kam die Erkenntnis, dass ich wohl nie wieder „normal“ sein würde, mich „normal“ fühlen / oder „normal“ ernähren würde. Denn was ist schon normal? Jeden Morgen mit Brötchen frühstücken? Oder Essen ohne nachzudenken ob mein Proteinlevel für den Tag schon erreicht ist? Essen ohne schlechtes Gewissen?

Schwieriges Thema und sicherlich für mich das Hauptthema. Wer wie ich schon vorher gern mal Probleme damit hatte, dem kann ich sagen: Besser wird es durch eine Wettkampfdiät nicht. Man macht sich im Gegenteil hinterher noch verrückter. Lange Phasen hatte ich mich Fressattacken zu kämpfen, die auf strikte Diätpläne folgten. Aber zumindest ICH konnte nicht wieder auf WK-Diät-Ernährung umschalten, jedenfalls nicht länger als einige Tage bevor ich einen tagelangen Fressflash hatte.

Das Gewicht pendelte sich auf einem deutlich höheren Niveau ein als jemals zuvor in meinem Leben. Sicherlich ist das auch etwas Muskulatur geschuldet, ganz bestimmt aber dem unkontrollierten Essverhalten.

Lange Phase wünschte ich mir nichts sehnlicher, als dass mir jemand diese Entscheidung – zu Starten – ausgeredet hätte. Ich wollte einfach wieder wie vorher sein. Da fand ich mich zwar auch nicht „perfekt“ aber es ging mir mental und körperlich deutlich besser als zum Zeitpunkt nach dem Start.

 

Und es dauerte eine ganze Weile, bis ich die Franzbrötchen und mein Verhalten „satt“ hatte. Eine ganze Weile sind in meinem Fall viele Monate. Ich musste erst für mich erkennen, dass ich beides bin. Alles zu seiner Zeit.

Und mittlerweile bin ich froh, dass ich es gemacht habe. Ich bereue es nicht mehr. Die Schattenseiten haben mich gestärkt und ich kann jetzt offen mit Euch darüber sprechen und vielleicht der einen oder anderen mit meinen Negativ-Erfahrungen helfen.

 

Nach alle dem schließt sich der Kreis wieder zum

„Du bist nicht allein! „

Viele Mädels (und Jungs) verstecken sich und trauen sich nicht, offen über die Probleme zu sprechen. Dabei ist das Loch, in das sie fallen, bereits gut gefüllt mit anderen. Man darf es nicht unterschätzen, was der Kopf und auch unser Körper/die Hormone mit uns machen nach so einer Hardcore-Diät-Erfahrung. Der Stoffwechsel leidet leider auch auf kurz oder lang durch die strikte Reduzierung der Nahrungsmengen und -mittel. Das oftmals hohe Cardiovolumen tut sein Übriges.

Alles ist durcheinander.

 

Dieser Sport ist verdammt egoistisch. Ich schrieb es schon mehr als einmal. In der Diät ging es nur um Euch, man stand im absoluten Mittelpunkt. Direkt von der Bühne stürzt man quasi zurück in die Realität. Man ist wieder eine von vielen, die Beachtung und Komplimente fehlen, andere sind auf einmal wichtiger und man muss auch wieder im Haushalt mit anpacken und Schatzi will jetzt auch wieder mehr Aufmerksamkeit. Zeit die Diva wegzupacken. Aber dabei stolpert man halt leicht über das Snickers. 😉

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Im 2. Teil dieses Blogs werde ich Euch einige Tipps geben, wie ihr es vielleicht schafft, das Loch zu umgehen oder zumindest Euch nicht die Knie aufzuschürfen, wenn ihr da rein schliddert.

Teil 2

 

Eure Nixe Sabrina

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Ein Appell gegen das sich „wertlos fühlen“ (von Sabrina)

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Im Laufe unseres Lebens lernen wir eine ganze Menge. Von anderen Menschen, oder von uns selber, durch Abgucken, Ausprobieren und nicht aufgeben.

Laufen z.B., Fahrradfahren, einigermaßen vernünftig mit Messer und Gabel essen (und dann doch lieber den Löffel nehmen).

Irgendwann, mit Mitte 30, hat man dann schon einiges im Rucksack, an Erfahrungen, an Werten, an Altlasten. In einigen Augenblicken mögen wir uns furchtbar alt fühlen (z.B. wenn man das erste Mal Knieschmerzen bekommt beim Beintraining), in anderen sehr jung (wenn einen die Facebook-Sucht packt oder man das neue PC-Spiel nicht ausschalten kann).

Irgendwo, zwischen all diesem Gerümpel da in unserem Rucksack, der sich Leben nennt, finden sich immer auch kleine, miese Dinge. Das sind häufig die Dinge, die wir nach ganz unten gepackt haben, die wir „vergraben“ haben. Weil wir sie nicht sehen wollen, am Liebesten vergessen würden, sie verdrängen. Da sind dann Sätze dabei wie „Wenn Du dies oder das tust, hat Mama Dich nicht mehr lieb“, „Jetzt lassen sich Mama und Papa scheiden, weil Du so unartig warst“ oder auch Empfindungen, geknüpft an bestimmte Songs/Düfte/Momente. Trennungen können dabei sein, oder unerwiderte Liebe aus der Schulzeit. Dumme Sprüche im Zusammenhang mit Liebe „Wenn Du 5 kg weniger wiegen würdest, dann würde ich Dich gut finden“ sagte mal jemand zu mir in der 7. oder 8. Klasse.

All diese Sätze, Aussagen, Gefühle liegen wie Steine, schwer, in unserem Rucksack und ziehen uns in Momenten runter, in denen wir nicht aufrecht stehen können, in denen es uns eh schon schlecht geht.

Wir alle drücken uns gerne davor, die Büchse der Pandora zu öffnen, uns mit diesen Altlasten zu beschäftigen. Aber glaubt mir: Irgendwann habt ihr die Steine satt. Denn es werden nicht weniger im Laufe des Lebens.

 

In meinem Rucksack gibt es einige, die ich schon so oft in der Hand hatte, dass sie glänzen, wie poliert. Ich hatte sie nicht etwa in der Hand, um sie aus dem Rucksack zu nehmen. Nein. Ich habe sie gefühlt, quasi liebkost, die Aussagen derart verinnerlicht, dass sie ganz tief verankert sind im Rucksack, dass ich sie da wie mit einem Band an den Boden gebunden habe. Diese Steine, an die wir uns derart gebunden fühlen, sind ganz schwer loszuwerden.

Und manches Mal habe ich auch das Gefühl, dass einige Menschen gerne „leiden“. Dass sie sich gerne für was auch immer „bestrafen“, indem sie sich bewusst Leid zufügen. Ganz wie die Mönche, die sich mit Peitschenhieben selber geißeln. Das kann man auf verschiedene Art und Weise tun, aber die einfachste… und möglicherweise effektivste Art ist: Stalken bei Facebook.

 

Natürlich basiert der Erfolg von Facebook in meinen Augen sowieso auf unser aller Voyeurismus. Aber das Stalken von Ex-Partnern oder verschmähte Lieben treibt es noch einmal auf die Spitze. Wenn man den Ex fröhlich beim Feiern mit neuem Mädel am Arm sieht, das tut schon weh. Und das weiß man auch vorher, dass es weh tun wird. Man guckt trotzdem.

Aber warum? Warum haben wir das Gefühl, leiden zu müssen?

Als Kind war ja jeder mal unartig, aber sind wir es immer noch? In dem Sinne, dass wir dafür „bestraft“ werden müssen? Wer entscheidet hierüber? Schon klar… notfalls kann man eben Mutti anrufen und fragen, ob sie einem noch mal Hausarrest geben möchte. Aber mal im Ernst: Wie kommt ein erwachsener Mensch zu dem Gefühl, nicht liebenswert zu sein? Nicht „glücklich sein zu dürfen“? Das ist doch absurd.

Oder nicht?

Wenn ich mir im örtlichen Buchhandel mal die Regele angucke finde ich unzählige Ratgeber zum Thema „Glück“, im Beruf, im Alltag, in der Partnerschaft, mit sich selber.

Wir alle wollen doch eins: Glücklich sein. Auch wenn das vielleicht jeder für sich selber anders definiert. Für den einen ist es das größte Glück jedes Wochenende zum Angeln fahren zu können. Für den anderen bedeutet es im eigenen Garten zu sitzen oder da im Beet zu buddeln. Für die Vielzahl der Leute bedeutet es: Zu tun, was man wirklich möchte.

…immer vorausgesetzt man weiß, was man will. 😉

 

Wie also kommt man dazu sich für „nicht würdig,  geliebt zu werden“ zu halten, oder sollte ich direkt schreiben „Frau“, denn das ist ein Phänomen, was ich überwiegend bei Frauen beobachte. Ist es alles Erziehungssache? Ging es schon unseren Müttern so? Konnten sie uns deshalb auch nichts anderes vermitteln? Und um nicht alle Schuld auf die Eltern abzuwälzen (auch wenn‘s bequem wäre): Warum haben wir es bisher als Erwachsene nicht geschafft, dieses Trauma/Thema zu bewältigen?

Wir sind tolle Freundinnen, Partnerinnen, Mütter. Wir geben alle, wie eine Löwin. Liebe, Herzblut, Kraft und Energie, ganz viel positive Worte für den Liebeskummer der Freundin. Aber an uns selber denken wir dabei nie.

Ich schrieb es schon einmal: Der innere Kritiker ist stets zur Stelle – aber ein Lob haben wir so selten für uns übrig. Ebenso wenig wie positive Gefühle.

Gelernt habe ich das ehrlich gesagt auch nie. Das muss ich mir immer noch (aktiv) selber bei bringen. Ich bin da noch lange nicht am Ziel.

Aber jetzt mal weiter philosophiert: Wenn wir uns selber für „wertlos“ halten… wie können uns dann andere schätzen? Können sich all die Freundinnen, Partner, Bekannte, Kollegen irren?

Und übertragen auf den Wettkampfsport: Wenn wir permanent an uns zweifeln – wie kann man dann auf der Bühne überzeugen?

Ich habe mal im Spaß vor Jahren zu einem Bekannten gesagt, der gerne „irgendsann mal“ starten wollte, trainiert hat wie ein Bär, auch ein echter Ochse war, sich aber nie traute, den Studiobesitzer mal drauf gucken zu lassen: „Du kannst nicht im Kaputzenpulli auf die Bühne gehen“. TRUE! Selbst Kai Greene, der ja quasi im Hoodie schläft, zieht ihn auf der Bühne aus. 😉

 

Und auf der Bühne geht es mehr als alles andere um die Präsentation, das Selbstbewusstsein. Ihr müsst an Euch glauben. Nicht jeden Schritt, den ihr in der Vorbereitung tut. Es gibt gute und weniger gute Tage. Aber in der Summe müsst ihr positiv sein, denken und Vertrauen haben.

Ihr müsst Euch erlauben Erfolg zu haben, erlauben glücklich zu sein. Ihr habt es Euch verdient! Ihr seid es wert! Glaubt an Euch, lernt es, jeden Tag. Habt Vertrauen in Eure Fähigkeiten, denn ihr könnt so viel erreichen, schaffen, kleine Wunder vollbringen. Fühlt den Glitzer in Euch… lasst das Funkeln durch die alten Schichten aus „wertlos“ und „nicht liebenswert“ durchbrechen… ganz wie Rihanna singt „shine bright like a diamond!“

 

…und dann, bei der Gelegenheit, lasst auch den Rucksack hinter der Bühne, das könnte dämlich aussehen. 😉

Der informative Blog, Teil 5: Der Wettkampf-Bikini (von Sabrina)

 

Sexy Bikinis by SuitsYouSwimwear.com

Quelle: www.suitsyouswimwear.com

Die Qual der Wahl!

 

Die Anfragen häufen sich.
Scheinbar sind nicht alle Mädels unter Euch so „gut-Freund“ mit Google wie ich.
Daher habe ich mir einmal die Mühe gemacht und Euch eine Liste in beliebiger Reihenfolge zusammengestellt mit Suit-Designern, die mir bekannt sind.

Das heißt nicht, dass ich von jedem einzelnen schon Bikinis gesehen oder genutzt habe.  🙂
Dennoch möchte ich diejenigen, deren Bikinis ich persönlich kenne und schätze, besonders kommentieren (natürlich in pink).

 

Gern weise ich auch an dieser Stelle noch einmal auf meine Gruppe bei Facebook hin, die Bikini-Börse, wo man gebrauchte Bikinis direkt von anderen Athletinnen kaufen kann und die Deutschen Designerinnen ihre Schnäppchen und guten Stücke reinstellen:

https://www.facebook.com/groups/Bikiniboerse.Eisennixe/

 

 

Der Neukauf

Generell muss man sich zunächst eine Frage stellen: Möchte ich im Ausland bestellen (und mich ggf. mit Zoll, Maßen, Englisch, Telefonaten, Kreditkartenzahlungen herumärgern) oder bestelle ich in Deutschland?
Zwar gibt es lange nicht so viele Designer hier, wie in der USA, und ich bin mir SICHER, dass ich nicht alle in der Liste habe (bitte kurzen Hinweis an mich für Erweiterungen der Liste), aber auch unsere Designerinnen verstehen ihr Handwerk!

 

 

Dann folgt der Blick ins Ausland:


Tamee Marie TMarie Suits – mein persönlicher Favorit im Ausland! Ich LIEBE ihre Bikinis und habe sie selber getragen!

suitsyouswimwear  – wohl am Bekanntesten und extrem Empfehlenswert für Bikiniklasse
passion fruit designs/ – kenne ich persönlich, sehr schöne extravagante Bikinis, Top-Service
Maggie Keaveny – Designerin zahlreicher Olympia-Bikinis (u.a. Nicole Wilkins und Oskana Grishina
suits by amy
barelyvisible
ddfwear
fitnessprodirect
caries posingsuits/
jagware posingsuits
vizioncouture  – kenne ich persönlich, gute solide Bikinis.
waterbabiesbikini
Ingrid Romero
suitlady
Cynthia James
ravishsands/
the bikinibox (FB: The Bikini Box) – kenne ich persönlich, sehr tolle Strassarbeiten
shoreprincess
Lidia Conti
theberge bikini (FB: Tanya Theberge Custom Suits)
crystallini bikini
Saleyla – kenne ich persönlich, gute solide Bikinis.
bilbobaggs
bikiniguru
angel suits  (FB: Angelsuits) – kenne ich persönlich, schöne Bikinis aus Italien
muscledazzle/ kostengünstige Bikinis aus Thailand
glam fit bikinis – persönliche Erfahrungen, super netter Kontakt und gute Bikinis
A quarter turn to the right (FB) – tolle Strassarbeiten
Bikini By Cini (FB)
Magnifiqa (FB)
Voronina Anna (FB)

 

….und das sind längst nicht alle. Guckt Euch um bei Instagram, Etsy, Ebay, Facebook!

 

Maße nehmen

Bei den deutschen Designerinnen habt ihr ja den Riesen-Vorteil, dass ihr entweder hinfahren oder bei Fragen einfach noch mal anrufen könnt. Und „Maßarbeit“ sind alle diese Bikinis, außer ihr bestellt die „one-size“ in der USA, die aber auch den meisten Mädels passen: Höschen in S für Bikiniklasse war noch nie ein Problem in meinem Bekanntenkreis.

 

ABER – natürlich ist Maß immer besser, besonders wenn ihr bereit seid, das Geld für einen neuen Bikini zu investieren.
Dabei kann man dann auch Schnittwünsche äußern (Hose hinten knapper oder spitzer zulaufend geschnitten, Oberteil Triangel oder Bandeau).

 

 

Für die USA habe ich mir mal einige Bilder von US-Seiten zusammengesucht für Euch, die ich als sehr hilfreich empfand:

 

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Und hier noch ein geniales Video von YouTube:

 

 

 

 

Und nun?

So weit – so gut.
Nun geht es gleich weiter: Bestellt ihr die ultra-gepimpte Version mit Strass im Wert eines neuen I-Phones oder versucht ihr es doch lieber selber und bestellt das gute Stück nur „roh“?

Dabei kann ich Euch gerne unterstützen.
Ich biete Strassarbeiten an und das ganz nach Euren Vorstellungen und Budget.

Beispiele findet ihr hier: Link

 

Aber ihr könnt Euch natürlich auch selber versuchen, viele sind ja künstlerisch begabt.
Es gibt zahllose Videos bei YouTube – ihr müsst das nur mal googeln.
Ob nun mit Hotfix oder Kleber, das kommt auf Euren Geschmack an. Hotfix hält sicherlich besser im Vergleich, dafür besteht halt auch die Gefahr, das gute Stück zu „verbrennen“.
Viel mehr mag ich hier nicht schreiben – das ist ja Berufsgeheimnis. 🙂

 

 

So – nun wünsche ich Euch viel Spaß beim Stöbern und aussuchen!
Farbe uni oder Muster, Strass in Bunt oder nur silber, nur der Rand mit Strass oder alles, mehrreihige Ketten oder doch eher dicke Glieder – DAS ist der Fun-Teil, also genießt es!

 

 

Eure Nixe Sabrina

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