Mein derzeitiges Leben – „Gastblog von Katl“

 

Heute möchte ich mich mal mit einem Blog über mein momentanes Leben versuchen.
Leben, naja was „Leben“ in der Wettkampfvorbereitung ist.

 

Jeder, der in einer steckt oder schon mal eine gemacht hat, weiß, was das bedeutet.
Das Leben besteht eigentlich nur noch aus Sport, Arbeit, Essen, ans Essen denken und dem Versuch, nicht durchzudrehen.
Sozialleben, d.h. Freundschaften pflegen etc., hat man auch noch, aber es muss alles geplant werden. Essen gehen kann man ja nicht und ist daher oft „außen vor“ oder trifft nicht immer auf Verständnis, wenn man seine Tupperdose mitbringt (besonders, wenn die wie bei mir auch noch nach Knoblauch und Fisch riecht).

 

Irgendwie ist man immer im Stress, alles zu managen. Ich arbeite im 3-Schicht-System und puh, das ist oft ein Chaos:

  • Frühdienst 5 Uhr aufstehen, arbeiten, danach heim Cardio, abends ins Krafttraining und Essen vorkochen für den nächsten Tag.
  • Spätdienst 6 Uhr aufstehen, Cardio, frühstücken, Krafftraining, arbeiten und danach Essen vorkochen.
  • Nachtdienst 24 h auf den Beinen, Cardio, Essen richten, abends Krafftraining, arbeiten, morgens tot ins Bett und versuchen zu schlafen. Was mir persönlich leider sehr schwer fällt, besonders jetzt in der Endphase.

 

Wie man sieht, steckt da ein Berg Organisation dahinter und wehe, mein Plan gerät durcheinander. Oh oh…!
Meist ist man ja eh schon gut an der Grenze angekommen, körperlich wie auch mental. Viele beschreiben ihr Diätgemüt als launisch, kraftlos, energielos. Bei mir ist es so, dass ich schwanke zwischen müde und energiegeladen. Ha ha – und seeeehhhhr sensibel, oh jaaaaaa.

Einfach: Emotionsachterbahn!

 

Aber kennt ihr das, wenn ihr richtig Hunger habt?  Der Geist spielt manchmal richtig verrückt, ein Tag ist man voller Energie und denkt sich: „Yeah, das wird toll, deine Form ist super!“
Unmittelbar gefolgt von Tagen, an denen man verzweifelt, sich dünn und dick zugleich fühlt, Panik bekommt und sich fragt, wofür man das tut…

In solchen Momenten  hol ich meinen Glitzerbikini raus (ich liebe ihn!) und mache meine Augen zu. Denke an meine erste Wettkampferfahrung, und hey, ich liebte den Moment auf der Bühne. Ich habe gestrahlt, wollte meine ganze Arbeit zeigen als Ex-Fettie dort oben zu glänzen. Mein persönliches Ziel erreicht zu haben hat alle Strapazen wett gemacht. Der schönste Tag!

 

Dann gibt es natürlich auch die Menschen die einen so doll unterstützen (um die ich soooo dankbar bin). Die einem den Kopf waschen, wenn man kurz vor dem durchdrehen ist. Die Freunde, die einen ablenken vom Sport (Es gibt ein Leben danach, davor und überhaupt :-P), und die Kollegen die einen in der Arbeit unterstützen (daannkkeeeee!).

Vorgestern quatschte ich mit meinem Dad über die Bühnenfarbe, wer das für den Wettkampf machen soll. Und er sagte ganz spontan: „Zur Not mache ich das, malern kann ich“ (wir haben erst die Wohnung renoviert). Das tut meiner sensiblen Laune soooooo gut!

 

Wenn man von Haus aus nicht so eine „Egogranate“ ist, dann lässt man sich sehr leicht verunsichern. Ein kleines Wort (zu abgezogen, nicht fettfrei etc.) bringt gleich alles durcheinander.

 

Ich werde in 3 Wochen auf der Bühne alles geben. Ich habe gekämpft und immer 1000000% gegeben (Katl = Perfektionist) und rocke da oben mit Glitzerbikini und Spaß an der Erfahrung.

Und ich weiß: Es wird toll!!!!!

Ich mag nicht die Beste sein, aber ich bin GUT, weil ich es liebe!!!!!!

 

Eure Katl!

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