Der informative Blog, Teil 3a: Willst Du starten? (von Sabrina)

 

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Hast Du schon jemals darüber nachgedacht, den Schritt auf die Bühne zu wagen?

Als ehemalige Figurathletin und aktiver Coach für Wettkampfathletinnen möchte ich gern einige wichtige Punkte mit Dir teilen, über die Du Dir vorab Gedanken machen solltest.

 

Punkt 1: Fahr zu einer Show und guck es Dir live an!

In meinen Augen fast der wichtigste Punkt überhaupt.
Ich weiß gar nicht, wie oft ich schon von Mädels gehört habe „Ich will starten“.
Warum oder wieso konnten sie mir in den seltensten Fällen beantworten.

Dabei ist es ein RIESEN Unterschied, ob Dir die Figur eine Bikiniathletin schlicht gefällt und Du auch so (oder so ähnlich) aussehen möchtest. Wir alle lieben die Bilder von den fitten Mädels mit Sixpack und knackigem Po bei Instegram oder auf Facebook, wer möchte nicht so perfekt geschminkt jeden Tag mühelos unglaublich aussehen?

– Oder ob Du auch wirklich in einem mini, und ich meine WIRKLICH mini-kleinen Bikini, festgeklebt an Deinem Po, eingeschmiert mit Bräunungscreme und Öl, auf 11cm Plastik-HighHeels mit falschen Wimpern klimpernd mit dem Popo auf der Bühne wackeln willst. – mal ganz überspitzt und reißerisch formuliert!

Viele machen sich vorher einfach kein Bild davon, was es wirklich heißt, in diesem Sport zu starten.
Denn der Bühnen-Sport hat ganz oft nicht viel mit den schicken Bildern, die wir alle täglich liken, zu tun.

Wettkampfsport ist mühevoll, bisweilen lustig-lächerlich, schmierig, chaotisch, schlechte Luft Backstage und letztlich nur wenige Minuten on stage bei denen man hoffentlich nicht mit den Schuhen stolpert.

Es ist speziell, aber wenn man es mag, dann ist es alles für einen!

Termine findest Du u.a. hier: http://www.dbfv.de/termin.html

 

Punkt 2: Finde einen Coach

Zu dem Thema habe ich ja bereits einen tollen Blog geschrieben

Link

Und ich kann mich nur wiederholen: Suche Dir mit gesundem Menschenverstand einen guten Coach, der Dir kein vorgefertigten „ein-Programm-für-alle“-12 Wochen Diätplan mailt und Du hörst nie wieder was von ihm.
Wenn Du die Möglichkeiten hast, fahr vorher hin, unterhalte Dich, oder telefoniere wenigstens.
Wobei ich persönlich der Meinung bin, dass ein Coach irgendwie erreichbar sein muss. Jemand in den USA mag super tolle Kenntnisse haben. Bringt Dir relativ wenig, wenn der Formcheck nur via Skype stattfinden kann.
Das mag mal so zwischendrin funktionieren, aber nicht bis zum Wettkampf. Man muss sich einfach auch mal live sehen.

Treffe Deine Wahl umsichtig, lass Dir Zeit dabei und spare nicht am falschen Ende.

 

Punkt 3: Sei Dir im Klaren über die Kosten!

Dieser Punkt wird oft unterschätzt.
X-mal habe ich bei Facebook Nachrichten bekommen wegen eines Bikinis, den ich verkaufen wollte und die Anfrage ging ungefähr so:

„Hi, ich möchte gern Bikiniklasse starten und suche noch einen tollen (gern auch gebrauchten) Bikini, möglichst neuwertig. Gut gefallen hat mir der von Selina Rudel bei der Arnolds Madrid oder der von Ashley Kaltwasser beim Mr. Olympia.
Ich kann aber maximal 100€ ausgeben, weil ich Studentin bin.“

 

Reality-Check!
Hart, aber mal ganz offen und ehrlich: Das wird nichts.
Auch als Studentin nicht. *zwinker*

Der Bikini von Selina hat rund 600 € gekostet (über und über bedeckt mit Strass), der von Ashley vermutlich an die 1.000€, wobei sie den schon öfters getragen hat.

Und es steckt noch so viel mehr dahinter, als nur der Bikini.
Eine Vorbereitung ist teuer, richtig teuer. Bikini, Schuhe, Makeup, Haare, Nägel, Schmuck, Farbe, Coach, Supplemente, Diätessen…

Mach‘ Dir vorher darüber Gedanken, wie Du das finanzieren willst.
Keiner will wochenlang diäten und dann in finanzielle Schwierigkeiten kommen!

 

Aber mal im Detail:


Coach

Die Kosten für ein Coaching variieren stark und ich möchte hier nicht anfangen mit Zahlen eine Art Richtlinie zu geben. Auch habe ich in dem oben erwähnten Blog bereits ausführlich zum Thema geschrieben.
Daher nur so viel: Anfangend bei einer Studiomitgliedschaft (~30€ im Monat) bis hin zu 500€ für eine Vorbereitung habe ich schon alles gehört, Du solltest Dich hierauf einstellen und bei der Wahl des Coaches nicht nur auf den Preis achten.

 

Diät

Das Essen in der Diät kann teuer sein, abhängig von Deiner bisherigen Ernährung. Huhn, Fisch, reichlich Gemüse, gern frisch, das geht ins Geld.

Logo, wenn Du vorher jeden Tag beim Chinesen essen warst ist die Vorbereitung vermutlich günstiger. Aber eigentlich zahlt man drauf, je nach Ernährungsplan.
Also versuche auf Angebote zu achten und plane auch hier umsichtig.

 

Supplemente

Wenn Du nicht schon vorher Nahrungsmittelergänzungen zu Dir genommen hast, kann dieser Punkt richtig ins Geld gehen.
Natürlich kommt es auch hier auf Deinen Plan an, aber ein gutes Whey-Protein, Glutamin, BCAAs, CLA, Multivitamin-Tabletten, Fisch-Öl, divere Vitamine – all das summiert sich.

 

Starterlizenz, Startgebühren, etc.

Je nach Verband fallen Kosten an, damit Du überhaupt erst auf die Bühne darfst. Beim DBFV (IFBB) waren es im letzten Jahr für die Starterlizenz 50,-€.

Diese Lizenz bekommt man nur über ein Verbandsstudio, in einigen muss man dafür noch Mitglied werden – was sicherlich keinen Nachteil bringt, aber eben auch auf die Kosten mit rauf kommt.

 

Bikini

Sicherlich der größte Kostenfaktor nach dem Coaching.

Anders als bei Männern, die ihr Budget nur mit ca. 30-50 € je Posingslip belasten, kann der Bikini für uns Mädels unglaublich teuer sein.

Beginnend bei ca. 80 – 100€ je nach Klasse sind nach oben praktisch keine Grenzen gesetzt, die US-Profis tragen mitunter Bikinis für 1.500 USD und mehr. UNGLAUBLICH.

Du musst dabei bedenken, dass all diese mini-kleinen Bikinis für Dich von Hand genäht werden, vielleicht sogar Maßanfertigungen sind.
Dazu kommen hochwertige Swarovskisteine, die sich auch aus meiner eigenen Erfahrung einfach als die Besten bewährt haben – günstige Chinasteine kommen da einfach nicht ran.

 

Das muss aber nicht als Anfängerin sein.
Man kann z.B. in meiner Gruppe bei Facebook, der Bikinibörse, gebrauchte Stücke günstiger kaufen.

https://www.facebook.com/#!/groups/Bikiniboerse.Eisennixe/

 

Aber mit einem Budget von 100,- € wirst Du nicht weit kommen. Das reicht nur für einen Basis-Bikini mit kaum oder gar keinem Glitzer.

Daher mein Rat: Lieber rechtzeitig anfangen für das gute Stück zu sparen.

Ich habe es schon oft gesagt: Du willst ja nicht all die  Zeit und Mühe und Herzblut investieren, um dann in einem 20€-H&M-Bikini da oben Dir alles zu vermiesen.

 

Kostensparend wirkt sich zumindest für die Figurklasse da die Regeländerung aus, dass man in der Vorwahl nicht mehr einen schwarzen schlichten Bikini tragen muss, sondern nur noch einen braucht – danke an die Entscheider!

 

Farbe

Auch diesen Punkt darfst Du nicht unterschätzen.Es gibt mittlerweile verschiedenste Anbieter und ich selber habe auch verschiedene Erfahrungen.
Als Figurathletin habe ich selber immer Universum Top Tan (übrigens auch offizieller Partner des DBFV) benutzt und war mit der Farbe sehr zufrieden. Ich würde sie jederzeit wieder benutzen.
Eigentlich dachte ich immer, diese Farbe sei zu dunkel für die Bikiniklasse, aber neulich in der Bikinibörse haben sowohl Kathrin Hollmann (Gesamtsiegerin Bikiniklasse Frühjahr 2013), Christin Rohlehr (Deutsche Meisterin kleine Bikiniklasse Herbst 2013) und Katharina Bürger (Gesamtsiegerin Bikiniklasse Herbst 2013) erzählt, dass auch sie Universum Top Tan benutzen.
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Weitere Erfahrungen habe ich mit JanTana gemacht, was ich für Bikini gut empfehlen kann.

Mit Pro Tan habe ich keine eigenen Erfahrungen gemacht, weiß aber, dass es viele zufrieden benutzen.Die jeweiligen Kosten vom Anbieter ab. Man kann sich bei eigenen Meisterschaften direkt anmalen/ansprühen lassen, das ist natürlich teurer, als es daheim zumachen.

Das Universum Top Tan kostet pro Flasche 25,- € und damit bin ich für eine Meisterschaft hingekommen. Dazu kommt dann noch Glanz etc., auch hier summiert es sich also.

http://www.universum-toptan.de/index.html

 

Haare, Makeup, Schmuck

Für uns Mädels geht es beim Starten eben nicht nur um Muskeln.
Nein, es ist sogar im Regelwerk festgelegt (Bikini-Klasse):

Bewertungsrichtlinien:  Symmetrische Körperform, Proportion,  weibliche Ästhetik, Frisur, Make up,  sportive, feminine Gesamterscheinung.

http://www.dbfv.de/bilder/wk_bikini.pdf

Also, natürlich gibt es da einige Tipps und Tricks für Haare und Makeup.

Clip-In-Extentions gibt es mitunter schon günstig, vielleicht kann Deine Freundin Dir auch toll die Haare machen. Makeup ist halt schwierig, den Farbton von der Bräunungscreme zu treffen (diese bloß nicht ins Gesicht schmieren!!).

Einige Tipps habe ich auch schon hier gegeben in meinem Blog:

Link

Aber es gibt mittlerweile auch einige Friseure bzw. Makeup-Artists, die ein Rundum-Styling anbieten vor Ort, da kann man sich gut bei Facebook schlau machen, u.a. mal wieder in meiner Bikinibörse. Kosten dafür reichen von 50 – 150 €.

Anders verhält es sich mit dem Schmuck.
Strass bis das Auge tränt. Natürlich ist alles Geschmackssache, aber um ein paar Euro zu sparen kann ich Euch nur Ebay oder den „Türken-Laden“ an der Ecke empfehlen, dort gibt es gut und günstig.
Richtige Läden wie Swarovski oder Brigitte Bijou sind da schon etwas hochpreisiger. Für Ring, Armbänder und Ohrringe solltest Du aber schon 50 – 80 € einplanen (Ketten sind laut Regelwerk untersagt!).

Schuhe

Schuhe…. ach die Schuhe!! Frau kann ja nie genug haben und auch ich habe schon in einer Wettkampfvorbereitung mehr als ein Paar gekauft.

Auch hierzu gibt es bereits einen informativen Blog von mir für Euch (…was ich Euch schon alles verraten habe… ts ts *lach*):

Link

 

Punkt 4: Sei Dir im Klaren über den Zeitaufwand!

Wenn ich erzähle, dass ich derzeit 4x die Woche zum Sport gehe, dann werde ich von den „otto-normal“-Kollegen groß angesehen, weil sie das unglaublich viel finden.
Als ehemaliger Wettkampfathlet bekomme ich dabei jedoch schon fast ein schlechtes Gewissen. *lach*

Fakt ist: Deine Zeit im Studio wird eher mehr als weniger werden während der Diät.
Training kann, je nach Plan, 4- 6 Tage in Anspruch nehmen. Dazu kommt das Cardio.
Ab einem gewissen Zeitpunkt trennen die Coaches das gern vom Gewichtstraining und schieben es an den Tagesbeginn, so dass Du dann sogar 2x im Studio bist bzw. Sport machst (Heimtrainer sei Dank).

Dazu kommt das Vorkochen des Essens.
Dazu scheiden sich ja die Geister.
Ich selber habe mir jeden Morgen vor der Arbeit mein Essen frisch vorgekocht, weil ich nichts von vorgestern essen mag (ich weiß, ich bin „krüsch“).

Aber es ist nicht untypisch, dass einige Athleten ihren halben Sonntag mit Vorkochen für die Woche verbringen. Hier muss jeder seinen Weg finden.

 

Ein weiterer Punkt bei dem Zeitaufwand ist das Posing-Training.
Gutes Posing ist in allen Klassen essentiell.
Was nützt der beste Körper, wenn Du ihn nicht präsentieren kannst?
Ich habe schon einige sehr gut entwickelte Athletinnen und Athleten gesehen, die leider nur so über die Bühne stolperten und sich nicht gut „verkaufen“ konnten.

Posingstunden mit Deinem Coach bzw. einem extra-Coach oder einer Freundin, die es schon kann, sollten regelmäßig stattfinden.
Zur Show hin (die letzten 6-4 Wochen) sehr regelmäßig, am besten übst Du dann täglich Dein Posing. Man kann den Hüftschwung auch im Büro gut einbauen, bei jedem Gang zur Toilette (die sich auch häufen werden). *lach*

 

 

 

…. mehr in Teil 2 dieses Blogs!

 

 

 

 

 

 

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