Der informative Blog, Teil 2: Ratschläge zum Thema Starten (von Sabrina)

 

Auch wenn ich ab und an mal Athletinnen vorbereite – mit Hilfe von Jörni – sehe ich mich nicht als Coach im herkömmlichen Sinne.
Ich habe einen Vollzeitjob, der so gar nichts mit der Fitness-Branche zu tun hat. Und ihr alle wisst ja, dass ich in der Freizeit eher zu viel auf dem Zettel habe als zu wenig.

Und so ein Athleten-Coaching, das ist (zumindest nach meinem persönlichen Anspruch) sehr zeitintensiv.

 

Es stellt sich nun also die Frage: Was ist ein Coach?
Also was macht einen Coach aus – generell.

Um Coach für Wettkampfbodybuilding zu werden macht man keinen Lehrgang.
Logisch – man kann seine B-Lizenz oder ein Studium machen, zur Ernährung oder in der Branche Fitness allgemein.
Aber um Wettkampfathleten vorzubereiten, dazu kommt man anders.
Weil man selber gestartet ist, dabei viel über sich und von seinem eigenen Coach gelernt hat.
Oder weil man sich einfach so viel mit der Materie beschäftig und durch Gespräche etc. die Erfahrungen sammelt.
Sicherlich ist ein Hintergrund im Sport oder mit Trainerschein, oder gar ein Fitness-Studio zu besitzen ein Vorteil für das ganze Thema.

 

 

Dies alles kurz vorweg geschickt möchte ich in meinem heutigen Blog einmal auf die doch zahlreichen Zuschriften eingehen, die ich bei Facebook oder Team Andro erhalte zum Thema „Erststart, Starten, Coaching“ im Bereich Bikiniklasse.

Aline, Valeria Ammirato, Selina Rudel, Kathrin Hollmann und noch viel mehr haben die Bikiniklasse „erfunden“ und geprägt. Es gibt viele große Namen in der Deutschen Bikiniklasse.
Bikini ist zwar Teil vom Wettkampfbodybuilding, aber lange nicht so in der „Randlage“ angesiedelt wie das Männersuperschwergewicht.

Die Mädels der Bikiniklasse sind Teil von Magazinen bei McFit und Co. Ich persönlich warte ja immer noch darauf, Kathrin Hollmann auf dem Titel der „Shape“ zu entdecken. 😀

Auf jeden Fall können sich viele der Mädchen in Fitness-Studios mit dem Look der Bikiniklasse gut identifizieren: straffe Schenkel, ein toller Bauch, wenig Körperfett aber mit Rundungen an der richtigen Stelle – wer möchte das nicht?!
Ich finde diese Sache sehr sehr gut.
Lieber unterstütze ich junge Mädchen dabei, fit zu werden als sich runter zu hungern.

diet vs exercise

 

Nun bekomme ich zahlreiche Anfragen, wie man da am besten einsteigt.

Dabei sind Nachrichten wie

„Ich möchte gern mein Geld als Fitness-Model verdienen und habe gehört, dazu müsste ich starten. Wie mache ich das?“

Ehrliche Antwort: „Willkommen in Deutschland. Für so etwas solltest Du vielleicht ein Auswandern in die USA einplanen, und dann viel Geschick beim Aufbau von Kontakten beweisen. Dann ist das Starten Dein letztes Problem, weil Du Dich gegen x-Tausend andere bildhübsche Mädchen durchsetzen musst.“.

Höfliche Antwort: „Man muss nicht zwangsweise starten, aber vom Modeln im Fitness-Bereich in Deutschland zu leben ist derzeit noch sehr schwierig.“

 

Ich möchte hier niemanden durch den Kakao ziehen, deshalb belasse ich es bei einem Beispiel.
Nicht jeder ist so tief in der Materie drin wie wir, vielleicht speziell wie ich, da ich mich ja nun seit Jahren damit beschäftige und es meine Leidenschaft ist.

 

Nun also meine ganz ehrlichen Ratschläge:

Bevor ihr Euch überhaupt mit dem ganzen Thema „Starten/Wettkampf“ auseinandersetzt würde ich Euch sehr ans Herz legen, einmal einen Wettkampf zu besuchen.
Nicht Fotos auf Team Andro gucken oder Videos bei Youtube.

Nein, fahrt mal hin. Direkt, vor Ort.
Setzt Euch ins Publikum und nehmt den Wettkampf, die Atmosphäre, alles auf.

Die Herbstsaison des DBFV hat gerade angefangen.
Also habt ihr derzeit noch alle Möglichkeiten.
Hier ein kurzer Überblick über die Termine:

•02.11.2013 Int. Rhein Neckar Pokal, Hockenheim
•02.11.2013 Int. Bayerische, Erlangen
•02.11.2013 Int. NRW Meisterschaft u. DM Masters, Duisburg
•09.11.2013 Int. Norddeutsche, Kiel
•09.11.2013 Int. Ostdeutsche, Gera
•16.11.2013 Int. Deutsche, Bochum
Details: http://www.dbfv.de/termin.html

 

Da die Verteilung über Deutschland recht gut ist sollte für jeden was dabei sein.

Danach werdet ihr wissen, ob ihr den Weg auf die Bühne wollt oder einfach nur so ähnlich aussehen. Denn: Wettkampfform ist nichts für jeden Tag. Man kann so ähnlich aussehen, aber nicht genau so.
Macht Euch das von Anfang an bewusst, dass so eine Form nur für Stunden da ist und deshalb unrealistisch.

Dazu möchte ich die liebe Selina als Beispiel heranziehen.
Zum einen, weil ich sie für eine ganz tolle Bikini-Athletin halte, sie den Look bringt, der mich persönlich extrem anspricht.
Zum anderen, weil sie ein tolles und liebes Mädel ist und mit ihren Facebookfans auch die „Offseason“-Fotos teilt für einen ehrlichen Einblick in das Leben als Wettkampfathletin:

Zitat Selina:
„Letzter Formcheck, 1 Woche vor der WM und ein Vergleich zum Diätbeginn…
Seitdem habe ich 7kg Körpergewicht und 7% Körperfett verloren.
Ich kann nur jedem sagen, der immer noch denkt, wir Bikini Athletinnen müssten uns nicht vorbereiten: Ich trainiere 6x die Woche 1,5-2 Stunden. 4x Krafttraining und 4 Cardioeinheiten. Am 7 Tag übe ich an meiner Präsentation. Ich esse 6 kleine Mahlzeiten am Tag, abgestimmt auf meinen Tagesablauf. Alles ist abgewogen und nach Plan. Wir brauchen genauso viel Disziplin, Durchhaltevermögen und müssen genauso hart an uns arbeiten, um in Wettkampfform zu kommen.“

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Natürlich sieht Selina auch „offseason“ umwerfend aus, aber ihr könnt erahnen, dass man ganz schön „Fleisch“ auf den Rippen braucht, um am Ende der Diät noch etwas drauf zu haben.

 

Zurück zum Thema.

Nach dem Besuch einer Meisterschaft bzw. wenn Ihr Euch sicher seid, dass ihr so aussehen wollt, habt ihr verschiedene Möglichkeiten:

Ihr informiert Euch ausreichend im Internet, bei Team Andro oder sonstigen Foren über Ernährung und Training.
Da gibt es keine Geheimnisse oder Tricks.
Alles was ihr braucht ist Zeit = Geduld und Wissen.
Damit solltet ihr bei entsprechender Disziplin und Geduld Euern Traumkörper erreichen.
Dass nicht jede von Euch aussehen kann wie Selina oder Kathrin ist dabei klar, oder?
Ich meine… ich kann mich auf den Kopf stellen und noch 30 Jahre trainieren – ich werde niemals so groß werden wie Kathrin. 😉
Jeder Körper hat seine eigene Struktur. Aber den Look, den bekommt man hin.
Bei einigen dauert es länger (wenn man vorher jahrelang zu viel Kilos auf den Hüften hatte), bei anderen geht es schneller.

Alternativ könnt Ihr Euch auch gleich in professionelle Hände begeben.

Das macht sicher Sinn, wenn ihr keine Lust oder keine Zeit habt, Euch online selber Wissen anzueignen und/oder nicht wisst, ob ihr auf dem richtigen Weg seid.

Das kann z.B. in Form eines Onlinecoachings sein (dazu gibt es viele Anbieter, ich würde hier einfach mal vergleichen und notfalls rumfragen, bei Facebook oder auch Athletinnen direkt anschreiben und fragen) oder Vor-Ort-Beratung.
Nicht jede von Euch wird ein kompetentes Studio in der Nähe haben.

Aber oftmals können Euch Freunde oder Athleten mit Tipps weiterhelfen bzw. der jeweilige Landesverband des DBFV. Einfach anrufen oder anmailen und dann bekommt ihr Hilfe.

http://www.dbfv.de/land.html

 

Wenn man wirklich auf die Bühne will, dann kommt man um ein professionelles Coaching (meiner Meinung nach) nicht herum.
Jemand, der sich auskennt, wird Euch einen guten und sicheren Weg leiten um an Tag X gut auszusehen on stage.
Es gibt so viele Feinheiten zu beachten, und durchaus auch Risiken bei einer Vorbereitung (Essstörung und Stoffwechselschädigung lässt grüßen), da würde ich kein Risiko eingehen.

Mit einem Coach könnt ihr zunächst eine Bestandsaufnahme machen (wo stehe ich jetzt, körperlich und mental) und dann gezielt an Schwächen arbeiten. Das hat in meinen Augen diverse Vorteile, es muss aber jeder für sich wissen.

Ob man nun 500€ für eine Vorbereitung ausgeben will oder nur in einem dem Verband angeschlossenen Studio Mitglied werden muss und das Coaching dann quasi inklusive hat, das hängt von Eurer Wahl ab.

Wichtig ist dabei, dass ihr vorher ein richtiges Gespräch führt.
Fragt den Coach, wie er arbeitet, mit welcher Diät- und Trainingsform.
Einige schwören auf Eiweiß-Fett-Diät, andere wiederum machen Oldschool nur Reis, Gemüse und Pute.
Einige machen mit Euch Trackworkouts, HIT oder gar kein Cardio, andere lassen Euch 60Min Rad fahren.
Jeder hat da andere Erfahrungen und andere Vorlieben. Deshalb vorab klären, wo der Weg hingeht, damit es hinterher keine Überraschungen gibt.

 

Wenn ihr aber diesen Weg geht, dann gibt es in der Folgezeit nur noch 3 Regeln:

  • Regel Nummer 1: Höre auf den Coach.

    Und diese Regel ist schon die Wichtigste: Höre immer auf den Coach. Wenn er Dir was sagt, dann wird das gemacht. Egal was Dein Partner dazu sagt oder Deine beste Freundin oder die Online-Athletin bei Facebook.
    Jeder Coach arbeitet anders. Es gibt viele viele Wege nach Rom. Aber sicher ist dabei: Man kann nicht beliebig hin und her hüpfen, man muss einem Weg folgen, damit man auch Erfolg hat.
    Dabei vorausgesetzt ist natürlich gesunder Menschenverstand (wenn er Dir sagt, Du sollst 20 Wochen Diät mit 800kcal machen, dann hörst Du bitte nicht auf ihn!!).

  • Regel Nummer 2: Vertrau dem Coach und dem Weg

Ähnlich wichtig wie Regel Nummer 1 ist das Vertrauen in Deinen Coach.
Wie schon geschrieben: Gesunden Menschenverstand vorausgesetzt (!) hast Du ihn Dir ausgesucht, weil Du mit seiner Methode einverstanden bist und ein gutes Gefühl hast.
Sollte es dann in der Vorbereitung (die kann zwischen 20 und 8 Wochen dauern) mal dazu kommen, dass Du Dich komisch fühlst oder was nicht gut findest, dann sprich es offen an. Wenn Du durch die Diät schon total fertig bist, Dich nur noch auf dem Zahnfleisch in die Firma schleppst, dort aber hochkonzentriert arbeiten musst, dann ist es event. keine so gute Idee, wenn du auf einmal 2x am Tag 60Min Cardio machen sollst.
Sei ehrlich und offen mit Deinem Coach, dann kann er Dich am besten beraten und betreuen.
Glaub immer daran: Er meint es gut mit Dir und will, dass Du in bestmöglicher Form auf der Bühne stehst.

  • Regel Nummer 3: ENJOY!

 Mag sich jetzt komisch anhören, aber für mich ist diese Regel Nummer 3 auch essentiell. Bei all der Anstrengung, Entbehrung, manchmal schlechten Laune und niedrigem Energielevel sollte man eines nicht vergessen: Du wolltest es so.

Du wolltest starten, Du wolltest da oben stehen und braun angemalt im Minihöschen ins Publikum grinsen bzw. ins Scheinwerferlicht.
Also versuch es zu genießen!

Jede Vorbereitung durchläuft verschiedene Phasen.
Am Anfang geht es meistens erst mal sprunghaft schnell vorwärts, man fühlt sich noch super weil der Energielevel noch hoch ist, man hat ein Ziel, ist hochmotiviert und der Körper verändert sich.
Dann kommt die Plateauphase, die unterschiedlich lang dauern kann.
In dieser Phase ist beißen angesagt, durchhalte. Der Energielevel sinkt und man sieht im Spiegel keine Veränderungen mehr, fühlt sich mies und fragt sich: „Wozu das Ganze?“
Hier können Fotos und Maße helfen.
Mir haben sie immer geholfen. Wenn man vermeintlich im Spiegel nichts mehr sieht, dann sieht man sehr wohl an Umfängen und oder auf Fotos, was sich tut.
Oft verliert man den Blick für sich selber (das tut JEDER Bodybuilder/Athlet, dafür braucht man dann einen Coach mit objektiver Einschätzung).
Danach kommt dann die Endphase: Du hast Deinen Körper überzeugt, auch das letzte bisschen überflüssiges Fett herzugeben und es geht mit Vollgas Richtung Bühne. Dein Energielevel ist nicht auch zuletzt aufgrund des extrem niedrigen Körperfetts tief unten in der Erde angekommen, Du fühlst Dich vielleicht dünn und mickerig, aber es ist die Zielgerade und Du kannst die Bühnenfarbe schon riechen.

Also genieße jeden Moment, versuche alle Phasen der Diät zu genießen und was mit Dir passiert.

 

 

Auch in der Bikiniklasse ist nicht mehr „einfach nur dünn“ gefragt. Schaut sie Euch an, die Mädels die vorn sind: Sie sind fit und trainiert, nicht verhungert (Jedenfalls in meiner Vorstellung).
Und Muskelaufbau gerade als Frau ist nicht leicht.

Viele Mädchen, die auf mich zukommen mit Fragen, haben sich selber auf Diät gesetzt mit wenig oder gar keinen Kohlenhydraten und vielleicht 1200kcal seit Monaten oder Jahren und fahren dazu ein (in meinen Augen) absurd hohes Cardio-Volumen von 60Min täglich.

Da muss erstmal ein Umdenken her, dazu braucht es auch Zeit, denn unser Körper ist großartig und passt sich allen Umständen an.

Wenn Ihr also von so einem Startpunkt kommt, dann wird jeder Coach, den ich kenne, Euch erst mal mehr Essen und richtiges Training verordnen, was dann aber auch zwangsweise erst einmal zu einer Gewichtssteigerung führt.

Aber davon dürft ihr euch nicht verrückt machen lassen. Denn es geht hier um das Fernziel, um ein höheres Ziel. Was auch immer ihr zunehmt, es dient dem Zweck und überflüssiges Fett wird eh spätestens in der Diät verschwinden.

Aber mit dem Startpunkt kommt man nicht drum herum, gerade wenn man langfristig gesund leben will. Noch einmal: Essstörung lässt grüßen…
Ihr macht Euren Stoffwechsel kaputt und eine Mangelversorgung schadet langfristig Eurer Gesundheit.
Was nutzt Euch der schönste Körper, wenn ihr durch Mangelernährung Organe geschädigt habt. Das ist nur die Hülle.
Das wollen wir alle nicht, denke ich.

 

Ganz am Ende bleibt:
Euer Weg hat nicht zu Eurem Wunschkörper geführt, sonst würdet Ihr nicht diesen Blog lesen und keinen Coach suchen.

Also seid offen für neue Wege und habt Vertrauen.

 

So, das ist jetzt doch mal wieder länger geworden, als ich es dachte.
Aber ich hoffe, Ihr könnt Euch die eine oder andere Info raus ziehen. 😀

 

 

Was sagt Euch Euer Herz? (von Sabrina)

 

„Triff klare Entscheidungen und wähle, wer du sein willst und welchen Weg du in diesem Leben gehen willst Die meisten Menschen leiden unter Unklarheit. Sie sagen zwar, was sie nicht wollen, aber wissen selten, was sie wirklich wollen und stehen folglich im ‚Nebel‘.

Befrage dein Inneres, dein Herz, was dir das Wichtigste in deinem Leben sein soll, welche Qualitäten, welche Richtung dein Denken, Sprechen und Handeln haben soll. Wenn du das nicht tust, entscheidet dein Unbewusstes über deinen Weg und du erschaffst Zustände und Ereignisse, die du nicht wirklich willst und unter denen du dann leidest.“

Robert Betz

 

Gar nicht so einfach.

Ich habe Euch ja bereits in meinem Blog über das Thema „Nein-Sagen“ geschrieben, dass man öfters mal auf sich selber hören sollte.
Aber das ist gar nicht so einfach, wenn man das lange Zeit nicht gemacht hat.

Heutzutage funktionieren wir alle von morgens bis abends spät, Aufstehen, Fertig machen, Arbeit, Freizeitstress, Familie/Partnerschaft/Freunde, Schlafen.
Vollautomatisierte Abläufe, wie der Hamster im Laufrad.
Schon klar… Vieles davon müssen wir (z.B. Arbeiten), vieles „gehört sich einfach“ und irgendwo auf der Strecke hat man vergessen, mal kurz inne zu halten.

 

Nachdem mir immer wieder gesagt wurde, ich müsse mal „runter kommen“ habe ich mich neulich an einem Meditationskurs versucht.

Meditieren lernen mit einer Buddhistischen Nonne in Hamburg.

Ich habe selten einen so lebensfrohen und doch ruhigen Menschen erlebt. Das war toll.
Und doch waren diese Stunden dort im Gruppenkurs für mich mehr als anstrengend.
Abseits der Alltagshektik saß ich dort im Raum, wild entschlossen tiefenentspannt zu sein.
Vermutlich scheiterte ich schon im ersten Moment, mit dieser Herangehensweise.

Mein Gedankenkarussell wollte einfach nicht stillstehen. Die Pferdchen drehten sich… und drehten sich… und drehten sich.

 

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Und trotz 3 Durchgängen mit Zwischenbesprechungen fand ich keine Ruhe, konnte ich nicht abschalten, die Gedankenströme nicht einfach unbeachtet „fließen lassen“.

Im ersten Durchgang sollten wir uns einen blauen Himmel vorstellen.
Noch nie fand ich es so schwer überhaupt nur die Farbe Blau zu sehen.

 

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Als ich heimfuhr wurden mir mehrere Dinge bewusst:

– Wie schwer es mir fällt, „abzuschalten“ und
– wie selten ich auf meine innere Stimme höre.

Das mit dem Abschalten, dazu schreibe ich noch mal einen anderen Blog.
Jetzt möchte ich den anderen Gedanken weiterverfolgen: „Auf meine innere Stimme hören“
Kann man das verlernen?

Und ich kam ins Grübeln, während der Fahrt (ja ich weiß, soll man nicht, aber da waren sie wieder, die bunten Pferdchen…): Was will ich eigentlich?

Dazu habe ich ja mit Leslie schon vor einigen Wochen diese schöne Übung gemacht:

  • Was will ich?
  • Was will ich nicht?

Und natürlich ist mir klar: Es gibt Verpflichtungen, da müssen wir alle durch.
Die Miete muss ja gezahlt werden. 😉

Aber bei einigen Dingen, ich bezeichne sie jetzt mal als „weiche Verpflichtungen“, da bin ich im Zuge des ganzen „Nein-Sagens“ etwas nachdenklicher geworden.
Sei es der Pflichtbesuch bei den Eltern oder das Telefonat mit der Freundin, die zum 5x in diesem Jahr Liebeskummer hat – und das alles an Eurem freien Abend.
Dabei kann man sich schon mal fragen, was davon „will“ ich jetzt wirklich? Und wozu kann ich auch mal ruhigen Gewissens „Nein“ sagen?

Ich glaube mittlerweile, das ist alles Übungssache.

Je länger ich mich nämlich mit dem Thema beschäftige, desto leichter fällt es mir, zu erkennen, was ich möchte.

Was man nicht will, da weiß man meistens sofort („keine dicken Oberschenkel“ oder „Keinen Stress mit den Kollegen“). Das wird keinem von Euch schwer fallen, hier beliebig anzukünpfen und eine 5-Seiten-lange Liste zu schreiben.

 Aber was WILLST Du?

Könnt Ihr das aus dem Stehgreif beantworten?

Was fühlt ihr in Euch?

 

Ich hab ein paar Ideen davon, was ich will (und ich benutze bewusst das Wort „will“ und nicht „möchte“!):
Ich will meinen Job gut machen, meinen Lieben eine gute Freundin sein.
Ich will mehr Glitzer in diese Welt bringen, mehr Balance finden.
Ich will regelmäßiger Bloggen, mich hier weiterentwickeln, vielleicht noch mehr schreiben.
Ich will mich auf die Dinge konzentrieren, die mir wirklich Spaß machen, anstatt 20 Projekte anzunehmen, und davon die Hälfte nur aus „Höflichkeit“.
Ich will häufiger auf mich selber hören und auf mich achten (liegt sehr nah zusammen, in der selben Schublade).
Ich will langsame reden (nicht nur bei den Interviews mit Team Andro, aber da im Speziellen -ich sag nur „DTM-Geschwindigkeit“).
Ich will mich vielleicht auf lange Sicht mit Walter anfreunden (jaaaa – es ist mir endlich gelungen, ein Foto von dem Biest zu machen 😀 ).

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Vielleicht liegt es auch immer noch am Herbstblues, dass ich eher nachdenklich mit der Kuscheldecke auf der Couch sitze und mir deshalb solche Dinge durch den Kopf gehen.

 

Am Ende ist es doch so, wie ich es in meinem Blog „Bikini vs. Figur“ schrieb:

Ihr müsst es in Euch fühlen, es muss Euer Herz bewegen.

Wenn ihr Bikini fühlt, dann ist es „shit-egal“ was alle anderen sagen. Dann solltet ihr auf den Bauch hören (außer er sagt Kekse).

Denn auch, wenn ihr anfangs vielleicht nicht die Idealvoraussetzungen mitbringt, mit gezieltem Training und Ernährung und Zeit kann man ganz viel erreichen.
Und wenn ihr überhaupt nicht das Verlangen fühlt, zu starten, dann ist das auch ok.
Und wenn ihr auch kein Verlangen fühlt, überhaupt ein Sixpack zu haben – so what.
Und wenn ihr das unbedingt wollt, dann Vollgas!

All das geht unabhängig von „Gesundheit“ und „Fitness“, eine Eisennixe ist man im Herzen und nicht nur an der Hülle.

 

Und auch ganz abseits von diesem Thema könnt ihr in Euch reinhören, hören, was Euer Herz Euch sagt.

 

Versucht es mal diese Woche… in Euch rein zu hören.
Ohne Facebook, Whatsapp und der ganzen „Dauer-Beschallung“.

 

Was sagt Euch Euer Herz?

 

 

Der informative Blog, Teil 1: Schuhe (von Sabrina)

 

Immer wieder bekomme ich die Frage gestellt, welche Schuhe Frau auf Wettkämpfen tragen darf/sollte/muss.

Diese Frage lässt sich selten pauschal beantworten, ich möchte mich dennoch einmal an einem kurzen Leitfaden für Euch probieren.
Vorweg: Dieser Leitfaden richtet sich an die Starterinnen des DBFV/IFBB, da ich mich an deren Regelwerk orientiere und auch selber dort daheim bin. 🙂

 

Also, eins Vorweg: Frauen und Schuhe, das schier unendliche Drama. *lach*

 

Bikini-Fitness-Klasse

Das Regelwerk des DBFV e.V. besagt:

2. VERHALTENSREGELN
… Es werden Schuhe freier Wahl getragen. …

 

So weit, so gut.

Es gibt also keine festen Vorschriften, ihr könnt da auflaufen, wie ihr wollt (naja, zu Turnschuhe oder Overkneestiefeln würde ich Euch jetzt nicht unbedingt raten)…

 

Und so sah das dann auf der allerersten Deutschen Meisterschaft in der Bikiniklasse aus (Bilder anklicken zum vergrößern!):

 

Anfang

 

Wirklich bunt gemischt.

Es gibt ja auch wirklich viele verschiedene Heels:

 

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Mittlerweile gibt es einen eindeutigen Trend zu „klaren Heels“ mit oder ohne Strassdetails.
Warum?
Die Antwort ist simpel: Sie verlängern optisch das Bein. Und lange Beine sind in der Bikiniklasse ja nun mehr als erwünscht.
Einige Beispiele:

 

 

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Und sicher könnt ihr auch gleich sehen, welchen Vorteil diese „klaren Heels“ mit sich bringen: Sie stören nicht die optische Linie.
Ich persönlich rate immer zu normalen, ohne Strass mit max. 2cm Plateau vorn – alles andere finde ich deplatziert auf einer Wettkampfbühne.

Schuhe mit Strass und Schnörkel kann man am Ende auch auf jeder Party tragen.

Aber natürlich ist es Geschmackssache und das Regelwerk macht dazu keine Verbote.

 

 

 

Frauen-Fitness-Figurklasse

Das Regelwerk des DBFV e.V. besagt:

 

2. VERHALTENSREGELN
In Runde 1 und 2 werden Schuhe (High Heels) mit einer Sohle von max.1 cm getragen (keine Plateau-Schuhe).

 

Hier gibt es also ganz konkrete Vorschriften.

Und bitte glaubt mir, spätestens beim Wiegen und Einschreiben, wo ihr Bikini und Schuhe vorzeigen müsst, wird das auch kontrolliert. Bei meiner letzten Deutschen Meisterschaft hatte ich Glück mit meinen Schuhen, die nur knapp über 1cm Plateau hatten. Ich durfte sie tragen.
Lehre fürs nächste Mal: Immer ein paar regelkonformer Schuhe dabei haben!

 

In der Figurklasse gab es bis zu dieser Saison noch eine Vorwahl im schwarzen Bikini und ein Finale im bunten Bikini. Diese Regelung wurde vor kurzem vom DBFV/IFBB aufgehoben.

Dennoch möchte ich Euch kurz zeigen, wie Vorwahl und Finale ausgesehen haben – achtet aufs Schuhwerk:

 

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Obwohl es dazu keine konkreten Vorschriften gab, haben viele Athletinnen zu dem schwarzen Bikini der Vorwahl schlichte schwarze Pumps getragen (international = EM/WM gab es feste Vorschriften, in Deutschland nicht!).
Viele – aber auch nicht alle, wie ihr sehen könnt.

Im Finale sieht es dann immer sehr verschieden aus, ganz nach Geschmack:

 

Figur Finale 2 Figur Finale

 

 

Ihr seht, obwohl es feste Vorschriften gibt, haben auch die Figur-Athletinnen reichlich Auswahl.
Das Regelwerk wurde gottseidank bezüglich der Absatzhöhe angepasst, so dass wir dort keine Einschränkungen mehr haben.

 

 

Weitere Tips

 

Ob nun Sandaletten oder Pantoletten/Mules, sprich lieber etwas mit einem Verschluss am Knöchel (wegen des „sicheren Gefühls“) oder lieber leicht in die Schuhe rein- und rausschlupfen , das ist letztlich wieder „Geschmacksfrage“.
Ich persönlich habe immer Mules getragen, weil ich mich, wenn der Bikini einmal am Popo klebt, nicht mehr bücken wollte, um Riemchen zu schnüren.
Aber ich bin auf hohen Absätzen auch recht geübt.
Übung ist überhaupt das Stichtwort.
Ich kann Euch nur dringend raten, wenn ihr nicht regelmäßig auf hohen Absätzen unterwegs seid: Üben, üben, üben.
Nichts ist schlimmer, als eine tolle Athletin, die über die Bühne stackst wie ein junges Fohlen, das ist alles andere als sexy und vorteilhaft.

Also tragt die Schuhe daheim, auf Teppich, auf Holz, auf Stein, beim Putzen oder kochen, geht damit Tanzen oder ins Kino, Hauptsache ihr fühlt Euch sicher auf euren Schuhen.

 

Ein letzter Rat:

Die Schuhe 1-2 Nummern kleiner kaufen als ihr normalerweise tragt. Man rutscht nach vorne durch und dann steht hinten an der Hacke ein Stück Schuh über, das sieht total dämlich aus.

Vertraut drauf – ich trage auf der Bühne Größe 38, im echten Leben aber 39/40. 

 

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Shopping-Tips

Nun gibt es ja im World-Wide-Web zahllose Shops und Möglichkeiten, wer wie ich in Hamburg lebt kann auch mal eben auf die Reeperbahn düsen und dort in dem einen oder anderen Rotlichtladen Schuhe probieren.
Günstiger ist es aber sicher, sie online zu erwerben.

Gängige Suchbegriffe sind die Marke „Pleaser“ und „clear heels“.

Neben Ebay und Amazon gibt es noch ein paar Shops, die ich Euch ans Herz legen möchte:

 

www.my-size.de  (mein Stamm-Laden)

http://www.high-heels-perfect.de/

www.schuhtempel24.de

www.allyouneedtonight.de

http://www.crazy-heels.de/shop/index.php

 

Und ganz zuletzt könnt ihr auch noch in unserer Bikini-Börse auf Facebook vorbeischauen, da bieten einige Mädels ihre alten Schuhe gebraucht an:

https://www.facebook.com/#!/groups/217392234973675/

 

 

 

 Meine persönlichen Favoriten

 

Auch wenn ich beim 2. Start unbedingt andere Schuhe haben musste, die hier sind meine Favoriten:

http://www.my-size.de/index.php?a=55997

http://www.my-size.de/index.php?a=56971

http://www.my-size.de/index.php?a=56093

http://www.crazy-heels.de/shop/product_info.php/info/p22184_CHIC-06—Klar-Klar.html

 

Oft gesehen oder ganz neu auf der Shoppingliste (Update 17.01.2014):

http://www.crazy-heels.de/shop/product_info.php/info/p9185_FLAIR-408.html

http://www.crazy-heels.de/shop/product_info.php/info/p22185_CHIC-07—Klar-Klar.htm

lhttp://www.crazy-heels.de/shop/product_info.php/info/p22143_LIP-108R—Klar-Klar.html

http://www.crazy-heels.de/shop/product_info.php/info/p22183_CHIC-05—Klar-Silber.html

 

Schlussworte

Bei allen vorangegangenen Tips bedenkt bitte: Diese richten sich nur nach dem DBFV und einem Start innerhalb Deutschlands.
Im Ausland habe ich schon vieles erlebt und würde daher immer  ein Paar gänzlich ohne Plateau dabei haben. Einige Kampfrichter achten darauf, andere nicht, einige machen eine Ausnahme, andere sind unerbitterlich. Geht insoweit lieber auf Nummer sicher.

Und jetzt:

Fröhliches Shoppen!

 

 

 

 

Sag Nein (von Sabrina)

 

Einige von Euch werden es schon kennen. Heute bin ich zum x-ten Mal darüber gestolpert und immer wieder regt es mich zum Nachdenken an.

 

  1. Ich gehe die Straße hinunter.
    Dort ist ein tiefes Loch.Ich falle hinein.Ich bin verloren. Ich bin ohne Hoffnung.
    Es ist nicht meine Schuld.Es dauert ewig, um einen Ausweg zu finden
  2. Ich gehe die gleiche Straße.
    Dort ist ein tiefes Loch.Ich behaupe, es nicht zu sehen.
    Ich falle wieder hinein.Ich kann es nicht glauben, dass ich schon wieder hier sitze.
    Aber es ist nicht meine Schuld.Es dauert noch eine lange Zeit, um heraus zu kommen.
  3. Ich gehe die Straße hinunter.
    Dort ist ein tiefes Loch.
    Ich sehe es deutlich. Ich falle dennoch hinein, nur aus Gewohnheit.Meine Augen sind offen.
    Ich weiß, wo ich bin.
    Es ist meine Verantwortung.Ich klettere sofort da raus.
  4. Ich gehe die Straße hinunter.Dort ist ein tiefes Loch.Ich gehe um es herum.
  5. Ich gehe eine andere Straße.

frei übersetzt: Autobiography in Five Short Chapters by Portia Nelson

 

 

Wir alle kennen das.

 

Es gibt Dinge, die WISSEN wir besser und machen sie trotzdem.
Es gibt Dinge, die sehen wir auf uns zurasen, wie einen D-Zug, und bleiben doch stehen anstatt zurückzutreten vom Bahnübergang.
Ganz oft fühlen wir uns „unschuldig“, als Opfer, obwohl wir es besser wissen.

Warum tun wir viele dieser Dinge?

 

Ganz oft hat es mit Ängsten zu tun.
Eine davon ist z.B. „nicht gemocht zu werden“. Dies betrifft häufiger Frauen.
Schon als kleines Mädchen hören wir „sei artig sonst hat Mutti dich nicht mehr lieb“.

Oha.
Mit schreckensgeweiteten Augen steht die Kleine da und schaut Mutti an. „Wirklich? Gibt es das? Dass Du mich nicht mehr lieb hast, Mutti?“
Und ab sofot wird die Kleine zumindest versuchen immer artig und folgsam zu sein, damit Mutti ja nicht aufhört zu lieben.

Dieses Sucht des „Gefallen-Wollens“ ist der eigenen Entwicklung aber eher hinderlich.

Ich bin auch ein klassischer Fall dieser Angst.
Das gepaart mit meinem Engagement im Sport, meiner Begeisterung für die Materie und damit einhergehendem Wissen führt zu etwas, was Aline „Helfer-Syndrom-Sabrina“ nennt.

Nun ist ja überhaupt nichts verkehrt an der Sache, hilfsbereit zu sein. Wirklich. So gar nicht.
Aber wenn es Überhand nimmt und man sich selber aus en Augen verliert, dann sollte man auf die Bremse treten.

 

Ich habe lange Zeit nicht gemerkt, dass ich meinen Focus nur noch zu 150% auf außerhalb stehen habe.
Auch Hinweise der engsten Freunde habe ich lange ignoriert.

Sagen wir mal, ich fand sehr großen Gefallen an Kapitel 2.
Das habe ich lange Zeit immer und immer wieder nachgespielt.
Und wenn man das jetzt mal so liest… dann kann man nur über sich selber schmuntzeln und den Kopf schütteln.

Aber es ist so. Ich fühlte mich oft auch als Opfer der undankbaren Welt da draußen.
Dabei bin ich einfach wieder und wieder in das selbe Loch gefallen.

Anstatt auf mich zu achten und mal an mich zu denken habe ich alles für andere getan und darauf gewartet, dass mich diese „Wohl-Taten“ irgendwann mal glücklich machen.
Aber selbst wenn mal große Dankbarkeit zurück kam, richtig glücklich habe ich mich nicht gefühlt.

Ist ja auch klar.
Wer sich damit beschäftigt, weiß, Glück kommt nicht von außerhalb. Sondern aus unserem Innersten.

 

Irgendwie habe ich dann Kapitel 3 gelesen und irgendwie auch umgesetzt, so dass ich direkt zu Kapitel 4 gewandert bin.
Es hat gedauert und es ist mir nicht sofort bewusst gewesen, als es passierte. Es war irgendwie ein schleichender Prozess.

 

Aber mehr als einmal hat Aline mich gefragt „Ach, sitzt die Helfer-Syndrom-Sabrina wieder im Keller und meldet sich nicht?“
Lustiges Gefühl.
Aline ist in diesem Punkt weiter als ich und das ist das Schöne an einer Freundschaft, wenn man sich gegenseitig helfen und fördern kann in solchen „schwachen Punkten“.

 

„Nein“ sagen ist eine der schwierigsten Sachen auf der Welt, behaupte ich.
Dabei ist es egal ob man Nein zu Schokolade, falschen Freunden, unnötigen Überstunden oder lästigen Aufgaben sagt.

„Nein“ sagen ist schwer. Punkt.

 

Und doch ist es wichtig, nicht davor zu kneifen.
Man muss sich trauen, wie damals beim ersten Sprung vom 3er im Freibad.

 

Das kann man bei vielen Gelegenheiten, es muss ja nicht gleich die große Aufgabe sein.
Z.B. wenn eine Freundin fragt, ob ihr Lust auf Kino habt (und ihr keine habt) dann sagt ruhig mal „nein“.

Und ihr werdet überrascht sein, dass nichts passiert.
Weder kündigt sie euch die Freundschaft, noch fallen die Sterne vom Himmel.
Ganz im Gegenteil.
Nicht nur in Freundschaften, auch in der Beziehung oder im Job ist es sogar eher förderlich, wenn Frau mal lernt, ganz klar Stellung zu beziehen.
Anstatt sich das x-te Projekt aufdrücken zu lassen, obwohl man jetzt schon keine Mittagspause mehr macht vor lauter Stress, sollte man einfach mal sagen „Nein, ich finde, das kann Herr xy viel besser erledigen als ich.“

 

Ich liebe es ja, mich in Arbeit zu stürzen.
Manchmal denke ich, ich hab Angst vor Langeweile.

Ich KENNE die nicht mal persönlich, Langeweile. *lach*

 

Aber 2013 hat mich gelehrt, dass es durchaus mal ratsam sein kann, „Nein “ zu sagen und auf die Bremse zu treten.

Gerade gestern  wieder geschehen.
Lustigerweise schrieb ich Aline vorher eine Nachricht, dass meine Aufgabe für das Gespräch sei, „Nein zu sagen“.
Und ich hab es geschafft, obwohl ich mir vorher nicht sicher war, wie laut sich die „Helfer-Syndrom-Sabrina“ dagegen wehrt.

…aber sie ist leiser geworden, irgendwie scheint ihr der Keller zu gefallen.

 

 

In diesem Sinne: Passt auf Euch auf, Ihr könnt eh nicht die ganze Welt retten. 🙂

 

Und damit werdet ihr Step by Step lernen, auf Euch selber zu achten.
Denn auch DAS ist Teil des gesunden, ganzheitlichen Lifestyles.

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Fairness – oder: Wann ist ein Athlet ein Athlet? (von Sabrina)

 

Wikipedia sagt:

Allgemein
Fairness bedeutet anständiges Verhalten sowie eine gerechte und ehrliche Haltung gegenüber anderen Menschen. In Spiel und Sport bedeutet es, sich an die Spielregeln zu halten und ein anständiges, gerechtes Spiel zu führen. Regeln der Fairness setzen auf einen Konsens unter gleichberechtigten Menschen.

 

Ich weiß nicht genau, woher er kommt, mein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn.
Es mag an meinen Eltern liegen, oder daran, dass ich mit zwei Geschwistern groß geworden bin. Oder es liegt mir in den Genen… keine Ahnung.

Fakt ist: Es ist so. Ich HASSE unfaires Verhalten und Ungerechtigkeiten.

 

Seit ich mich in diesem Sport engagiere, ihn für mich entdeckt habe, predige ich gerade zu ein faires Miteinander.
Allen Mädels (und auch den Jungs) versuche ich es mitzugeben.
Denn anders, als vielleicht in anderen Sportarten, wo einem ein unfaires Verhalten möglicherweise einen Vorteil sichern könnte,  ist es im Bodybuilding eben nicht so.

Auch wenn uns der Klassiker „Pumping Iron“ versucht es vorzugaukeln: Selbst jemanden das T-Shirt zu klauen macht Dich nicht automatisch zum Champ. *lach*

 

 

 

Dies gilt nicht nur für den Backstagebereich (wo ich es aber auch immer predige): Ich habe schon meinen Bikinikleber verliehen und nie wiedergesehen, aber ich wusste, er hat einer anderen Starterin geholfen, gut auszusehen.
Gleiches gilt für Öl, Makeup, Haarspray, Therabänder.
Schon klar – ihr solltet nichts weitergeben, wenn ihr es selber gerade braucht. Aber wenn ihr durch seid mit dem Pumpen, warum nicht aushelfen?

Selbst wenn man kaputt ist und nur seine Ruhe will bzw. sich gern zurückziehen möchte, wenn man um Hilfe gebeten wird und helfen kann, dann sollte man es auch tun, finde ich.
Auch mir wurde backstage schon geholfen.

Als ich z.B. bei meiner ersten DM nach der Vorwahl überraschend doch im Finale stand und mir die vom Öl fettigen Haare fix waschen musste hat mir eine direkte Konkurrentin, die im Finale neben mir stand, noch geholfen die Haare zu glätten. Das hätte sie nicht tun müssen, aber sie hat es getan und es war super lieb von Frances. 🙂

 

 

Nun besteht das Athleten-Leben ja aber nicht nur aus Backstagebereich und Wettkampf.

Schon vorher zeigt sich oftmals, was einige Menschen (und ich sage hier bewusst nicht „Athleten“) unter Fairness verstehen.

 

Natürlich ist es, wenn man sich bei Facebook in die Öffentlichkeit begibt, immer mit Risiko behaftet, eventuell auch kritisiert zu werden.
An Kritik als solches ist nichts Verkehrtes. Kritik bringt einen manchmal auch weit nach vorne, wenn man sie annimmt.
Und wir alle kennen auch den Moment, wo man als Kritiker auf einmal zum „Hater“ abgestempelt wird, was in meinen Augen auch nicht so richtig ist, sofern die Kritik sachlich und konstruktiv ist.
Natürlich ist man als Athlet gerade in der letzten Phase der Vorbereitung auch nervlich „dünn“ dabei und reagiert sehr empfindlich…

 

Aber einige Menschen verwechseln „Kritik“ mit Lästern und meinen, weil sie es offen tun (als Bildkommentar oder direkte Nachricht im Chat) sei es ja kein Lästern, weil Lästern… das findet doch nur „hinter dem Rücken“ statt oder?

 

FALSCH.

 

Ich persönlich finde es im höchsten Maße verwerflich, Athleten in der Vorbereitung miese Sachen zu schreiben.
Und noch einmal: Ich spreche nicht von gut angebrachten Anmerkungen sondern von schlichten Gemeinheiten, die man nur schreibt, um den anderen runterzumachen.

Jeder von Euch wird den Unterschied kennen.

Ich persönlich habe auch Athleten, mit denen ich menschlich nicht so klar komme. Aber dann schreib ich da einfach nichts drunter, fertig.

 

Aber wenn ich so etwas höre, von Athleten die ganz gezielt fertig gemacht werden von irgendwelchen anderen sogenannten „Sportlern“, die sie nicht mal im echten Leben kennen, dann muss man sich schon fragen: Wie armseelig ist das bitte?
Für mich sogar noch viel mehr als das. Ich werde da ganz böse.

Gerade erst habe ich von so einem „Fall“ bei Facebook gehört. Mein erster Impuls war eine „böse Nachricht“ an Person X…. aber dann habe ich mir gedacht: „Wozu?“.
Denn solche Menschen sind selber schon gestraft genug.

 

Dieses Rumspionieren bei Facebook oder im Gym, nach möglichen Konkurrenten oder einfach nur „Opfern“ der eigenen Unzufriedenheiten suchen.
Die Zeit, die diese Personen aufwenden hierfür und die Nerven. Das alles ist ja schon Strafe genug.

Denn eins sind sie auf jeden Fall nicht: „Gewinner“.

Um in diesem Sport ganz vorne zu stehen bedarf es eben doch mehr als eines dicken Bizeps‘ oder der perfekten Linie.

Der Charakter formt einen Athleten.

 

Also tut Euch selber einen Gefallen: Setzt diese Leute für den Rest der Wettkampfzeit auf „Ignorieren“  (wozu hat Facebook so tolle Funktionen) und lasst Euch nicht weiter ablenken.
Hinterher könnt ihr ja dann immer noch überlegen, was ihr damit macht.

 

In diesem Sinne… ich hoffe, die richtigen Personen fühlen sich angesprochen.
Ihr wisst ja, dass ich an Karma glaube.

 

Karma-Cafe

 

 

 

Der informative Blog, Teil 2a: Bikini vs. Figur (von Sabrina)

 

Mehr als einmal habe ich von Mädels gehört oder gelesen „Wenn es nicht für Bikini reicht, dann mache ich eben Figur“,oder (alternativ): „Wenn es für Bikini zu viel wird, dann gehe ich eben in Figur“.

 

Bei der Eisennixe prallen insofern gefühlt Welten aufeinander: Aline ist für mich eine DER Bikiniathletinnen überhaupt. Sie war eine der ersten und für mich verkörpert sie die Klasse wie kaum eine andere.

Parallel dazu war Figur schon immer meins. So wie die Starterinnen der Klasse wollte ich immer aussehen und ich kann mich auch noch immer nicht daran satt sehen. Gerade am vergangenen Wochenende mit der Figur-Olympia-Klasse, göttlich!

 

Nun war ich ja auch schon als Coach tätig, habe gemeinsam mit meinem Lebensgefährten Jörn in einer Saison parallel eine Figur-Athletin und Aline vorbereitet.
Ehrlicherweise muss man hier anmerken, dass Jörn bis zu dem Zeitpunkt eher „kritisch“ ob der sportlichen Leistung einer Bikini-Athletin war.

Vermutlich ist das ein Vorurteil, was viele Athleten teilten, als die Bikiniklasse neu kam: Das sind ja die „Hübscheren“aus dem Freibad, die müssen ja gar nicht zum Sport.
Fakt jedoch ist, dass die Bikinimädels genau so diäten und trainieren wie alle Bodybuilding-Athleten, mit dem Unterschied, dass jede Klasse ein spezifisches Training erfordert.

 

Während in der Figurklasse Wert auf ein schönes V, runde Schultern, schmale Taille, schön geformte Beine und einen insgesamt athletischen Aussehen mit vernünftiger Härte gelegt wird (der so genannte„Martini-Glas“-Look) liegen die Schwerpunkte in der Bikiniklasse eher woanders: runder, sehr wohl geformter Knackpo, gute Bauchmuskeln, schlanke Beine und einen guten Mix aus straffer Muskulatur aber softem Look.
Soft heißt in diesem Fall nicht speckig, aber eben doch eher mit einem leichten Wasserfilm anstatt super abgezogen.
Auch wenn das Regelwerk der Figurklasse die Härte nicht vorsieht, so zeigen die Wertungen auf den Meisterschaften doch, dass dieser Look vorn gesehen wird.

Natürlich unterscheidet sich das generelle Training der beiden Klassen nicht vollkommen, auch kommt es auf die Veranlagung und Ausgangslage an, aber zumindest meine Athletinnen haben unterschiedlich trainiert.

 

Bei Aline lag der Schwerpunkt einfach viel stärker auf ihrem Beintraining inkl. Potraining, mit Plyometric-Einheiten.

 

Natürlich gibt es Athletinnen, die anfangen sich für eine Klasse vorzubereiten und dann doch in der anderen starten.
Bekanntestes Beispiel ist wohl Selina Rudel, die ursprünglich in der Figurklasse starten wollte um dann nach einem Spontan-Wechsel den Gesamtsieg in der Bikiniklasse der Deutschen Meisterschaft zu holen.

 

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(Foto von ihrer Facebookseite https://www.facebook.com/pages/Selina-Rudel-IFBB-Bikini-Germany/108830772616777#!/pages/Selina-Rudel-IFBB-Bikini-Germany/108830772616777 )

 

Dieser Wechsel bestätigt nur noch einmal: Die Bikinimädels sind schon lange nicht mehr nur „dünn“ sondern trainiert. Auch wenn Selina neben anderen zu den eher athletischeren Starterinnen gehört, dieser Trend wird sich fortsetzen.

Man macht sich oft kein Bild davon, wie kräftig diese Athletinnen wirklich sind.
Es gibt einen deutlichen Unterschied zwischen Bikini und Figur.

 

Wenn man nun also Bikini starten möchte und mittendrin auf einmal die Kommentare laut werden, man wäre eventuell schon„zu viel“ für die Klasse: Hört nicht drauf.
Viele die Menschen, die nicht wirklich in der Szene drin sind, können das oft nur schlecht beurteilen.
Ich erinnere mich noch an meine letzte Vorbereitung, in deren Verlauf ich einige Kilos abspeckte und immer häufiger angesprochen wurde, warum ich so muskulös geworden sei und ob das nicht mal langsam„reichen“ würde.
Natürlich hatte ich dafür (nicht zuletzt auch dank der Diät) nur ein müdes Lächeln übrig.

Man selber fühlt sich dünn, ja fast magersüchtig– und jeder andere hält einen für ein Tier. Ich weiß, das ist alles relativ, in meinem damaligen Studio war ich es aber für die anderen Mitglieder.

 

Gleiches gilt, wenn ihr euch gezielt auf die Bikiniklasse vorbereitet, aber das Gefühl habt, es „reicht nicht“,sprich die Zeit der Diät reicht nicht damit ihr in die entsprechende Form kommt.
Bitte glaubt mir: Figurklasse heißt muskulöser und härter sein.
Wenn es also „gefühlt“ für Bikini nicht reicht, dann sollte man immer zuerst den Coach mit diesen Zweifeln überfallen. Er wird Euch die Wahrheit sagen. Und vielleicht raten, lieber noch ein halbes Jahr bis zur nächsten Saison zu warten, bevor ihr unfertig auf der Bühne in der „falschen“ Klasse zu stehen.

 

Denn nicht nur unterscheidet sich der Look, auch unterscheidet sich das Posing.

Ich habe gemeinsam mit Aline einen Posingworkshop gemacht und mich ausführlich mit den Bikiniposen beschäftig.
Ich behaupte selbst nach 2x Starten ist mein Figur-Posing noch deutlich verbesserungswürdig. Aber mein Bikini-Posing ist das Letzte. *lach*

Ich „fühle“ es einfach nicht, das ist nicht meine Welt.
Während es einigen Mädels einfach im Blut liegt da oben so flirty geschmeidig mit dem Po zu wackeln und dabei noch sportlich auszusehen wirkt es bei mir wie in einem schlechten Film. Ich fühle mich steif und hölzern.

 

Ich denke, man muss einfach seine Klasse finden, deren Look einem gefällt und deren Posing einem liegt.

 

Und man sollte keinesfalls auf die Klasse verzichten, die einem am Herzen liegt, nur weil es „nicht reicht“ oder„zuviel ist“.

 

Sucht euch einen kompetenten Coach, gute Beratung und fahrt mal zu der einen oder anderen Meisterschaft, schaut es Euch live an. Ihr müsst es spüren und dann wisst ihr auch, was ihr wollt.

 

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Verfolgt diesen Traum, gebt nicht auf.
Nicht jede wird über Nacht zur Gesamtsiegerin der Deutschen Meisterschaft.
Aber jede kann es versuchen.

 

 

Niemand weiß, was er kann, bevor er’s versucht.
Publilius Syrus